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Hier versinkt die A 20 im Moor

Tribsees Hier versinkt die A 20 im Moor

Bis Sonnabend ab Tribsees (Vorpommern-Rügen) Stau und Umleitung. Reparatur der Trasse kostet Millionen.

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Die A 20 ist bei Tribsees abgesackt. Bis Sonnabend ist die Autobahn daher in Richtung Rostock gesperrt.

Quelle: Frank Söllner

Tribsees. A 20-Sperrung, die nächste: Auf einer Länge von etwa 100 Metern ist die Fahrbahn der Autobahn 20 in Richtung Rostock bei Tribsees (Vorpommern-Rügen) bereits über einen halben Meter abgesackt. Deshalb ist der Autobahnabschnitt seit Montagvormittag aus Sicherheitsgründen voll gesperrt worden.

DCX-Bild

Bis Sonnabend ab Tribsees (Vorpommern-Rügen) Stau und Umleitung. Reparatur der Trasse kostet Millionen.

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Die Fachleute des zuständigen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Güstrow vermuten, dass einige der 80 Betonpfeiler der Autobahntrasse abgeknickt sein könnten. Die Pfeiler bohren sich bis zu 25 Meter tief durch den moorigen Untergrund, eine Torfschicht nahe der Trebel, in festen Grund. Ein Bodengutachten soll nun die genauen Ursachen für das Absinken der Fahrbahn klären, heißt es aus dem Schweriner Verkehrsministerium. Die Reparaturarbeiten sollen mindestens zwei Jahre dauern, erklärt Ronald Norrmann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Die Kosten könnten sich auf mehrere Millionen Euro summieren. Die A 20 bei Tribsees war erst 2005 fertiggestellt worden.

Umleitung über Bad Sülze und Sanitz

Der Verkehr in Richtung Rostock wird noch bis Sonnabend auf der Landesstraße 19 über Bad Sülze und Sanitz umgeleitet. Danach sollen die Fahrzeuge jeweils einspurig über die andere, nicht betroffene Fahrbahn (Richtung Stralsund) geführt werden. Bis dahin wälzt sich eine nicht enden wollende Fahrzeugschlange an der Anschlussstelle Tribsees herunter von der A 20. An einem Kreiselverkehr treffen alle aufeinander: Autos, Sattelschlepper, Wohnmobile und Laster. Die Fahrzeuge quälen sich durch den Kreisverkehr, um über die Umgehungsstraße bei Sanitz (Landkreis Rostock) wieder auf die A 20 zu gelangen.

„Zuletzt sackte die Straße bei laufendem Verkehr um zwei Zentimeter täglich ab“

„Wir wollen keine Gefährdung zulassen“, begründet Norrmann die Vollsperrung. Das Absinken der Fahrbahn sei bereits im Frühjahr bemerkt worden, aber längst nicht so stark. „Zuletzt sackte die Straße bei laufendem Verkehr um zwei Zentimeter täglich ab, vorher war es ein halber Zentimeter“, erklärt Norrmann. Ein Ingenieurbüro forsche bereits nach der genauen Ursache und habe schon Grabungen vorgenommen. Wenn sich die vermutete Ursache für das Absinken der Fahrbahn bestätige, „dann müssten wir eine ganz neue Moorbrücke in der Tiefe bauen“, erläutert er. Dazu würden neue Bohrpfähle und eine sie verbindende Betonschicht benötigt. Die auf dem gleichen Baugrund stehende Fahrbahn in Richtung Rügen und Usedom sowie nach Stralsund und Stettin sei dagegen stabil, erklärt Norrmann. Deshalb könne sie auch den gesamten Verkehr aufnehmen.

Fahrbahnbelag mit 30 Zentimeter große Blasen

Die A 20 sorgte schon früher für Aufregung. Das etwa 14 Kilometer lange Teilstück zwischen Schönberg (Nordwestmecklenburg) und der schleswig-holsteinischen Landesgrenze wurde mit einer Betondecke, dem „Brüllbeton“, versehen. Der führte zu erhöhten Fahrgeräuschen. Im August 2005 wurde der Beton mit einer Asphaltdecke überzogen. Im heißen Juli 2006 warf der neue Fahrbahnbelag dann bis zu 30 Zentimeter große Blasen, die auf Wassereinschlüsse zwischen Beton und Asphalt zurückgeführt wurden.

Bernhard Schmidtbauer

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