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Angus-Rinder ausgebüxt

Wustrow Angus-Rinder ausgebüxt

Weide in Wustrow wurde offenbar mutwillig geöffnet. Die Tiere konnten aber wieder eingefangen werden.

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Die Weide auf dem Osterfeld in Wustrow wurde in der Nacht zu Dienstag geöffnet. Die kleine Herde soll ein weiteres wirtschaftliches Standbein für Frank Hartmann werden.

Quelle: Richter, Timo

Wustrow. Mit einer kleinen Überraschung beglückt Frank Hartmann jeden Tag seine kleine Rinderherde – mit einer Handvoll Schrot oder Kartoffeln. Am Tag der Deutschen Einheit hatten die acht Rinder und der eine Bulle eine Überraschung für den Landwirtschaftsmeister aus Wustrow (Vorpommern-Rügen) parat: Sie waren von der Weide auf dem Osterfeld auf eine nicht umzäunte Nachbarfläche ausgebüxt. Der Eingang zu der Weide war geöffnet worden, Möhren im Zugang sollten die Tiere von der Weide locken.

Dass die Isoliergriffe am stromführenden Zaun nicht unbeabsichtigt ausgehakt wurden, ist für Frank Hartmann klar. „Das kann unmöglich zufällig geschehen sei. Das kann auch nicht durch ein Tier gemacht worden sein.“ Die Griffe waren nämlich ordentlich zur Seite gelegt worden.

Zum Glück ist nichts passiert

Noch am frühen Dienstag konnte er die Tiere wieder einfangen und auf die Weide führen. Das ging relativ einfach: Denn wenn der Landwirt mit seinem Bulli vorfährt, werden die Tiere bereits hellhörig – und folgen dem Gefährt mit gewissem Sicherheitsabstand. So und mit dem Beistand von Reiturlaubern auf dem heimischen Gehöft wurde den versprengten Tieren rasch wieder die heimische Weide schmackhaft gemacht.

Zum Glück, sagt der Landwirt, ist in diesem Fall nichts passiert. Frank Hartmann hofft, dass jemand Beobachtungen gemacht hat und diese meldet. Noch am Morgen des Tages der Deutschen Einheit will eine Anliegerin die Tiere auf der Weide gesehen haben.

Nicht das erste Mal

Bereits im Frühjahr diesen Jahres war eine Weide nahe des Wustrower Friedhofs geöffnet worden. Damals stand allerdings nur ein Rind außerhalb des umzäunten Areals. Obwohl kein Schaden entstand, ist Frank Hartmann nach diesen Erlebnissen wachsam, will er doch eine kleine Mutterkuhherde aufbauen. Vornehmlich handelt es sich um Angus-Rinder.

Weiteres wirtschaftliches Standbein

Für den Landwirt ist die Viehhaltung keine Nebenbeschäftigung, sondern mit Blick in die Zukunft des familiengeführten Betriebs wirtschaftliche Notwendigkeit. Denn wenn es den Sohn nach Beendigung des dritten Lehrjahres zurück auf die heimische Scholle ziehe, muss laut Hartmann ein weiteres wirtschaftliches Standbein geschaffen werden, wenn der Betrieb vor den Toren Wustrows bald einmal zwei Familien ernähren soll.

Längst hat Frank Hartmann über die Einrichtung eines Hofladens nachgedacht. Denn das Fleisch der Angus-Rinder könne nicht wie Kartoffeln in Holzkästen angeboten werden.

Zumal es dabei täglich Schwund gebe, weil Menschen die Säcke mitnähmen, ohne zu bezahlen. Mehr als einmal hat der 51-Jährige darüber nachgedacht, diesen Vertriebsweg einzustellen. Doch dann kommt wieder ein guter Tag, an dem die Kasse stimmt und die Gedanken erst einmal verflogen sind. In Schleswig-Holstein, dort hat der Nachwuchs das zweite Lehrjahr in einem Milchviehbetrieb absolviert, sind Hofläden häufiger anzutreffen als hierzulande – wenigstens in Betrieben an Urlauberrouten.

Bei Steak-Liebhabern ist das Fleisch von Angus-Rindern sehr beliebt. In den USA gehört das Angus-Rind zu den häufigsten Fleischrinderrassen. Die Rasse wird seit etwa 1920 auch in Deutschland gehalten.

Timo Richter

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