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Die nächste Kinder-Uni wird stimmgewaltig

Östliche Altstadt Die nächste Kinder-Uni wird stimmgewaltig

Sprecherzieherin Marit Fiedler erklärt, was die Stimme über uns aussagt und wie wir sie einsetzen können

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Sprachübungen gehören zur Arbeit von Marit Fiedler dazu – am besten vor dem Spiegel.

Quelle: Foto: Claudia Tupeit

Östliche Altstadt. Der Ton macht die Musik im Leben von Marit Fiedler. Die Sprecherzieherin erkennt schnell an der Stimme anderer, ob diese traurig, wütend oder fröhlich sind. Das will sie nun in Kurzform auch den kleinen und großen Besuchern der Kinder-Uni, einer Veranstaltung von Universität und OSTSEE-ZEITUNG, am kommenden Mittwochnachmittag beibringen.

„Was die Stimme über uns verrät“ – so hat sie ihre Vorlesung genannt. „Denn ich kann durch sie nicht nur Gefühle erkennen, sondern sie sagt auch etwas über die Gesundheit meines Gesprächspartners aus“, erklärt die 36-Jährige, die freiberuflich als Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Sängern, Schauspielern und angehenden Lehrern zum besseren Ausdruck verhilft.

Zunächst einmal wolle sie den Nachwuchsstudenten am Mittwoch erläutern, warum wir Menschen überhaupt eine Stimme haben und wie sie funktioniert. „An der Stimmbildung sind ja mehrere Organe beteiligt“, verrät die Expertin vorab. So habe neben dem Kehlkopf auch die Atmung, also die Lunge, mit der Stimmbildung zu tun.

Und sie räumt schon mal vorher ein Klischee aus dem Weg: Stimmbänder können nicht einfach reißen, nur weil man zu laut schreit. „Es ist sogar gut, wenn wir Babys und kleine Kinder regelmäßig schreien lassen“, sagt Fiedler. Denn dadurch würde ihre Stimme gefestigt und kräftig.

Allerdings kann die Stimme geschont werden – Sänger müssen das indes sogar. Dazu wird die Dozentin ein Bündel mit Empfehlungen für die Kinder und ihre großen Begleiter parat halten. Außerdem möchte sie anhand mehrerer Experimente zeigen, wie unterschiedlich ein Satz beim Gegenüber ankommen kann. „Nämlich je nachdem, wie ich ihn betone.“ Zudem bietet die Stimme auch Hinweise darauf, woher ein Mensch stammt, wie alt er ist und welches Geschlecht er hat.

Und dafür wird Marit Fiedler die Unterstützung der Zuschauer der Kinder-Uni brauchen. Ein Kind dürfe mit verbundenen Augen vorn stehen. Dahinter werden verschiedene Leute einen Satz vorlesen. „Und das Kind soll dann sagen, ob es ein älterer oder jüngerer Mensch gesagt hat, ob Mann oder Frau und so weiter“, erklärt die Sprecherzieherin, die auch als Rhetorik-Trainerin aktiv ist – also Menschen beibringt, wie sie Vorträge gut und hörbar rüberbringen können.

Warum Zungenbrecher sinnvoll sind und Milch die Stimme verschleimt, wird bei ihr in der Vorlesung ebenso Thema sein, wie die Heiserkeit. „Warum werde ich heiser, was passiert da mit den Stimmlippen und Schleimhäuten und was hilft dagegen“, zählt Fiedler die vorgesehenen Punkte dazu auf. Dabei wird sie auch dem Hintergrund des Spruches „die Stimme ölen“ auf den Grund gehen.

Wichtig ist ihr zudem ein weiterer Aspekt: „Was kann ich mit der Stimme später im Berufsleben eigentlich alles anstellen?“ Nicht nur Lehrer, Sänger oder Schauspieler haben in ihrem Leben mit der Stimme zu tun, sondern auch Forensiker, also Gerichtsmediziner und Verbrechensaufklärer. Was es damit genau auf sich hat, wird aber erst bei der Kinder-Uni am kommenden Mittwoch verraten.

Wissenschaft für die Lütten

Die Kinder-Uni ist ein Projekt von der OSTSEE-ZEITUNG und der Universität. In jedem Semester gibt es vier Vorlesungen, in denen wissenschaftliche Themen und Fragen kindgerecht dargestellt werden.

Die nächste Vorlesung ist am Mittwoch, dem 26. April, um 15 Uhr im Hörsaal Audimax auf dem Campus Ulmenstraße. Eintritt ist frei.

Danach geht es am 31. Mai bei Ernst Hauber vom Institut für Planetenforschung Berlin um die Frage, warum es auf dem Mars Vulkane gibt. Zum Semesterabschluss am 28. Juni beschäftigt sich Stefan Richter (Institut für Biowissenschaften) mit der Frage, wohin die Vögel im Winter ziehen.

Claudia Tupeit

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