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Genießen und rasten: Wandern ist der Senioren Lust

Einheimische empfehlen Touren im Wismarer Umfeld und rund um Grevesmühlen Genießen und rasten: Wandern ist der Senioren Lust

Volkswandertag immer gut besucht / Freizeitgruppen treffen sich regelmäßig

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„„Besonders liebe ich die vielen gelben Rapsfelder und den wunder- schönen blauen Himmel, den man hier sehen kann.“Heike Bördgen, Birnbach im Westerwald

Grevesmühlen/Wismar. Neukloster ist ein Wandermekka: Der Volkswandertag gilt unbestritten als einer der Höhepunkte im Ort, geht es um das Wandern zwischen dem Priwall und der Insel Poel sowie dem Hinterland rund um die Städte Grevesmühlen und Wismar. Zwischen 200 und 300 Leute werden dort jährlich erwartet, erklärt Ute Zapf (60) von den Organisatoren, bei der Stadt Neukloster verantwortlich für Kultur und Tourismus.

OZ-Bild

Volkswandertag immer gut besucht / Freizeitgruppen treffen sich regelmäßig

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Neben den Neuklosteranern würden an diesem Tag auch viele Wanderfreunde aus Rostock, Schwerin, Greifswald, Wismar, Grevesmühlen und aus dem benachbarten Schleswig-Holstein zu der unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Frank Meier stehenden Veranstaltung kommen. Anlässlich des „Erlebnistages Wandern“ 2017 in Mecklenburg-Vorpommern findet in diesem Jahr sogar eine der beiden Eröffnungsveranstaltungen am 8. Oktober zum Volkswandertag in Neukloster statt.

Volkswandern in Neukloster sehr beliebt

Die OZ hat sich jetzt umgeschaut und gefragt, wo Einheimische wandern. In Neukloster ist einer der Favoriten beim Volkswandertag die Strecke um den Neuklostersee, wie sie in jedem Jahr angeboten wird. Zwei weitere Routen und die Radwandertour würden von Jahr zu Jahr variieren. So geht es mal um den See mit einem Abstecher zur Fischtreppe in Neumühle über zwölf Kilometer oder für Anfänger ins Klaasbachtal über acht Kilometer. Richtige Wandervereine sind keine zu finden zwischen Wismar und Grevesmühlen. Dann schon eher Interessengruppen, wie die Wanderfreunde Bad Kleinen/Sternberg oder Sparten für Wanderfreunde und Radwanderer bei anderen Vereinen. Beispiele dafür liefern der Freizeitclub Grevesmühlen und der Kreihnsdörper Seniorenverein in der gleichen Stadt. Für dessen Rad- und Wandergruppe hat jetzt zwar die Radsaison begonnen, doch die Wege, die sie sich in der kalten Jahreszeit zu Fuß erwandern, sind auch im Frühjahr und im Sommer ihres Weges wert. Helga Westphal hat die Routen alle im Kopf. Die 72-Jährige, die die Gruppe seit knapp zehn Jahren anleitet, muss nicht lange überlegen und erklärt sofort, wo es langgeht, wenn das Ziel zum Beispiel Hamberge heißt.

Kreihnsdörper wandern

nach Hamberge

Treffpunkt sei dann in Neu Degtow. Auf dem Radweg parallel zur B 105 geht es bis zum Abzweig Richtung Hoikendorf und dann biegen die Wandersleute wieder links Richtung Hamberge ab. Im Ort angekommen, wird bei Kaffee und Kuchen eine Rast in der Pension Rabe eingelegt. Zurück nach Grevesmühlen wandern die Senioren dann Richtung Ortsmitte von Hamberge, verlassen die Dorfstraße am nächsten Abzweig nach links, wo sie den sich später gabelnden Weg dann Richtung Aussichtsplattform verlassen. Die ist immer gut für einen Weitblick bis zur Ostsee hin, bevor es von fast 100

Metern, die für den Iserberg dort ausgewiesen sind, hinunter nach Grevesmühlen geht. Eine Treppe mit Podesten erleichtert einen Teil des Abstiegs. Bald sind Ihlenpohl und dann der Ploggensee erreicht und damit der Schlusspunkt der Wanderung.

„Wir suchen uns immer eine Tour mit Rastmöglichkeit“, erklärt Helga Westphal die Wanderphilosophie beim Kreihnsdörper Seniorenverein. Das sei gar nicht so einfach bei den zwischen sechs und acht Kilometer langen Routen. „Wo gibt es denn in der Nähe noch eine Gaststätte?“, fragt die Seniorin auf der Suche nach einem Rastplatz für Pausen der zwischen Ende 60 bis Anfang 80 Jahre alten Mitstreiter, die sich jeden zweiten Montag im Monat nachmittags treffen. Die Winterwanderung im Januar von der Malzfabrik aus beschert den Leuten, die noch gut zu Fuß unterwegs sind, sogar einen Halt in freier Natur bei Schmalzstullen und Glühwein an einem Unterstand im Börzower Wald. „Das wird aber immer in Absprache mit dem Forstamtsleiter organisiert, und für Nachahmer empfiehlt Helga Westphal auch immer das vorherige Gespräch mit den Gaststättenbetreibern, schließlich seien sie beim Wandern manchmal mit knapp 30 Leuten im Anmarsch, mit Rädern seien sie maximal 25.

