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Das große Aufräumen nach dem Sturmhochwasser

Bernsteinbäder Das große Aufräumen nach dem Sturmhochwasser

Mehr als 600 000 Euro kostet die Säuberung der Usedomer Außenküste / Gemeinden hoffen auf 90 Prozent Landesförderung

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In Stubbenfelde hat der Bagger eher kleinere Stämme aufgegriffen, die meisten Bäume lagen am Zempiner Strand.

Quelle: Fotos: Angelika Gutsche

Bernsteinbäder. Bis sich an den Usedomer Ostseestränden wieder Urlauber in den weißen Sand legen können, ist noch viel Arbeit zu leisten. Das Sturmhochwasser Anfang Januar hat, wie berichtet, vor allem in der Inselmitte hohe Schäden angerichtet.

Der Inselnorden kam diesmal glimpflich davon. Zwischen Karlshagen und Trassenheide steht die Strandberäumung deshalb erst noch im Rahmen der Saisonvorbereitung bevor. Lediglich wo es in den vergangenen Tagen Veranstaltungen, wie das Eisbaden in Trassenheide oder die Strandkorb WM in Zinnowitz, gab, wurden die Strandabschnitte schon einmal grob für Besucher gesäubert.

In den Bernsteinbädern hingegen soll das große Aufräumen Ende Februar abgeschlossen sein. Zehn Männer des Kies- und Recyclingwerks sind derzeit noch zwischen Zempin bis an den Langenberg hinter Ückeritz mit schweren Maschinen unterwegs, um in großen Mengen entwurzelte Bäume, abgerissene Sträucher und loses Strandgut einzusammeln. „Die meiste Arbeit war in Zempin zu leisten. Hier haben unsere Männer mehr als 3000 Tonnen Bäume, Stubben und Beton abgefahren“, sagt Ulf Ehlert, Geschäftsführer des Kies- und Recyclingwerks.

Neben den durch das Sturmhochwasser entwurzelten Bäumen wurden auch solche aus dem Küstenbereich entfernt, deren Standfestigkeit nicht mehr gegeben war – allein in Zempin fehlen jetzt 316 Bäume.

„Was an den Stränden eingesammelt wurde, wird jetzt nach und nach im Recyclewerk aufgearbeitet und zu den jeweiligen Entsorgern gefahren“, sagt Ehlert, dessen Mitarbeiter auch die Strandaufgänge der Bernsteinbäder neu angeschoben haben.

So richtig fertig ist sein Unternehmen mit diesem Auftrag allerdings auch Ende Februar noch nicht vollständig. „Sobald der Frost aus dem Boden ist, werden wir den Strand nochmal komplett durchharken.

Ich bin gespannt, was da noch alles zum Vorschein kommt“, sagt Ehlert.

Alles in allem hat Usedoms Südamt die Kosten der Aufräumaktion in den Bernsteinbädern auf rund 350 000 Euro geschätzt. „Wir hoffen, dass das Wirtschaftsministerium, wie angekündigt, 90 Prozent der Gesamtkosten trägt“, sagt Verwaltungschef René Bergmann.

Dass diese Absichtsbekundung kein leeres Wahlversprechen war, hofft auch Thomas Heilmann, Tourismusdirektor der Kaiserbäder. Auch in Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin wurde bereits kräftig aufgeräumt.

Allerdings hat hier kein privates Unternehmen, sondern der Gemeindebauhof die Arbeiten erledigt. Laut Heilmann hat die Gemeinde für diese Leistungen rund 244000 Euro vorfinanziert. Das Geld wurde unter anderem für die Strandberäumung zwischen dem Langenberg und der Grenze zu Swinemünde, für die Unterfütterung der befestigten Strandabgänge und die Reparaturkosten an der Ahlbecker Seebrücke ausgegeben.

Heilmann hofft, dass die nach seiner Ansicht großzügige Förderung auch für die Neuanbringung der Dünenfußabtrennung gilt. „Ansonsten weiß ich nicht, wie wir den Gästen im Sommer erklären sollen, dass die Dünen nicht betreten werden dürfen. Schließlich brauchen wir die Dünen zum Küstenschutz. Deshalb bewerte ich die Entfernung durch das Stalu – Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt (d.Red.) – als kontraproduktiv“, so Heilmann.

Siehe auch Beitrag Seite 14

Angelika Gutsche

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