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In Kutsche und Traktor über den Museumshof

Klockenhagen/Ribnitz-Damgarten In Kutsche und Traktor über den Museumshof

Mehr als 2000 Besucher feierten am Sonntag in Klockenhagen das Erntedankfest. Und das, obwohl die Ernte „bescheiden“ ausfiel.

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Mehr als 2000 Besucher beim 34. Erntedankfest in Klockenhagen.

Quelle: Carolin Riemer

Klockenhagen/Ribnitz-Damgarten. Mehr als 2000 Besucher feierten am Sonntag im Freilichtmuseum Klockenhagen ein prächtiges Erntedankfest. Und das, obwohl der Vorsitzende des Bauernverbandes in Nordvorpommern, die Ernte als „bescheiden“ bezeichnete. „Das Jahr fing euphorisch mit einer guten Ernte der Gerste an“, sagte Frank Hartmann.

DCX-Bild

Mehr als 2000 Besucher feierten am Sonntag in Klockenhagen das Erntedankfest. Und das, obwohl die Ernte „bescheiden“ ausfiel.

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Doch dann begannen die Ausfälle. Regen. Hagel. „Und das Verbot von Pflanzenschutzmittel, mit dem die Saatkörner des Rapses vor Fressfeinden und Krankheiten geschützt werden, sorgten dafür, dass die Rapsernte um 50 Prozent reduziert wurde.“

Verbot von Pflanzenschutzmittel ließ Ernte schrumpfen

Ein Verbot, das die Politik deutschlandweit seit zwei Jahren durchsetzt und den Bauern Sorgenfalten ins Gesicht treibt. „Jedes Kind wird gegen Krankheiten geimpft. Aber wenn ein Bauer Pflanzenschutzmittel einsetzt, denken die Menschen, wir schmeißen auf den Feldern mit Chemie um uns. Das ist aber nicht der Fall. Wir Bauern müssen überlegen, ob sich der Anbau von Raps im so genannten Raps-Land MV überhaupt noch lohnt. Denn obwohl die Erträge gering sind, liegen die Preise im Keller“, erklärte Hartmann.

Doch die Sorgen der Landwirte sollten das Fest im Freilichtmuseum nicht überschatten. 16 kunstvolle Erntekronen hängen in der Museumsscheune. Eine von ihnen war der unangefochtene Favorit: Die Krone von Heidrun Brünning aus Kavelstorf gewann mit großem Vorsprung vor den geflochtenen Kunstwerken von Nicole Range und Marie Luise Groth aus Bartelshagen.

Schönste Erntekrone kommt aus Kavelstorf

2253 Besucher aus allen Bundesländern – außer dem Saarland – stimmten in den vergangenen Wochen ab und bestimmten so, welche Binderinnen die ersehnten Pokale mit nach Hause nehmen. Wunderschön sind sie alle“, fand Reinhard Ruschinzik, der seit 25 Jahren zu den stillen Helfern der Erntekronenschau gehört. Zum 34. Mal findet sie in diesem Jahr bereits in Klockenhagen statt.

Im Freilichtmuseum herrschte am Sonntag emsiges Treiben. Kunstvoll dekorierte Stände boten Herbstdeko, Kürbissuppe und Marmeladen an. Sven Müller grubberte mit seinen beiden Mecklenburgischen Kaltblütern Helene und Valentina ein Feld wie zu Uromas Zeiten und der kleine Karl (1) staunte, als er zum ersten Mal in seinem jungen Leben die sieben Frauen an ihren Spinnrädern erblickte. Karls Mama, Cornelia Kampe (36), kommt aus Greifswald und war zum ersten Mal im Freilichtmuseum: „Weil meine Freundin so von dem Ort geschwärmt hat. Und ich muss sagen, sie hat recht.“ Freundin Diana Krellenberg ist sogar so sehr ins Freilichtmuseum verliebt, dass sie vor vier Jahren hier heiratete. „Das Essen ist wunderbar. Für die Kinder gibt es so viel zu erleben.“ Traktor und Kutsche fahren zum Beispiel. Unermüdlich drehten die vielen Gefährte ihre Runden über den Museumsplatz. Die Besucher waren fasziniert, als dann auch noch der Umzug ins Rollen kam. „Herrlich!“, sagte Ingrid Kuzott (65) aus Werne in Nordrhein-Westfalen. „Das alte Schmiede- und Dreschhandwerk, die Trachten – hier kann man selbst in meinem Alter noch was lernen.“

Carolin Riemer

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