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Gefüllt, gewickelt, gerollt: Food-Pops sind Snacks am Stiel

Kleine Schlemmer-Highlights Gefüllt, gewickelt, gerollt: Food-Pops sind Snacks am Stiel

Kleine Leckereien am Stiel: Wer im Internet sucht, findet hier schnell den Hinweis auf süße Cake-Pops. Aber auch als herzhafte Variante kommen die kleinen aufgespießten Häppchen ganz groß raus.

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Aufgespießter Klassiker: Königsberger Klöpschen als Party-Snack am Stiel. Dazu passt ein Kaperndip. Jörn Rynio/Gräfe und Unzer Verlag/dpa-tmn

Quelle: Jörn Rynio

Berlin. Schon eine Essens-Idee für die nächste Party? Wie wäre es mit Food-Pops? Die aufgespießten Häppchen sind der Knaller, um bei einem „Get-together“ stilvoll den Hunger zu stillen.

Food-Pops gehören in die Kategorie Fingerfood - „und das hat einen „Steh-Charakter“. Man trinkt etwas zusammen, unterhält sich und möchte unkompliziert dazu etwas essen“, sagt die Kochbuchautorin und Foodbloggerin Rose Marie Donhauser. „Es sind kleine Schlemmer-Highlights, die jedes Buffet schmücken. Und als Gastgeber können Sie den Genuss en miniature wunderbar vorbereiten“, meint Ulrike Schulte-Richtering, verantwortliche Redakteurin des Kochbuches „Food-Pops“.

Ob Klassiker im Mini-Format wie Toast Hawaii, Hamburger und Schweinemedaillons; ob gefüllt, gewickelt oder gerollt - die Möglichkeiten, Food-Pops in Szene zu setzen, sind vielfältig. Sterneköchin Tanja Grandits spießt beispielsweise Kichererbsen-Lorbeer-Kroketten auf und dekoriert sie mit einer Avocadocreme. Die Konsistenz der Röllchen ist außen stabil und innen fluffig. Weitere Ideen aus dem Kochbuch „Gewürze - Fünfzig Gewürze und hundertfünfzig Rezepte“: Pulpo-Wacholder-Fritter mit Himbeersenf oder Maispoularden-Piment-Burger mit Aprikosenpaste.

Aufwand und Herstellungszeit sind abhängig von den Zutaten. Wenn es extraschnell gehen soll, eignen sich Kaltes und Fertiges wie gegarte und geschälte Garnelen, geräucherter Lachs, Würstchen, Oliven, Datteln, Gurke und andere Gemüsesorten. Ein bisschen Zeit sollte man sich auf jeden Fall bei Fleisch nehmen. Sorte und Größe bestimmen die Garzeit. „Schweinefleisch und Geflügelfleisch müssen durchgegart werden“, erklärt Donhauser. Rindfleisch kann man kurz anbraten und nachziehen lassen. „Das darf am Ende rosa sein.“

Vegetarier kommen mit Reis am Stil, Polentaherzen, Rösti-Burger oder Bulgurbällchen auf ihre Kosten. Für sie gilt vor allem: Klebrig muss es sein, sonst bleiben die Teilchen nicht in Form. Oder wie wäre es mit salzigen Gebäckstückchen? Diese Häppchen werden prinzipiell wie Kekse, Schnecken oder Zöpfe hergestellt - nur eben mit pikanten Zutaten - und anschließend auf Holzspieße geschoben.

Zum salzig-sauren Spieße-Spaß passen natürlich Dips. „Das einfachste ist, eine Mayonnaise herzustellen und diese mit mehreren Aromaten schnell in verschiedene Dips von Cocktail- bis Curry- und Aiolisoße zu rühren“, sagt Donhauser. Zu Kürbis oder Parmaschinken schmeckt ein Dill-Honig-Dip, zu Hühnchen Mango-Curry, und zu Königsberger Klöpschen passt ein Kaperndip.

Richtig im Rampenlicht stehen Food-Pops mit stabilen Spießen. Für kalte Speisen lassen sich Holzstäbe nutzen. „Werden die Pops gegrillt, sollten die Spieße zuvor einige Minuten in kaltes Wasser gelegt werden“, rät Donhauser. Diese saugen sich mit Wasser voll und geraten so auf dem Grill nicht in Flammen. Eine Alternative sind Spieße aus Metall. Damit das Aufgespießte richtig sitzt, einfach einen essbaren Blocker unterschieben. Das kann - abhängig vom jeweiligen Rezept - ein Stück Käse, Speck oder ein festes Gemüse sein.

Hübsch sehen Food-Pops aus, wenn sie ähnlich wie ein Blumenstrauß angerichtet sind. „Unlängst habe ich Kalbfleischröllchen für einen Empfang gemacht. Um das Ganze wie ein Blumenarrangement aussehen zu lassen, habe ich einfach in der Mitte etwas Brokkoli und Romanesco aufgespießt“, erzählt Donhauser. Halt haben die Food-Pops in einem Bett aus Reis oder grobem Salz. Das Körnige wird einfach einige Zentimeter hoch in eine schmale Schale oder ein Glas geschüttet. „Oder man präsentiert die Spieße in Holzplatten mit vorgebohrten Löchern,“ sagt Grandits. Wem das zu aufwendig ist, der richtet die Food-Pops liegend auf einem Teller appetitlich an.

Auch Kinder haben ihren Spaß am Essen auf Spießen. „Für Kindergeburtstage und Kinderfeste entstehen im Handumdrehen lustige Figuren aus Gemüse, Hackbällchen und Käse“, sagt Schulte-Richtering. Je nach Alter können Kinder beim Zubereiten mithelfen. Und wer eingeladen ist - egal ob Kindergeburtstag oder Party - kann zum Beispiel statt Blumen eine ganze Platte Food-Pops mitbringen. „Ich könnte mir Bulgurbällchen, Arancini - das sind frittierte Reisbällchen - oder Brotzöpfchen vorstellen“, sagt Donhauser. Grundsätzlich wichtig ist: Je frischer die kleinen Kunstwerke sind, desto besser. Man sollte Food-Pops immer am selben Tag zubereiten und die letzten Handgriffe am besten vor dem Servieren anlegen.

Traditionen der Food-Pops

- In Spanien heißen sie „Pinchos“ (Spieße). In der Regel werden kleinste Mahlzeiten auf Zahnstocher aufgespießt und als „Pinchos“ oder „Pinchitos“ in Kneipen und Bars angeboten.

- Japanische „Kushi“: Panierte und frittierte, mundgerechte Häppchen am Spieß, egal ob Rind, Meeresfrüchte oder Shitake-Pilze.

- In Korea kennt man „Bulgogi“: Übersetzt heißt das „Feuerfleisch“. In der Regel wird dazu Rindfleisch am Spieß direkt über dem Feuer zubereitet und anschließend kleingeschnitten mit einer süßsauren Marinade angeboten.

- Lateinamerikanische „Churrasco“: Fleischstücke, die auf Spießen gegrillt werden, entweder über dem offenen Feuer oder Holzkohle.

- In Russland, Ungarn oder Serbien isst man „Schaschlik“: Das sind marinierte, gebratene oder gegrillte große Fleischspieße.

dpa/tmn

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