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Unterwegs mit dem Strandvogt

Poel Unterwegs mit dem Strandvogt

Walter Thieme hat die Küste der Insel Poel im Sommer voll im Blick. Der 62-Jährige kontrolliert die Kurkarten, hält aber auch mal einen Plausch mit den Urlaubern – für ihn gehört das zum Job dazu.

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Hat den Strand im Blick: Strandvogt Walther Thieme an seinem Arbeitsplatz auf der Insel Poel. Seit vergangenem Jahr ist er im Auftrag der Kurverwaltung unterwegs.

Quelle: Michaela Krohn

Poel. „Schönen guten Tag, Kurverwaltung Poel, die Kurkarten bitte!“ Wie selbstverständlich zücken Barbara und Hans-Joachim Schlee ihre Portemonnaies und zeigen ihre Karten vor. Die Urlauber werden – wie fast jeden Tag – von Strandvogt Walter Thieme kontrolliert. Seit vergangenem Jahr ist er im Auftrag der Kurverwaltung an den Stränden der Insel unterwegs. Sein Auftreten: Freundlich, aber bestimmt. Sein Motto: Der Ton macht die Musik. Und: Ein bisschen Small-Talk muss auch sein.

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Walter Thieme hat die Küste der Insel Poel im Sommer voll im Blick. Der 62-Jährige kontrolliert die Kurkarten, hält aber auch mal einen Plausch mit den Urlaubern – für ihn gehört das zum Job dazu.

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„Das gehört dazu“, sagt der 62-Jährige. Er selbst sieht sich als Verbindungsglied zwischen Gemeinde, Kurverwaltung, Bauhof und Strandgästen. Sein Hauptaugenmerk liegt auf der Kontrolle der Strandkarten. Er schaut aber auch danach, ob Müll ordentlich entsorgt wird. Überhaupt ist er Ansprechpartner für viele Gäste, die sich auch Tipps von ihm holen. Die häufigsten Fragen: „Wo können wir schön essen gehen?“, „Wo fährt es sich gut mit dem Rad?“ und dergleichen.

Gäste zahlen Kurtaxe bereitwillig

Wenn Walter Thieme seine Runden am Strand dreht, gibt es auch immer mal Gäste, die ihre Strandkarten „vergessen“ haben. „Dass die Leute, die Automaten vor den Strandaufgängen nicht gesehen haben – das höre ich häufiger“, berichtet er. Einmal „gebeichtet“, seien die meisten aber einsichtig und lösen ihre Karten nach. Können die Strandbesucher nachweisen, dass sie in einem Hotel, einer Ferienwohnung oder auf dem Campingplatz nächtigen, zählt das auch schon. Sie haben dann bereits die Kurabgabe gezahlt.

Auf der Insel Poel kostet die Kurtaxe pro Tag zwei Euro für Urlauber ab dem 18. Lebensjahr – in der Nebensaison einen Euro. Damit ist die Insel eine der günstigsten Ostseeregionen, an der Kurabgabe gemessen.

Poel zählt zu preisgünstigen Ostseeregionen

Für Urlauber Hans-Joachim Schlee aus dem Bundesland Schleswig-Holstein kein Problem: „Der Strand ist sauber, hier ist alles in Ordnung. Die zwei Euro am Tag zahlen wir gern.“ Überhaupt sei die Insel toll. „Hier ist doch alles klasse. Der Hafen, der Ausblick – das alles ist unbezahlbar.“ Auch Gabriele und Herbert Schemainda lieben Poel. „Wir kommen schon seit 20 Jahren jeden Sommer hierher“, sagt Gabriele Schemainda. Schon bevor Strandvogt Walter Thieme fragt, zücken sie ihre Kurkarten. Man kennt sich schon. In diesem Jahr haben die beiden Urlauber ihre Enkelin mitgebracht. Die siebenjährige Emelie genießt die Ferien mit Oma und Opa sichtlich. „Wir haben hier alles, was wir im Urlaub brauchen“, sagt Herbert Schemainda. Und das sei vor allem Ruhe. Poel sei noch nicht so überlaufen wie viele andere Ostseebäder. „Wir gehen hier gern spazieren, fahren mit dem Boot und liegen eben gern am Strand“, sagt er. Das Auto lasse er in den Ferien zudem lieber stehen.

