Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Klimawandel macht Rostocks Bäume krank

Gartenstadt Klimawandel macht Rostocks Bäume krank

Tag des Baumes: Umweltsenator Matthäus pflanzt Fichte im Zoo

Voriger Artikel
Wasserfest beginnt im Quellental
Nächster Artikel
Auf Pirsch durch die Stadt

Jörg Harmuth (v.l.), Umweltsenator Holger Matthäus, Ute Fischer-Gäde und Antje Zimmermann pflanzen im Zoo den Baum des Jahres.

Quelle: Foto: L. Kenzler

Gartenstadt. „Rostock ist eine der fünf waldreichsten Städte Deutschlands. Über 100000 Stadtbäume prägen das Stadtbild“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Doch das Grün ist in Gefahr: Krankheiten und Pilzbefall sind für Stadtbäume ein Risiko. Parkplätze und Abgase verschärfen das Problem. Besonders kritisch ist die Lage, so Matthäus, im Hansaviertel, der KTV, der Steintorvorstadt und in Warnemünde. Der Umgang mit alten Bäumen sei ein Thema, das viele Bürger nicht loslasse. Das Rathaus will das Grün nun stärker schützen.

OZ-Bild

Tag des Baumes: Umweltsenator Matthäus pflanzt Fichte im Zoo

Zur Bildergalerie

„Das Stadtklima hat sich insbesondere in den letzten zehn Jahren stark verändert. Daran müssen sich auch die Bäume anpassen“, sagt Ute Fischer-Gäde. Sie leitet das Amt für Stadtgrün und betont, dass die Entscheidung, einen Baum zu fällen, immer schwerwiegend sei. „Die Krankheiten der Bäume machen uns besonders zu schaffen“, sagt Fischer-Gäde. Der Fokus liege vermehrt auf Bäumen, die an das Stadtklima angepasst seien, starke Schwankungen ertragen und Trockenheit überdauern können. „Streusalz ist zum Beispiel immer Stress für die Bäume“, erläutert die Amtsleiterin. Dass sich die Bürger sehr für den Fortbestand der Stadtbäume interessieren, sei an den viel genutzten Sprechstunden des Stadtamtes erkennbar. Sobald ein Baum ein Kreuz habe, steige die Besorgnis der Bürger. Das Kreuz sei nicht immer ein sicheres Zeichen einer geplanten Fällung. „Oft werden diese Bäume nur beschnitten“, erklärt Fischer-Gäde. Im Baumbericht des Jahres der Hansestadt steht genau, wie viele Bäume gefällt und wie viele nachgepflanzt wurden. Außerdem gibt die Baumschutzsatzung genaue Richtlinien zum Umgang mit Bäumen vor.

Forstamt, Umweltsenator, Zoo und das Amt für Stadtgrün sind sich einig: „Eine Stadt ohne Bäume ist nicht lebenswert“, fasst Fischer-Gäde den Konsens zusammen. Rostock brauche Bäume, um die Lebensqualität zu sichern. Und deshalb setzte die Stadt gestern auch gleich ein Zeichen – ein kleines zumindest: Matthäus pflanzte gemeinsam mit Forstamtsleiter Jörg Harmuth, Fischer-Gäde und Kuratorin Antje Zimmermann eine Fichte aus der Rostocker Heide. Die wird nun in der Nähe des zukünftigen Polariums Wurzeln schlagen. Die Fichte ist übrigens Baum des Jahres 2017.

„Auf den ersten Blick ist die Fichte vielleicht kein besonderer Baum, sie hat aber eine lange und bedeutsame Tradition“, erklärt Matthäus die Baumpflanzaktion. Nicht nur, dass der älteste Baum der Welt eine Fichte sei, auch wurden viele gerodete Wälder in Deutschland mit diesem Nadelbaum aufgeholzt. So besteht auch die Rostocker Heide zu großen Teilen aus Fichten. Eine davon hat das Stadtforstamt zum Ehrentag des Baumes für die Pflanzaktion gespendet. „Diese Pflanze wäre sonst wohl ein Weihnachtsbaum geworden“, sagt Forstamtsleiter Harmuth.

Am Tag des Baumes begleite er auch viele Aktionen in Kindergärten und Schulen. „Die Kleinen sind begeistert und helfen gern dabei, Bäume zu pflanzen. Diese Arbeit ist wichtig, denn die Kinder haben auch die Zukunft unserer Natur in der Hand“, erklärt Harmuth. Er nennt die Rostocker Heide den „Wald der Bürger“. „Die Einwohner haben die Entscheidungsmacht über das, was aus der Heide wird.“

Baum des Jahres

Der Baum des Jahres wird in Deutschland jedes Jahr im Oktober für das darauffolgende Jahr bestimmt. Verantwortlich dafür ist die „Baum des Jahres – Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung“ (vormals „Menschen für Bäume“) und durch deren Fachbeirat, das „Kuratorium Baum des Jahres“ (KBJ).

Dieses Kuratorium wurde 1991 vom Gründer und Vorsitzenden des seit 1972 bestehenden Umweltschutzvereins Wahlstedt in Schleswig-Holstein, Silvius Wodarz, ins Leben gerufen. Ab 1989 hat der Verein einen Baum des Jahres ausgerufen, seit 1991 mit dem Kuratorium.

Lea-Marie Kenzler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Im globalen Vergleich
Weniger als hundert verschiedene Baumarten wachsen hierzulande. Das ist wenig im Vergleich zu der Baumvielfalt, die es auf der Welt gibt.

Über 60 000 bekannte Baumarten gibt es rund um den Globus. In Deutschland ist die Situation hingegen eher übersichtlich.

mehr
Mehr aus Tier und Natur