Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 2 ° Sprühregen

Navigation:
Kindergarten ohne Dach und Wände: Die Natur als Spielplatz

Bad Doberan Kindergarten ohne Dach und Wände: Die Natur als Spielplatz

Tag der offenen Tür im Waldkindergarten Nawaki in Bad Doberan

Voriger Artikel
Die Vernachlässigte Ameise ist nicht zu stoppen
Nächster Artikel
Sportgeräte für Ostseebad

Emil klettert gerne. Im Natur- und Waldkindergarten gefällt es dem Fünfjährigen gut.

Quelle: Fotos: Anja Levien

Bad Doberan. Beete und Hochbeete, ein Tipi, eine Aussichtsplattform, ein Naschberg mit verschiedenen Beeren und ein Kräuterhügel finden sich unter anderem auf dem Gelände des Natur- und Waldkindergartens Nawaki in Bad Doberan. Seit Eröffnung vor knapp eineinhalb Jahren hat sich auf dem Außengelände einiges getan. „Es hat sich super entwickelt“, sagt Sylvie Lebeda-Kreiner vom Vorstand des Vereins Waldkinder Bad Doberan, der den Kindergarten betreibt. Zum ersten Tag der offenen Tür waren gestern einige Eltern gekommen, um sich über Angebot und Konzept zu informieren. 15 Kinder zwischen drei bis sechs Jahren werden hier derzeit von zwei Erzieherinnen betreut. Eine dritte Kraft werde gesucht. Die Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren sind jeden Tag draußen im Kellerswald, auf der Wiese, vorm Naturwagen – egal bei welchem Wetter. Bei Bedarf bietet ein umgebauter Zirkuswagen – der Naturwagen – Schutz.

OZ-Bild

Tag der offenen Tür im Waldkindergarten Nawaki in Bad Doberan

Zur Bildergalerie

„Die Nachfrage ist groß. Nicht alle, die sich interessieren, werden im nächsten Jahr einen Platz bekommen“, sagt Madlen Luca vom Vereinsvorstand. Rimbert Schickling möchte seinen Sohn Johnny im Waldkindergarten betreuen lassen. „Es ist wichtig, dass er als Person mit seinen Eigenheiten wahrgenommen wird und die Möglichkeit hat, seins zu machen – ohne Setzkasten, der von Zeiten geprägt ist“, sagt der Bad Doberaner. Individualität sei ihm wichtig und die Natur. Das alles habe er im Natur- und Waldkindergarten gefunden. Auch Anika und Karl Timm interessieren sich für die Betreuung. Ihre Tochter Emilia ist jetzt drei Jahre alt. „Der Betreuungsschlüssel ist interessant“, sagt Karl Timm. Ihm gefalle es, dass die Kinder hier Entschleunigung und Ruhe in der Natur finden, in einer immer schneller werdenden Zeit. Das heiße nicht, dass die Kinder entfernt von Technologie aufwachsen sollten, aber sie sollten die Natur schätzen, wie genial diese funktioniere.

Der Tag im Natur- und Waldkindergarten beginne um 8.30 Uhr mit dem Morgenkreis, erläutert Sylvie Lebeda-Kreiner. Hier werde geschaut, wer da ist und was es zu besprechen gibt. Meist gehen die Kinder dann in den Kellerswald. Dort haben sie den Plätzen Namen gegeben – von Eichhörnchenplatz bis Erschrecker-Schlucht. „Wir erschrecken da die, die trödeln“, erzählt Emil. Der Fünfjährige ist seit Anfang an dabei. Ihm gefalle es im Waldkindergarten. „Am liebsten mag ich klettern“, sagt er. Jedes Kind habe einen Indianernamen, erzählt er: „Ich bin der, der so gut klettern kann.“

Für die nächsten Jahre wünscht sich der Verein, die Räume so zu erweitern, dass es keiner Schutzunterkunft in der Stadt mehr bedürfe. Denn wenn es eine extreme Sturmwarnung gebe oder wochenlang harte Minustemperaturen herrschten, dann gewähre das Prinzenpalais den Kindern und Erziehern Unterschlupf, sagt Madlen Luca.

Anja Levien

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Neuheide

Ausstellung in der Naturschatz-Kammer Neuheide läuft bis 15. Oktober

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Tier und Natur