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Krise überschattet Agrarmesse MeLa

Mühlengeez Krise überschattet Agrarmesse MeLa

Bis zum Sonntag werden rund 70 000 Besucher auf dem Messegelände in Mühlengeez bei Güstrow erwartet. Aufgrund der Krise in der Landwirtschaft fehlen erstmals die Milchkühe.

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In Begleitung der Wollkönigin Jessica Noeller aus Lohmen (links) und der Rosenkönigin aus Sternberg, Mareike Grell (2.v.l.), eröffnete Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD, Mitte) die Agrarausstellung in Mühlengeez.

Quelle: Ove Arscholl

Mühlengeez. Die derzeitige Krise in der Landwirtschaft überschattet die größte Leistungsschau der Branche in Norddeutschland, die MeLa bei Güstrow. Das Thema Milch dominiere die Messe, die Fachforen, den Landesbauerntag, sagte Mecklenburg- Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Donnerstag zur Eröffnung in Mühlengeez. Als Signal und aus Protest stellen die Landwirte auf der 26. MeLa erstmals keine Milchkühe aus. Dem Rinderzuchtverband zufolge ist den Milchbauern der Aufwand dafür angesichts der anhaltenden Milchwirtschaftskrise nicht zuzumuten.

DCX-Bild

Bis zum Sonntag werden rund 70 000 Besucher auf dem Messegelände in Mühlengeez bei Güstrow erwartet. Aufgrund der Krise in der Landwirtschaft fehlen erstmals die Milchkühe.

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Backhaus sprach von einer dramatischen Lage vieler Landwirtschaftsbetriebe. Zu der Milchmarktkrise mit niedrigen Preisen für die Erzeuger komme die schlechte Ernte bei Getreide und Raps. „Tierhalter, die darauf gesetzt haben, Einbußen mit Einnahmen aus dem Ackerbau zu kompensieren, werden bitter enttäuscht“, sagte er. 

In der seit mehr als zwei Jahre anhaltenden Milchmarktkrise hätten im Land bereits 68 Betriebe die Milchproduktion eingestellt, bundesweit mehr als 5000. Die Situation sei schwierig: „Es ist zu viel Menge an den Märkten und zugleich wächst die Milchproduktion“, sagte der Minister. So seien im Mai 2016 in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zwischen 3,8 und 4,5 Prozent mehr Milch abgeliefert worden als im Mai 2015. In Mecklenburg-Vorpommern sei die Produktion dagegen um 2,8 Prozent gedrosselt worden. Zwei Milchbauern wollen auf der MeLa ihren Schlüssel öffentlich an den Nagel hängen - sie geben die Milchproduktion auf.

Auf der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung präsentieren sich bis zum Sonntag mehr als 1000 Produzenten, Händler und Institutionen aus Landwirtschaft und Ernährung, Fischerei, Forst, Jagd und Gartenbau. Bauernverbandspräsident Detlef Kurreck sagte, angesichts der schwersten Marktkrise der vergangenen 25 Jahre habe der Verband gezögert, sich überhaupt an der Ausstellung zu beteiligen. Doch die MeLa sei eine Verbrauchermesse und an die Verbraucher wollten sich die Bauern wenden.

In den Vorjahren kamen rund 70 000 Besucher auf das Messegelände, neben Fachpublikum an den Wochenenden auch viele Familien mit Kindern. Besonders beliebt bei ihnen sind die Landestierschau, Technikvorführungen und das Pferdeschauprogramm. Ein Hauptanziehungspunkt ist stets die Halle der Ernährungswirtschaft, wo Firmen der Fleisch-, Fisch- und Molkereiwirtschaft, Bäckereien und Brauereien sowie Obst- und Gemüseerzeuger ihre Produkte vorstellen.

Das Kochstudio des Hotel- und Gaststättenverbandes bietet auf der Messe täglich regionale Küche an. Als Sonntagsbraten soll das diesjährige Tier der MeLa - das Widderkaninchen - auf den Tisch kommen.  

dpa

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