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Beliebt und ausgezeichnet: Boddenhus erhält Preis

Greifswald Beliebt und ausgezeichnet: Boddenhus erhält Preis

Sozialministerium ehrt Volkssolidarität für Engagement in der Altenpflege

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Robert Zedler (re.) arbeitet seit drei Jahren als Koch im Boddenhus, Felix Wörmann kam jetzt neu hinzu. PETRA HASE

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Greifswald. Wohnen, Sport und Kultur, Pflege, Beratung und Dienstleistungen, aber vor allem: Gemeinsam statt einsam. Das Seniorenzentrum der Volkssolidarität Greifswald-Ostvorpommern mit dem Aktivzentrum „Boddenhus“ wurde gestern in Schwerin mit dem „Altenpflegepreis 2017“ geehrt. Es ist eines von drei Preisträgern. Das Land will damit die Bedeutung und die Leistungen der Altenpflege hervorheben und einen Beitrag leisten, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen. „Ich freue mich, dass wir in diesem Sinne herausragende wie beispielgebende Preisträger gefunden haben“, so Sozialministerin Stefanie Drese.

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Sozialministerium ehrt Volkssolidarität für Engagement in der Altenpflege

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Der Preis

Preisträger des Altenpflegepreises 2017:

1. Platz mit 3000 Euro: Sozius Pflege- und Betreuungsdienste Schwerin mit den Azubitagen

2. Platz mit 1500 Euro: „Seniorenresidenz und Aktivzentrum Boddenhus" der Volkssolidarität Greifswald-OVP

3. Platz mit 500 Euro: Verein Südhus Leben aus Rostock mit der „Begleitung von sterbenden Bewohnern“

Helene Leege, Bewohnerin des Seniorenzentrums, freut sich über die Auszeichnung. „Fünf Jahre ist es her, dass ich in dieses Haus zog. Gehörte damals zu den ersten“, sagt die 86-Jährige und hat es nie bereut. Im Gegenteil. Im Boddenhus herrsche immer Leben: Ob gemeinsames Kochen oder Ernährungsberatung, Tanztee, Schachkurs, Lesungen, Gartenarbeit oder Wanderungen... Allein in seiner Stube muss niemand sich grämen. „Ich nehme immer einmal pro Woche am Sportkurs teil. Bewegung ist die beste Medizin“, sagt Helene Leege, die auch noch regelmäßig mit dem Auto nach Karlsburg fährt, wo die einstige Lehrerin bis zum Umzug nach Greifswald lebte.

Auch Karl-Heinz Beyer fühlt sich im Seniorenzentrum mit seinen 70 Bewohnern rundum wohl: „Ich bin hier absolut zufrieden. Das Personal ist toll, die Küche sehr gut“, lobt der 81-jährige Greifswalder gestern nach dem Besuch des Frische-Bistros. So etwas hört Robert Zedler gern. Seit drei Jahren steht er als einer von vier Köchen im Boddenhus am Herd und freut sich, „dass hier jeder kreativ sein darf und sich ausprobieren kann“. Deshalb gelangen nicht nur Schnitzel und Gulasch auf den Tisch, sondern gern auch mal internationale Gerichte. „Das kommt besonders gut bei jungen Leuten an“, sagt der 30-Jährige. Heißt: „Wir sind ein Haus für Jung und Alt. Alle Generationen kommen zu uns, nutzen die Angebote“, sagt Kerstin Winter, Geschäftsführerin der Volkssolidarität. Sie freut sich deshalb riesig über die Auszeichnung des Landes. „Es war ja auch nicht leicht, dieses Projekt als gemeinnütziger Verein zu realisieren“, denkt sie zurück. Ihre Vision sei es gewesen, eine lebendige Gemeinschaft zu entwickeln. Das sei geglückt, ist Winter überzeugt. Dieses Engagement würdigte sogar schon Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem Besuch zur Eröffnung des Aktivzentrums im Oktober 2014. Seither kamen immer neue Offerten dazu. Ob Physiotherapie, Babymassage oder Polizeisprechstunde, Tanzkurse oder Pilates für Studenten – der Kalender ist immer gut gefüllt.

Auch das Spektrum der Dienstleistungen ist breiter geworden. Relativ neu im Team ist Ergotherapeutin Fanny Kopperschmidt, die erst seit Mai in den Praxisräumen agiert. „Die Arbeit hier ist vielfältiger als anderswo, zu mir kommen junge wie alte Menschen mit ganz unterschiedlichen Krankheitsbildern. Das ist toll“, sagt die 30-jährige Greifswalderin hochmotiviert.

Wahrscheinlich ist genau diese Freude an der Arbeit das Erfolgsrezept: „Die Entwicklung unseres Hauses ist das Ergebnis einer Teamleistung“, lobt Geschäftsführerin Kerstin Winter die etwa 80 Mitarbeiter. Wilhelm Bluschke, Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes MV, sieht das ähnlich und sagt: „Diese Rundumversorgung der Bewohner ist in der Region einzigartig.“ Ein Begegnungsort, der Schule machen darf.

Petra Hase

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