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Freizeit Reisen und Erleben Eine Reise ins Blaue: Mauritius günstig(er) erleben
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09:45 03.03.2018
Mauritius ist vor allem für seine Traumstrände bekannt. Quelle: Bamba/mauritius Tourism Promotion Authority/dpa
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Port Louis

Mauritius ist eine Reise ins Blaue. Da ist der Himmel, der nicht einfach irgendwie blau ist. Er ist azurblau am Morgen und strahlend himmelblau am Mittag. Nachmittags wird sein Blau oft meliert von weißen Zuckerwatte-Wolken, manchmal auch von grauen Schauerwolken bedeckt.

Aber das stört wenig. Mit Wolken wirkt ein Foto von den paradiesischen Stränden spannender. Und da ist das Blau des Meeres rund um die Insel im Indischen Ozean. Über den Korallenriffen nimmt das Wasser ein intensives Türkis an, an tiefen Stellen einen Azurton und bei Bewölkung ein eindringliches Graublau.

Mauritius

Mauritius ist etwas kleiner als das Saarland. Mit dem Auto kommt man meist gut voran: Die großen Schnellstraßen sind besser in Schuss als viele deutsche Autobahnen. Die kleineren Straßen jedoch sind durchaus baufällig und gehen oft in Schotterpisten über. Der öffentliche Bus ist eine günstige Alternative, das Liniennetz weit verzweigt. Wer etwas mehr Zeit einplant und es nicht scheut, ein paar Meter zu Fuß zu gehen, der kann fast alle Sehenswürdigkeiten günstig erreichen.

Der Osten von Mauritius wird von großen Hotelkomplexen dominiert. In Grand Baie im Inselnorden lässt sich günstiger und authentischer unterkommen. Die Region ist bei den Einheimischen beliebt wegen ihrer Bars und Clubs. Wer es beschaulich mag, kann sich in einem Gasthaus am Ortsrand in Richtung der Landzunge Pointe aux Canonniers einnisten. Hier ist Grand Baie noch das, was die Ortsmitte vor der Erschließung durch den Tourismus war: ein verschlafener Fischerort.

An der Hauptstraße steht ein tamilischer Tempel hinter einer rot-weiß-gestreiften Mauer mit Türmen, die von Hunderten Figuren übersät sind. Der Tempel kann kostenlos besichtigt werden. Danach sollte man zu Fuß in die engen Gassen in Richtung Meer abbiegen. Auch wenn es so aussieht, als landete man in einem Privatgarten - keine Scheu, weitergehen. Es ist öffentlicher Grund, aber die Menschen haben sich die letzten zwei, drei Meter vor ihrem Grundstück zum Wasser erobert.

Unten am Wasser findet abends und an Wochenenden das Leben statt: Hier stehen die Männer vor Sonnenuntergang an der Kaimauer und werfen die Angeln aus. Dazu dudeln kitschige Liebeslieder aus einem Ghettoblaster. Die Alten sitzen schwatzend auf weißen Plastikstühlen und kommentieren den Fang. Kinder fahren auf Rädern vorbei.

Dem kleinen, teils etwas baureifen Weg lässt sich über Kilometer folgen. Aber am meisten Spaß macht es, sich in einem der kleinen Supermärkte ein kühles Bier zu kaufen und sich an einer belebten Ecke zu den Menschen zu gesellen. Hier kann man ein Buch lesen und ab und zu aufblicken, um das Treiben zu beobachten. Kosten: 50 Cent fürs Bier - und am besten noch 40 Cent für leckere Bananenchips mit Chili drauflegen.

Der Tourist wird hier, wie auf der gesamten Insel, durchaus freudig, aber unaufdringlich und mit angemessenem Desinteresse im Vorbeigehen gegrüßt. So als wäre er nur irgendein Nachbar, mit dem man gerade nicht mehr Worte wechseln muss. „Wir leben vom Tourismus, er gehört einfach dazu, aber wir drängen uns den Menschen nicht auf“, sagt der Reiseführer Sameer Takun. „Ich denke, gerade deswegen kommen viele unserer Gäste auch immer wieder gerne.“

Weiter östlich, im Stadtzentrum von Grand Baie, starten jeden Morgen die Katamaran-Touren. Bis zu zehn Boote fahren in Kolonne raus aufs Meer. Mittagessen, Getränke und - je nach Boot - viel Partylaune inklusive. Es geht in rund anderthalb Stunden vorbei an der Felseninsel Gunners Coin zu den unbewohnten Eilanden Ile Plate und Ile Gabriel für einen Badeaufenthalt. Kosten für einen Tagesausflug: 90 Euro pro Person bei einer Gruppenfahrt.

