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USA-Reisen: Häufiger niedrigere Hotelkategorie
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Berlin USA-Reisen: Häufiger niedrigere Hotelkategorie

Der starke Dollar macht USA-Reisen derzeit nicht gerade attraktiv. Doch das Land ist einzigartig - und deshalb wollen viele nicht auf Urlaub dort verzichten. Was aber passiert, wenn Donald Trump Präsident werden sollte?

Berlin. Die USA galten lange als Shoppingparadies. Wegen des günstigen Wechselkurses war Kleidung meist deutlich günstiger als in Deutschland zu bekommen. Für viele ist es damit vorbei: Der Dollar ist so stark wie lange nicht mehr.

Und das hat auch Einfluss auf USA-Reisen. Das berichten die deutschen Reiseveranstalter auf der Tourismusmesse IPW in New Orleans. „Es ist einfach nicht mehr dieser Shopping-Urlaub“, sagt Jörn Krausser von Dertour. Und auch in den Diners und Restaurants zwischen New York und Los Angeles sitzt das Geld der Urlauber nicht mehr so locker: „Der starke Dollar macht sich vor allem bei den Ausgaben vor Ort bemerkbar.“ 

Die Reiseveranstalter beobachten außerdem, dass die Gäste im Vergleich zum vergangenen Jahr häufiger eine niedrigere Hotelkategorie wählen. Tui-Produktmanager Robin Brückner formuliert es so: „Die guten Drei-Sterne-Hotels profitieren am meisten.“ 

Tatsächlich war die Preissteigerung für USA-Urlaub deutlich. FTI nennt ein Plus von 10 bis 15 Prozent. Dertour gibt 15 bis 18 Prozent an. Doch die meisten Veranstalter rechnen auch dieses Jahr mit einem Besucherplus. Denn der Preisschock war zwar erstmal hart, doch von USA-Reisen lassen sich die Deutschen nicht abhalten. „Mittlerweile haben sich die Leute an die Preise gewöhnt“, sagt Fabio Negro, bei FTI verantwortlich für Nordamerika. Tui ist in den USA nach Angaben Brückners um mehr als 50 Prozent gewachsen. Dertour-Manager Krausser spricht von einem „super USA-Jahr“, das gleiche berichtet FTI.

Die offiziellen Besucherzahlen, die jetzt auf dem IPW vorgestellt wurden, zeigen es: 2015 kamen 2,27 Millionen Deutsche in die USA, ein sattes Plus von zehn Prozent - und neuer Rekord. Vor allem die Klassiker sind beliebt: New York, Florida, Kalifornien. Daneben gibt es die Ziele der zweiten Reihe, die oft von den Flugverbindungen getrieben sind. Tui nennt etwa Texas, das von den Direktflügen der Lufthansa profitiert, und den Nordwesten. Diese Region hebt auch Dertour hervor: „In Seattle zum Beispiel haben jetzt alle Vermieter eine Camper-Station, die ganze Infrastruktur entwickelt sich dort deutlich. Dann läuft so eine Destination“, sagt Krausser. Auch beim Spezialisten America Unlimited wächst der Nordwesten.

Der starke Dollar ist gerade verdaut, da drohen den Veranstaltern bereits neue Gewitterwolken am Horizont: ein möglicher US-Präsident Donald Trump. Wird es einen negativen Trump-Effekt geben? „Die Frage bewegt einen natürlich“, gibt Brückner zu. Auf der anderen Seite sei es bisher immer egal gewesen, welcher Präsident an der Macht war: „Wir glauben nicht an signifikante Änderungen des Reiseverhaltens.“ Jörn Krausser glaubt auch nicht daran. Das ist natürlich auch etwas Zweckoptimismus. Manche äußern Bedenken nur, ohne namentlich genannt werden zu wollen. Der Vertreter eines großen deutschen Veranstalters sagt: „Ich glaube, es wird einen negativen Effekt haben.“

Was würde unter Trump aus dem Visa Waiver Programm, das auch Deutschen via Esta-Verfahren eine visumfreie Einreise ermöglicht? Werden die Sicherheitskontrollen für Besucher noch einmal erhöht? „Amerika ist keine Festung und sollte auch keine sein“, sagt der Geschäftsführer der U.S. Travel Association, Roger Dow. Ein indirektes, aber durchaus unmissverständliches Statement von einem der Top-Vertreter der US-Reiseindustrie. Deutsche Urlauber sind im Vergleich zu anderen Nationen allerdings eher weniger politisiert. Für sie zählt vor allem die Sicherheit. Und die USA gelten als sicher. Und so könnte der USA-Urlaub wohl auch Donald Trump verdauen - sofern dieser wirklich der mächtigste Mann der Welt werden sollte.

dpa/tmn

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