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Ausgesetzter Hund bekommt 10 Welpen

Grevesmühlen/Gostorf Ausgesetzter Hund bekommt 10 Welpen

Doreen Kröplien nimmt Beagle aus Gostorf auf / Ein Welpe überlebt Strapazen nicht

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Ansonsten hätte die Hündin irgendwo ihre Welpen zur Welt gebracht und hätte es wohl nicht überlebt.Doreen Kröplien (31), Grevesmühlen

Grevesmühlen/Gostorf. Laut schmatzend saugen die Welpen an den Zitzen ihrer Hundemama. Der ist die Anstrengung deutlich anzusehen. Müde legt sie ihren Kopf auf die lilafarbene Decke in der Holzbox und lässt ihren Nachwuchs gewähren. Doreen Kröplien krault der Hündin den Rücken. Die 31-Jährige hat der Beagle-Dame und ihren Welpen das Leben gerettet.

OZ-Bild

Doreen Kröplien nimmt Beagle aus Gostorf auf / Ein Welpe überlebt Strapazen nicht

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Vier Wochen lang streunerte „Anni“ – den Namen hat Doreen Kröplien dem Hund gegeben – durch Gostorf. Eine Anwohnerin stellte eine Info über das herrenlose Tier ins Internet und brachte den Stein damit ins Rollen. Auch die OZ berichtete über den Hund, der vermutlich ausgesetzt worden war. Ein Fahrzeug mit auswärtigem Kennzeichen sei gesehen worden, hieß es. „Auf dem veröffentlichten Foto war schon zu erkennen, dass der Beagle trächtig ist“, sagt Doreen Kröplien. Für sie als Hundeliebhaberin und Vorsitzende des Vereins „Denia Dogs“, der sich um die Vermittlung spanischer Straßenhunde bemüht, sei es eine Selbstverständlichkeit gewesen, den Hund nicht sich selbst zu überlassen. Gemeinsam mit Susanne Ostwald aus Roxin, die sich ebenfalls in einem Tierschutzverein engagiert, machte sich Doreen Kröplien am vergangenen Donnerstag auf den Weg nach Gostorf. „Wir hatten eine Lebendfalle organisiert und diese mit Futter und einer Kamera bestückt, in der Hoffnung, dass die Hündin dort reingeht“, berichtet Doreen Kröplien. Der Vierbeiner schnüffelte an der Falle, betrat sie aber nicht. Stattdessen suchte „Anni“ auf einem Grundstück Schutz unter Wassertonnen. „Wir näherten uns, sie lief aber weg.“ Hoch trächtig, war die Beagle-Dame nicht sehr schnell und kam nur 200 Meter weit. „Auf der Wiese hatten wir sie eingeholt“, so Doreen Kröplien. Gemeinsam mit Susanne Ostwald kümmerte sie sich um das völlig entkräftete Tier. „Ich hatte mich entschlossen, die Hündin mit nach Hause zu nehmen.“ Einen Platz fand sie schließlich im Keller des Einfamilienhauses der Familie.

Glück für die Hündin, denn noch in der Nacht kamen die Welpen zur Welt. „Um drei Uhr begann sie zu bellen“, erinnert sich die Grevesmühlenerin. Augenblicke später war der erste Welpe da, um zehn Uhr der letzte. Einer hatte die Strapazen nicht überlebt. Blind und taub kuscheln sich die sieben Weibchen und zwei Männchen nun aneinander. Noch schlafen sie viel, jede Stunde suchen sie sich den Weg zu den Zitzen ihrer Hundemama. „Sie sind alle wohlauf, ich hoffe, dass die Kleinste es auch schafft.“ Die bringt nur 160 Gramm auf die Waage, der Größte 360 Gramm. „Anni“ geht es den Umständen entsprechend gut. Auf jeden Fall genießt sie sichtlich die Kartoffeln mit Kräuterquark und die Milch. Vier Wochen suchte sie sich in Gostorf zusammen, was sie an Essbarem finden konnte. „Unter anderem wurde sie an Komposthaufen gesehen, Einwohner haben ihr auch Katzenfutter gegeben“, erzählt Doreen Kröplien, die in zwei Wochen ihr zweites Kind erwartet. Und dann noch dieser Stress?

„Ansonsten hätte die Hündin irgendwo ihre Welpen zur Welt gebracht und sie hätten es vermutlich nicht überlebt“, begründet die werdende Mama. Ihre Tochter Tessa (3) sei hin und weg von den Welpen, hat sich mit ihnen fotografieren lassen, um das Bild in der Kita zu zeigen.

Mindestens zwölf Wochen sollen die Welpen noch im Hause Kröplien bleiben. „Bis sie gechipt sind und die letzte Impfung haben“, sagt Doreen Kröplien. Bis dahin kommen einige Kosten auf sie zu:

Futter, Impfungen, Pass, Chip. „Wenn jemand Futter oder Geld spenden möchte, nehme ich das gern“, sagt sie. Unterstützung gab es bereits. Unter anderem spendete ihr Bruder, der eine Holzbaufirma betreibt, die Welpenbox, andere brachten Futter vorbei.

Nach zwölf Wochen liebevoller Pflege sollen die Welpen und auch „Anni“ vermittelt werden. Nach dem Besitzer wird weiterhin gesucht. „Ein halbes Jahr hat er ein Anrecht darauf, den Hund und auch die Welpen zu sich zu holen“, weiß Doreen Kröplien, die mit ihrem mittlerweile zehnjährigen Engagement im Tierschutz viel Erfahrung mit ausgesetzten Hunden hat. „Ich hatte um die 50 Pflegehunde“, sagt sie. Die meisten von Spaniens Straßen. Erst Ende vergangener Woche hat sie wieder einen vermitteln können. Sie hat ebenfalls einen aufgenommen – „Maya“. „Der Tierarzt meinte damals, sie sei zwergwüchsig und würde nicht lange leben“, erinnert sie sich. In Deutschland gut versorgt wuchs die Hündin 30 Zentimeter und ist mittlerweile dreieinhalb Jahre alt.

Kontakt: info@denia-dogs.de

Jana Franke

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