Mit etwas Glück und je nach Saison lassen sich bei teils hohem Wellengang Wale oder Delfine entdecken - und ein extra Ausflug dafür einsparen. Mit von der Partie sind fliegende Fische, die viele Meter weit über dem Wasser gleiten können.

Reiseführer Takun hat für Tierfreunde noch einen weiteren Tipp: „Wenn man es schafft, sich etwas von der Gruppe abzusetzen, kann man beim Schnorcheln durchaus Meeresschildkröten aufspüren.“ Die schwimmen Menschenmassen aber eher davon.

Segeln ist auf Mauritius der Nationalsport und auch für Touristen eine gute Ausflugsoption. An wechselnden Orten finden regelmäßig Regatten statt. Drumherum entwickelt sich oft ein kleines lebhaftes Volksfest mit kulinarischen Angeboten, aber auch vielen Schnickschnack-Händlern. Tipp: ein Tütchen der frisch gekochten und daher weichen Erdnüsse probieren.

Wer beim Schnorcheln aus der Nähe die weißen Korallen bestaunen will, sollte zur Blue Bay fahren. „Der schönste öffentliche Strand der Insel“, findet Takun. „Am Wochenende ist es dort zwar recht voll, weil auch die Einheimischen da sind. Aber oft wird dann Musik gemacht, und man kann viel Spaß haben.“

Viele Hotels organisieren Tagestouren zu der Bay sowie von dort aus Fahrten zum Baden auf der winzigen Ile de deux Cocos. Aber für schon rund fünf Euro lässt sich auch spontan mit einem der Glasbodenboote durch die Bucht und über die weißen Korallen schippern. Tipp: den Bootsführer um einen kurzen Stopp zum Schnorcheln bitten.

Pamplemousses Botanical Garden
Aventure du Sucre

Wirklich lohnenswert für einen kleinen Aufpreis ist ein Spaziergang durch die Gartenanlage der Villa zum Fluss Riviere Baptiste. Gut und gerne einen halben Tag lang kann man von hier aus kilometerweit spazieren gehen, mehrere Wasserfälle besichtigen und sogar ein paar Runden im kühlen Nass schwimmen. Kosten: fünf bis zehn Euro.

Kolonialvilla Eureka
Le Mourne Brabant

Je höher es geht, desto felsiger und karger wird die Landschaft. Stellenweise sind die Flanken so steil, dass man beide Hände und Yans Klettertipps einsetzen muss. Gute Turnschuhe reichen aber für den Ausflug.

Die rund zweistündige Anstrengung bei schwüler Hitze für rund 35 Euro lohnt sich: Auf dem Weg, vor allem aber oben am Gipfelkreuz wird einem die Schönheit der Insel noch einmal bewusst. Der Blick geht auf tiefgrüne Hänge, weiße Strände, das Türkis der flachen Buchten, das dahinter liegende Graublau der Meerestiefen und den azurblauen Himmel mit weißen Wolkentupfen. Und wer etwas Glück hat, sieht sogar einen Regenbogen.

Hier versteht man Mark Twain, der über die Insel gesagt haben soll: „Zuerst wurde Mauritius geschaffen, dann das Paradies. Aber das Paradies war nur eine Kopie von Mauritius.“

Mauritius

Anreise: Condor bietet von Frankfurt/Main und Eurowings von Köln/Bonn Direktflüge nach Mauritius an. KLM, Air France und Air Mauritius fliegen via Amsterdam, Paris und London auf die Insel.

Reisezeit: Die Tourismusbehörde empfiehlt die Monate April bis Juni sowie September bis Dezember. Von November bis Mai können Zyklone auftreten, im Februar und März regnet es häufiger.

Mietwagen: Auf Mauritius herrscht Linksverkehr, aber zugleich die Vorfahrtsregel „rechts vor links“.

Gesundheit: Es besteht kein Malaria-Risiko. Allerdings ist guter Mückenschutz zur Prävention von Dengue-Fieber wichtig.

Informationen: Tourism Mauritius, c/o Aviareps Tourism GmbH, Josephspitalstraße 15, 80331 München, Tel.: 089/552533825, E-Mail: mauritius.germany@aviareps.com.

dpa/tmn

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