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Paprika und Gurken für die Schulpause

Proseken Paprika und Gurken für die Schulpause

Ein Blick in die Brotdose verrät: Die Grundschüler in Proseken ernähren sich überwiegend gesund

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Marianne, Michel, Leonie und Timon (v. l.) aus der Grundschule in Proseken ließen sich von ihrem Lehrer Ronald Schuldt erklären, wie ein gesundes Pausenbrot aussieht.

Quelle: Fotos: Carolin Riemer

Proseken. Käse oder Nutella? Schokolade oder Gurke? Grundschullehrer Ronald Schuldt (33) sieht genau hin, wenn seine Zweitklässler ihre Brotdosen öffnen. „Mädchen essen gesünder als Jungen“, hat er festgestellt und kurzerhand mit seinen Kollegen den „Tag des gesunden Pausenbrotes“ organisiert – quasi, um den Erst- und Zweitklässlern die gesunde Ernährung schmackhaft zu machen.

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Ein Blick in die Brotdose verrät: Die Grundschüler in Proseken ernähren sich überwiegend gesund

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Da saßen sie nun, die kleinen Pausenbrot-Besitzer, und durften aus einem paprikaroten und gurkengrünen Büffet ihre liebsten Pausenbrote selbst kreieren. Spielerisch lernten sie, dass Vollkornbrot viel gesünder ist als Toastbrot.

Und während die Kinder aßen, erzählte Frieda (8), dass ihre Mama ihr meistens ein Brot mit Butter und ganz wenig Honig mit zur Schule gibt. „Eigentlich möchte ich lieber Frischkäse, aber das vergesse ich Mami immer zu sagen“, sagte sie leicht genervt von sich selbst. Dafür hat sie stets ganz viele Äpfel in der Brotbüchse, die sie mit ihrer Freundin Neele (8) teilt. „Stimmt“, sagte das Mädchen:

„Ich habe auch immer viele Möhren und Gurken dabei.“

Ronald Schuldt behielt Recht: Während die Mädchen in seiner Klasse freiwillig und gern Gemüse essen, steht bei den Jungen eher Nutella auf dem Speiseplan. „Und diejenigen, die gesund essen, trinken Wasser. Die, die sowieso viele Süßigkeiten mit zur Schule bringen, bevorzugen Eistee“, erzählte Schuldt. Das Projekt, das vom Lebensmittelhersteller Kerrygold mit einem Euro pro Schüler finanziert wurde, und für das sich die Schule im Internet bewarb, soll die Kinder an gesunde Nahrungsmittel heran führen. Nachweislich seien die Zensuren besser, wenn das Kind gesund frühstückt.

Demnach müsste die kleine Marianne Krüger eine Einserschülerin sein. Jeden Morgen schmiert ihre Mama zwei Pausenbrote. „Am Wandertag bekomme ich drei Stullen“, sagt die Siebenjährige. Am liebsten mag das Mädchen Putenbrust, Gurke und Paprika – ein vorbildlicher Geschmack. „Einen Schokoriegel gibt Mama mir aber auch jeden Tag mit“, fügt sie hinzu.

Ronald Schuldt ist mit seinen Schülern mittlerweile sehr zufrieden. „Am Anfang des Schuljahres hatten die Kinder noch mehr Süßigkeiten mit“, sagte er. Eines ist nach dem „Tag des gesunden Pausenbrotes“ sonnenklar geworden: Um das Frühstück kümmern sich die Mütter. Die Erklärungen der Kinder dafür sind plausibel. „Papa muss schon um fünf Uhr anfangen zu arbeiten“, sagte Neele. „Mein Papa ist Surflehrer und schläft noch wenn ich zur Schule muss“, verriet Frieda. Und wenn eines der Kinder mal die Brotdose vergisst, ist es auch stets die Mutter, die das Schulbrot bis in den Klassenraum hinterher trägt.

Carolin Riemer

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