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„Hunde sind meist unterbeschäftigt“

Dorf Mecklenburg „Hunde sind meist unterbeschäftigt“

Hundeprofi Martin Rütter löst sein Versprechen ein und schickt Trainer Sven Kunkel ins Tierheim Dorf Mecklenburg.

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Sven Kunkel (l.), Trainer der Hundeschule „Martin Rütter Dogs“, und Tierheimmitarbeiter Carsten Gums mit der Deutsch-Kurzhaar-Mix-Hündin Stella. Sie wurde schon dreimal zurückgebracht.

Quelle: Sylvia Kartheuser

Dorf Mecklenburg. Sven Kunkel steht zwischen den Hundezwingern im Tierheim in Dorf Mecklenburg. Ihm gegenüber tobt Stella, eine etwa sechsjährige Deutsch- Kurzhaar-Mix-Hündin, laut bellend durch ihren Zwinger. Im Rücken von Sven Kunkel tut es Caracho, ein ebenfalls etwa sechs Jahre alter Pointer-Mischling, der Hündin nach. Die beiden gelten als Problemhunde, landeten trotz mehrerer Vermittlungen immer wieder im Heim. Ihr Problem: sie beißen.

Sven Kunkel aus Renzow vor den Toren Schwerins ist gekommen, um sich die beiden Härtefälle anzuschauen, Tipps zu geben. Er ist Hundetrainer und Teil des Netzwerks des aus dem Fernsehen bekannten Hundeprofis Martin Rütter. Mit dem Besuch gestern in Dorf Mecklenburg löst Rütter das Versprechen ein, das er bei den Gamehler Gesprächen gegeben hatte: Seine Gage in Erziehungsstunden umzurechnen und Sven Kunkel ins Tierheim zu schicken.

Carsten Gums kennt Stella und Caracho – und bei dem Tierheimmitarbeiter verhalten sich die Hunde nahezu vorbildlich. „Das ändert sich, sobald Fremde kommen“, berichtet der 44-Jährige. Und er erzählt, Stella habe bei zwei Frauen gelebt, die dem Tier keine Beschäftigung geboten hätten. Es sei ständig in der Wohnung gehalten worden. „Und das bei einem Jagdhund“, sagt Carsten Gums und schüttelt den Kopf.

Sven Kunkel stimmt ihm zu. „Heutzutage wird vergessen, dass Hunde Arbeitstiere sind, und wenn sie keine Arbeit bekommen, suchen sie sich welche – selten zur Freude ihrer Menschen“, erklärt der Hundetrainer. Zunächst einmal gelte es, herauszufinden, warum Stella und Caracho beißen. Stecken dahinter territoriale, jagdliche, soziale oder sexuelle Gründe. „Um das herauszufinden, hätte ich die Hunde gern einmal bei mir auf dem Trainingsgelände, in einer für sie fremden Umgebung“, sagt Sven Kunkel. Den Anfang würde er gern mit Stella machen, die er als unsicher und territorial einschätzt. Außerdem ist er bereit, mit ernsthaften Interessenten kostenlos mit Stella oder Caracho zu trainieren.

Eine ungewohnte Erfahrung macht Stella schon an diesem mit dem Hundetrainer: Sie muss ihre Nase einsetzen. Auf Anweisung von Sven Kunkel wirft Carsten Gums Leckerli durch die Gegend und Stella muss sie suchen. Wirklich interessiert scheint der Jagdhundmischling nicht zu sein. „Sie kann sich nicht vorstellen, mit Menschen Spaß zu haben“, erklärt der Hundetrainer. Das werde sich mit der Zeit ändern, ist er sicher. Außerdem sei die Nasenarbeit für den Hund anstrengend. „Weil viele Hunde verlernt haben, die Nase einzusetzen.“

Sylvia Kartheuser

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