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Ostsee-Abenteuer mit der MS „Seebär“

Boltenhagen Ostsee-Abenteuer mit der MS „Seebär“

Nicht nur Kinder lieben es, die Seehunde und Robben auf der Sandbank vor Boltenhagen zu beobachten.

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Ein spannender Schiffsausflug mit der „Seebär“ für die Kinder der Damshagener Kita „Kleine Strolche“ - auf der Sandbank vor Boltenhagen lag tatsächlich eine dicke Kegelrobbe herum.

Quelle: Annett Meinke

Boltenhagen. 20 Jungen und Mädchen aus der Damshagener Kita „Kleine Strolche“ stehen vor der Gangway des Motorschiffes „Seebär“. Gleich werden sie in See stechen – und wenn sie Glück haben, werden sie ein paar Seehunde sehen, vielleicht auch eine Kegelrobbe. Begleitet werden sie von drei Erzieherinnen, sechs Muttis und einem Vati.

DCX-Bild

Nicht nur Kinder lieben es, die Seehunde und Robben auf der Sandbank vor Boltenhagen zu beobachten.

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Seit Ostern ist die „Seebär“ wieder auf der Ostsee vor Boltenhagen unterwegs – Richtung der kleinen Sandbank, die zwischen Tarnewitz und der Insel Poel liegt. Bis Oktober wird das Schiff ausfahren, bis zu drei Fahrten pro Tag. Der Anlegeplatz befindet sich im Hafen an der Weißen Wiek, gleich hinter dem „Dorfhotel in Boltenhagen“.

Touren, wie die mit den Kita-Kindern aus Damshagen, macht der Kapitän Marco Weiße, gern. „Es ist für die Kleinen ein Erlebnis. Man kann ihnen die einheimische Natur nahebringen, ihr Interesse dafür wecken.“ Für die Kita-Kinder ist der einstündige Schiffsausflug an diesem Tag kostenlos. Marco Weiße freut sich, dass der Eigner des Bootes, Joachim Dunkelmann, sofort zugestimmt hat. „Man muss doch ab und an etwas an die Gesellschaft zurückgeben“, meint der Kapitän. „Und wo lohnt sich das mehr als bei den Kindern?“ Nur die Busfahrt nach Boltenhagen musste organisiert werden. Dank Nahbus war auch das kein kostenaufwändiges Unterfangen. Die meisten der Kleinen zahlen auch hier noch nichts.

Die „Kleinen Strolche“ aus Damshagen haben Glück an diesem Tag. Erst hört der Regen auf, dann bricht die Sonne durch die Wolken. Die See ist ruhig und dann – tatsächlich – liegt da etwas auf der Sandbank. Aufgeregt schauen die Kinder durch kleine und große Ferngläser. „So riesig ist die Robbe“, wundern sich einige. Der Kapitän erklärt mit dem Mikrofon für alle: „Das ist eine Kegelrobbe, deshalb ist sie so groß.“ Er bittet die Kinder ganz leise zu sein. „Damit die Robbe nicht im Wasser verschwindet. Das geht ganz schnell. Lärm mögen Seehunde und Kegelrobben gar nicht.“

Still sein – eine echte Übung für die muntere Schar. Doch es klappt – zumindest halbwegs. Einmal verschwindet die Kegelrobbe kurz im Wasser, doch dann kehrt sie zurück auf die Sandbank. Und macht sogar noch eine schöne Figur: Sie reißt den Kopf, die Flossen und die Arme gleichzeitig hoch – wie eine echte Ballerina. „Wie Papa“, meint eines der Kinder und lacht, „der macht auch immer so im Wasser.“

Das Schiff nähert sich der Sandbank lediglich auf maximal 500 Meter. „Wir arbeiten eng mit dem Naturschutzbund zusammen“, erklärt Kapitän Weiße. „Es gibt bisher keine gesetzlichen Vorschriften in diesem Gebiet, doch wenn die Kormorane von der Sandbank abheben, ist man definitiv zu dicht dran.“

Weiße und sein Decksmann René Siebert führen Buch über die Tiere, die sie auf ihren Ausfahrten sehen. „Wir liefern Informationen, unter anderem auch für den Meeresbiologen Michael Däne vom Deutschen Meermuseum Stralsund.“

Im Jahr 2015, liest Weiße aus seinem Beobachtungsbuch vor, waren bis zu 60 Tiere auf der Sandbank zu sehen. In diesem Jahr zählt er bis jetzt 21 Seehunde mit sieben Heulern und sieben Kegelrobben mit Nachwuchs.

Meinke, Annett

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