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Angst um Bade-Idylle an der Spandowerhagener Wiek

Spandowerhagen Angst um Bade-Idylle an der Spandowerhagener Wiek

Bericht über Polizeieinsatz im Naturschutzgebiet / Doch gilt hier Badeverbot?

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Ein traumhafter Strand mit einem ausgedehnten vorgelagerten Flachwasserbereich lockt an die Spandowerhagener Wiek.

Quelle: Fotos: Tom Schröter

Spandowerhagen. Der Badestrand am Rande der Freesendorfer Wiesen gleich hinter der Brücke über den Einlaufkanal des alten Kernkraftwerkes gilt unter den Spandowerhagenern als Geheimtipp. „Im Sommer wird dieser Strand von vielen Einwohnern zum Baden genutzt“, berichtet Holger Dinse, Bürgermeister der Gemeinde Kröslin. Doch ist das Badevergnügen am idyllischen Ufersaum der Spandowerhagener Wiek auch gesetzeskonform?

OZ-Bild

Bericht über Polizeieinsatz im Naturschutzgebiet / Doch gilt hier Badeverbot?

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Zumindest jener Spandowerhagener Einwohner, der in dieser Woche dem Krösliner Gemeinderat von einem unschönen Erlebnis berichtete, hat da seine Zweifel. Wie der Familienvater den verblüfften Abgeordneten erzählte, sei er, als er sich kürzlich an besagtem Strandabschnitt aufgehalten habe, von einer Polizeistreife überrascht worden. Die Beamten hätten ihn des Platzes verwiesen und ihn sogar bis nach Hause eskortiert. Nun harrt der Betreffende der Dinge, die da möglicherweise in Form eines Bußgeldbescheides auf ihn zukommen.

Die Freesendorfer Wiesen gehören zweifellos zum 1925 festgelegten Naturschutzgebiet (NSG) Peenemünder Haken, Struck und Ruden. Dies ist einer Übersichtskarte zu entnehmen, die der Verordnung über das NSG vom 10. Dezember 2008 beigefügt ist. Aus dieser Übersicht geht allerdings auch hervor, dass ein Landstreifen zwischen Ein- und Auslaufkanal als Geltungsbereich B des NSG deklariert ist. Anders als im Geltungsbereich A, der den weitaus größten Teil des Naturschutzgebietes ausmacht, zählt im Bereich B das Baden nicht zu den unter Paragraf 5 der Verordnung aufgezählten Verboten.

Für die Naherholung suchenden Einwohner und Gäste von Spandowerhagen wäre eine eindeutige Klärung der Angelegenheit schon von Interesse. Insofern dürfen der Ausgang des polizeilichen Eingreifens und daraus möglicherweise erwachsende Konsequenzen mit Spannung erwartet werden. Bürgermeister Dinse machte unterdessen noch auf ein weiteres Problem aufmerksam: In der warmen Jahreszeit weiden alljährlich Rinder auf den Freesendorfer Wiesen, mit denen man sich lieber nicht anlegen solle. Die Tiere kämen bis an den von den Badegästen so begehrten Strand heran.

Im Interesse seiner Einwohner regt Dinse daher an, einen Uferstreifen von der Koppel mittels Zaun abzutrennen, damit sich Mensch und Tier künftig nicht ins Gehege kommen. „Dies muss aber mit den Haltern der Tiere vorher abgeklärt werden“, so das Gemeindeoberhaupt.

Die Stiftung Naturschutz MV stuft den Zustand der Freesendorfer Wiesen und des Strucks als nur befriedigend ein. „Die ehemals guten Limikolen-Brutbestände der Salzwiesen sind infolge unzulänglicher Bewirtschaftung und gravierender Prädatoreneinflüsse drastisch gesunken“, heißt es auf der Homepage der Stiftung. „Der zeitweise gute Bestand des Seggenrohrsängers ging verloren.“ In allen Gebietsteilen hätten Störungen durch Erholungsaktivitäten deutlich zugenommen. Zur Sicherung der Bruthabitate der Wiesenbrüter seien eine extensive Beweidung des Salzgrünlandes sowie effektive Bestandsregulierungen der Raubsäuger notwendig.

Tom Schröter

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