Auch Strandvogt Walter Thieme ist kein Ur-Poeler, fühlt sich auf der Insel aber wohl. In jungen Jahren ist er als technischer Offizier mit der Deutschen Seereederei über die Meere gefahren, war danach im Betriebsaußendienst tätig. Und heute – hat er wieder einen Job mit freiem Blick auf die Ostsee. Die Anstellung hat er ganz klassisch gefunden: „Über eine Annonce in der Zeitung“, wie er berichtet.

Auf der Insel Poel kennt man sich

Inzwischen können sich viele den Poeler Strand ohne ihn kaum noch vorstellen. Thieme hält allerdings auch guten Kontakt zu anderen wichtigen Leuten am Strand– zum Beispiel zu den Rettungsschwimmern und zu den Mitarbeitern der Strandkorbvermietung. Auch mit ihnen hält er immer mal einen Plausch – übers Wetter, die Gäste und andere Dinge. Man kennt sich eben auf der kleinen Ostseeinsel Poel.

Ein Spaziergang am Strand kostet zwei Euro

Freien Eintritt zum Strand – das gibt es in Mecklenburg nur außerhalb der Ostseebäder. Wer sich in Boltenhagen, auf Poel, in Rerik oder Kühlungsborn an den Strand legen will, muss zahlen: Kurtaxe. Die Preise für die Strandpauschale schwanken dabei. Nicht alle Ostseebäder erheben auch im Winter die volle Kurabgabe.In Boltenhagen zahlen alle Personen ab 16 Jahren von Anfang Mai bis Ende September 2,10 Euro am Tag. Von Oktober bis April sind es 1,50 Euro. Auf der Insel Poel ist es etwas günstiger für Urlauber. Dort gilt von Mai bis September für Besucher ab 17 Jahren eine Tagespauschale von zwei Euro, außerhalb der Sommersaison zahlen Gäste nur einen Euro pro Tag.Günstiger ist es an der Mecklenburgischen Ostseeküste nur in Rerik. In der Hauptsaison zahlen Gäste dort zwei Euro am Tag, in der Nebensaison nur 75 Cent. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen nichts. Kühlungsborn nimmt beispielsweise zwei Euro in der Haupt- und 1,30 Euro in der Nebensaison.Ermäßigungen gibt es in allen Bädern für schwerbehinderte Menschen und deren Begleiter. Zudem sind Anwohner und deren engste Angehörige von den Abgaben befreit. Und: Wer zum Beispiel Urlaub in Rerik macht, muss auf Poel keine erneute Abgabe zahlen. Nach einer Regelung des Verbandes Mecklenburgischer Ostseebäder und der angeschlossenen Gemeinden sind die Kurkarten auch in den anderen Orten gültig. Zum Verbund gehören die Insel Poel, Rerik, Kühlungsborn, Heiligendamm und Bad Doberan, Nienhagen und Graal Müritz.Die Ostseebäder finanzieren damit unter anderem Rettungsschwimmer, Veranstaltungen wie Konzerte, Führungen und Kinderprogramme, unterhalten öffentliche Einrichtungen wie Tourist-Informationen, Bibliotheken und Museen und pflegen Spielplätze, Seebrücken, Grünflächen und öffentliche Toiletten.Gegen das Modell der Kurabgabe formiert sich jedoch immer mal wieder Widerstand. Eine Bürgerinitiative aus Niedersachsen ist damit allerdings im vergangenen Jahr vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg gescheitert (die OZ berichtete). Die Richter entschieden damals für die Badeorte Hooksiel und Horum-Schillig an der Nordsee: Nach geltenden Bundes- und Landesgesetzen bestehe kein freies Zugangsrecht zum Strand.Ob Tagesgäste zur Kasse gebeten werden ist auch in Mecklenburg-Vorpommern Sache der Kommunen. Sie entscheiden, ob eine Strandgebühr für auswärtige Besucher erhoben wird oder nicht.

Michaela Krohn

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