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Mit schwerer Technik im Kiefernwald

Neuendorf Mit schwerer Technik im Kiefernwald

Forstarbeiten im Bereich Neuendorf / Revierförster wünscht sich mehr Engagement von Waldbesitzern

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Fachsimpeln im Wald: Revierförster Axel Schiebe (l.) und Maik Wiche.

Neuendorf. Die Bäume werden abgeknickt wie Streichhölzer. Was so leicht aussieht, ist Technik vom Feinsten. Drei Computer sind im Harvester von Maik Wiche verbaut, damit der 210 PS starke Koloss mit dem zehn Meter langen Kranarm und dem Harvesteraggregat mit Schneidwerk im Wald die Bäume fällen, entasten, ablängen und ablegen kann. „Die Kunst ist, keine anderen Bäume dabei zu zerstören“, sagt der Lühmannsdorfer, der mit seiner roten Waldmaschine wirklich den anderen Bäumen keine Nadel krümmt. Seine Maschine kann Bäume mit einem Durchmesser von maximal 60 Zentimetern flachlegen.

 

OZ-Bild

Der Harvester rollt über den Waldboden und knickt mit seinem zehn Meter langen Kranarm Kiefer für Kiefer um. Dank modernster Technik wird der Stamm noch an Ort und Stelle entastet.

Quelle: Fotos: Henrik Nitzsche

Wiche ist mit seinem Harvester im Bereich Trassenmoor im Einsatz. „Im Revier Neuendorf lassen wir gegenwärtig einen knapp drei Hektar großen Bereich durchforsten“, sagt der Trassenheider Revierförster Axel Schiebe. Auf der Fläche fallen etwa 20 Prozent der Kiefern. „Das nennt man Standraumregulierung für den Kiefernbestand. Die Schlechten kommen raus, die Guten bleiben“, sagt Schiebe, der sich in einem Privatwald bewegt. Eigentümer von Waldflächen hat er in seinem Revier genug. Der Förster schätzt, dass es rund 200 Waldbesitzer in dem etwa 2000 Hektar großen Revier sind.

„Einige kümmern sich um ihr Eigentum, Viele tun es aber nicht. Ich finde es schade, dass private Waldbesitzer zu wenig Interesse daran haben, ihren Grund und Boden zu bewirtschaften. Mit wenig Aufwand kann man da Geld verdienen“, so der Revierförster. Was allerdings in seinem Revier gut funktioniere, ist das Schlagen von Brennholz.

Regelmäßig animieren Schiebe mit seine Kollegen vom Forstamt private Waldbesitzer, aktiv zu werden. „Das fängt damit an, dass wir einfach mal auf der Parzelle eine Begehung machen. Die Beratung gibt es kostenlos“, betont Schiebe, der auch auf Fördermöglichkeiten verweist. Die Grundstücksgrößen variieren in seinem Revier zwischen 100 Quadratmetern und knapp drei Hektar. „Die meisten haben ihren Wald in Folge der Bodenreform bekommen, bei anderen ist es Altbesitz, der oftmals schon vererbt wurde.“ Erst jüngst fand gerade wieder eine Waldbesitzerversammlung statt.

Noch in diesem Monat muss die Säge in seinem Revier erneut angesetzt werden, denn vor allem Eschen sind auf einer Fläche von rund fünf Hektar vom „großen Eschentriebsterben“ betroffen. „70 Prozent der fast 100 Jahre alten Bäume auf der Fläche sind bereits umgekippt. Das Problem ist, dass ein Pilz die Wurzel der Esche befällt und somit die Standsicherheit nicht mehr gegeben ist“, sagt der Forstmann. Vom Fäulegrad hängt dann ab, wie das Holz verkauft werden kann. „Zumeist ist es dann nur noch minderwertiges Holz.“ Auf der Fläche ist eine Wiederaufforstung geplant – mit Roterlen.

Henrik Nitzsche

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