Wanderfreunde und -führer nehmen Gleichgesinnte mit

Die Wanderfreunde Bad Kleinen/Sternberg treffen sich immer am ersten Sonntag im Monat. Um die 20 Männer und Frauen, die sich als loser Interessenverbund verstehen und denen auch Friederike (73) und Wolf-Dieter Aust (75) aus Bad Kleinen angehören, stellen sich einen Jahreswanderkalender auf. Für jede Tour der zwischen 14/15 Kilometer langen Routen gibt es einen anderen Verantwortlichen. Die Wanderfreunde, deren Alter sich zwischen Mitte 50 und Mitte 80 bewegt, kommen auch aus Sternberg und Schwerin. „Junge Leute wandern nicht mehr“, erklärt Friederike Aust.

Eine Wanderroute empfehlen will sie nicht, lädt stattdessen neue Mitstreiter ein. Wegen der Pfingstfeiertage findet die nächste Tour am 11. Juni statt. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Gallentiner Chaussee in der Nähe des Bad Kleiner Bahnhofes, gewandert wird am Schweriner See. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr.

Dann gibt es da auch noch viele einzelne Naturfreunde, die andere anleiten. Eine von ihnen ist die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin Astrid Appel aus Hohenkirchen. Sie bietet vornehmlich Strandwanderungen an (www.ostsee-erlebnis-wanderungen.de). Eine zum Beispiel führt zwischen dem Campingplatz Liebeslaube und dem Campingplatz Beckerwitz entlang der Wohlenberger Wiek.

Vorschläge für Routen

Von Bad Kleinen aus kann man bis nach Hohen Viecheln oder Ventschow wandern. Hier kann man die Schwedenschanze, das Naturschutzgebiet Döpe , den Schweriner See und andere kleinere Seen bewundern.

Die Insel Poel kann man zwar wegen der Vogel- und Naturschutzgebiete nicht komplett an der Küste umrunden, allerdings kann man diese umgehen. Dabei bietet sich eine idyllische Landschaft mit Stränden und teilweise sogar Promenaden.

Bei Kalkhorst liegt der Lenorenwald . Dieser Wald bildet das größte zusammenhängende Waldstück im Klützer Winkel. Der Artenreichtum des Flora-Fauna-Habitats erstreckt sich über 5,5 km2 und schließt auch zwei nordamerikanische Mammutbäume ein.

Bei Brook liegt ein kostengünstiger Parkplatz. Mit einer Entfernung von rund 200 Metern zum Meer ist auch der parallel zur Küste verlaufende Wanderweg E9 leicht erreichbar, dem man in MV von Usedom bis zum Travemünder Priwall folgen kann. Der sogenannte Kolonnenweg bildet zwischen Boltenhagen und Lübeck den Streckenabschnitt des europäischen Fernwanderwegs E9, der von Portugal bis nach Estland verläuft. Dabei kann man die Natur des Klützer Winkels genießen, die teilweise nahezu unberührt wirkt.

Der Nord- und Südweg des Schlagsdorfer Grenzhus ist mit je 3,5 km nicht zu lang und gibt einen interessanten Einblick in die deutsche Geschichte. Auch die Natur des nahen Biosphärenreservats Schaalsee und der dort heimischen Nandus locken in die Richtung Schlagsdorf.

Von Zarrentin aus lässt sich das Biosphärenreservat am Schaalsee besonders gut erreichen. Das Schutzgebiet beherbergt eine Vielzahl heimischer Arten. Allerdings sind unter ihnen auch um die 250 südamerikanische Nandus.

Entlang des Burgsees in Gadebusch kann man Enten, Schwäne und andere Vogelarten beobachten. Neben dem Damen- und dem Herrenbrunnen findet man rund um den See und im nahen Wald den Bismarckstein und die Gadebuscher Waldbühne.

Von Rehna aus kann man dem Verlauf der Radegast folgen. So kommt man vorbei an Feldern und Wiesen und durchwandert kleine Wälder. Überwiegend wird das Umland landwirtschaftlich genutzt.

Wandern hat in MV eine lange Tradition:

Der „Stettiner Touristenklub“ war 1883 mit 14 Wanderfreunden Gründungsmitglied des Verbandes Deutscher Touristenvereine (heute Deutscher Wanderverband), 1896 hatte der Stettiner Buchheideverein 1218 Mitglieder. „Wandervögel“ gab es im Norden Deutschlands in den 20er Jahren, zu DDR-Zeiten waren Wanderer in Betriebssportgemeinschaften aktiv. Der erste 1990 in den neuen Bundesländern gegründete Landesverband war der Norddeutsche Wanderbund MV, der neue Landesverband der Wanderer (seit 2007) ist der Wanderverband MV.

Quelle: Wanderverband

Cornelia Roxin und Maximilian Schütz

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