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Der große Trend zur 10.000 Euro Küche

Der große Trend zur 10.000 Euro Küche

Für schicke Fronten und leise Elektrogeräte geben Deutsche viel Geld aus. Lackfronten, grifflose Schränke, Induktionsherde: Die Küche wird für die Deutschen immer mehr zum Vorzeigeraum und Mittelpunkt der Wohnung.

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"Eine Küche ist nicht länger ein pflegeintensiver Arbeitsraum, sondern ein Umfeld, in dem man sich etwas Gutes tut und regeneriert", beschreibt Kirk Mangels, der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK). Und das lassen sich die Deutschen auch etwas kosten. Treiber dieser Entwicklung sind zum einen die hohen Zuwächse im Haus- und Wohnungsbau infolge der niedrigen Zinsen. Zum andern wird hierzulande auf breiter Front renoviert und modernisiert. Und dabei spiele die Küche eine Hauptrolle, heißt es bei den Konsumforschern der GfK, die einen Trend zur offenen Wohnküche ausgemacht haben.
"Dafür werden sogar Wände eingerissen, wenn die bisherige Küche nicht groß genug ist", bestätigt AMK-Chef Mangels, für den die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit eine Art Konjunkturprogramm ist. "Wenn darüber diskutiert wird, ob zukünftig Strafzinsen auf Bankguthaben anfallen werden, ist für viele Menschen das Geld in einer neuen Küche besser angelegt." Zumal derzeit auch nicht absehbar sei, wann die Zinsen wieder steigen.

Inzwischen wird beim Küchenkauf auch nicht mehr so stark auf den einzelnen Euro geschaut wie noch in der Vergangenheit. "Der Trend geht eindeutig zur höherwertigen und auch höherpreisigen Küche", sagt Experte Mangels. Hinter dieser Entwicklung steckt der Wunsch nach mehr Design, Komfort und Flexibilität. "Die Leute wollen Lack- oder Echtholzfronten, Arbeitsplatten aus Glas, Edelstahl oder Granit und grifflose Schränke", beschreibt Wittmann. "Und sie wollen Induktionsherde, selbstreinigende Öfen, besonders leise Geschirrspüler und Kopffreihauben."

Jeder zweite verkaufte Backofen Selbstreinigungsfunktionen. Und bei den Kochflächen ist der Trend zur Induktion nicht mehr aufzuhalten, wie Marktforscher Wittmann berichtet.  Und dann reicht den meisten auch nicht mehr die klassische Anordnung von Kochflächen. Vielmehr muss es eine flexible Induktion sein, am liebsten sogar mit freier Kochflächennutzung, bei der man an jeder beliebigen Stelle Töpfe und Pfannen aufstellen kann.

Gleichzeitig wächst auch die Nachfrage nach leisen, energieeffizienten und vernetzten Hausgeräten. Geschirrspüler, Kühlschränke und Gefriergeräte etwa sollen nach Möglichkeit die Effizienzklasse A+++ aufweisen. Dazu darf die Spülmaschine nicht lauter als 45 Dezibel sein, um in der offenen Wohnküche nicht beim Fernsehgucken oder bei der abendlichen Runde mit Freunden zu stören.
Schon jede fünfte Maschine ist zudem größer als die Standardspüler, fasst also weit mehr Geschirr als üblich. "Innovationen und Technologien stimulieren den Hausgerätemarkt", sagt AMK-Geschäftsführer Mangels. "Wie man mittlerweile feststellt, werden selbst Großgeräte nicht mehr nur ersetzt, wenn sie defekt sind. "Viele Kunden nutzen die Gelegenheit, um dann ihre gesamte Küche an die heutige Zeit anzupassen."

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