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Müllsammler räumen im Nationalpark auf

Zingst Müllsammler räumen im Nationalpark auf

Ungewöhnliche Funde haben am Wochenende die freiwilligen Helfer einer Reinigungsaktion auf dem Ostzingst gemacht. Außer viel Plastik gingen den Sammlern auch Gummibärchen ins Netz. Jeder Aufenthaltsort, so die Erkenntnis der Helfer, hat eine ganz individuelle Abfall-Charakteristik.

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Tom Sievert (li.) und Sebastian Berndt waren am Wochenende auf Müllsammeltour auf dem Ostzingst unterwegs.

Quelle: Foto: Susanne Retzlaff

Zingst. „Nein, die Veranstaltung fällt nicht ins Wasser“, sagt Revierleiter Sebastian Berndt zur Begrüßung. Klar, Müllsammeln und Schietwetter passen optimal zusammen. Nicht einmal Berndts Hund musste vor die Autotür, doch eine Handvoll Freiwillige ließ sich vom kalten Wind und Dauerregen am Samstagmorgen nicht von der Teilnahme am schon traditionellen Frühjahrsputz im Nationalpark abhalten. Einen schicken Nationalpark-Pin gab es als Dankeschön.

Doreen Hempel aus Zingst war mit ihrem Sohn Simon gekommen, weil der Sechsjährige bereits in der Kita begeistert die Natur schützt, beide waren „Ersttäter“ wie Tom Sievert, Vertreter der Zingster Kur- und Tourismus GmbH: „Ich mache das gern und bin gespannt, was wir finden.“

Bewaffnet mit Greifer, Müllbeutel und Handschuhen starteten die Nationalparkmitarbeiter Stefan Beese und Kathleen Genz mit Uwe Siegert, Jäger aus Prerow, ihre Pirsch auf dem Parkplatz Sundische Wiese, um sich von dort über Dreiländereck und Feuerstellung an den Strand vorzuarbeiten. „Das ist ja mein Revier, das ich säubere“, freute sich Siegert auf Trophäen der anderen Art. Sebastian Berndt chauffierte Sievert und die beiden Hempels Richtung Osten. Bereits beim ersten Stopp an der Radwanderstation ist er ganz in seinem Element. „Ich hab was!“, ruft der Sechsjährige, mit Mamas Hilfe wandert ein großes Stück Plastikfolie aus dem Bach in den Müllbeutel. Auch Tom Sievert hat etwas Spannendes gefunden und beweist feinmotorisches Geschick als er das entlaufene Gummibärchen mit dem Greifer aufhob. Natürlich weiß Simon, wie mit Gummibärchen im Nationalpark zu verfahren ist: „Mit dem Taschentuch packen, einwickeln und in den nächsten Mülleimer werfen.“ Im Nationalpark gibt es keine. „Mülleimer ziehen den Müll magisch an, außerdem werden sie von Wildtieren durchwühlt“, erklärt Berndt.

Je der Platz hat ein eigenes Müllprofil. Während der Pramort von Zigarettenkippen und Bonbonpapier dominiert wird, finden sich an der Kleinen Hütte andere Hinterlassenschaften. Auch an der Hohen Düne dürfte noch mancher Gast in „Not“ gewesen sein, dort häufen sich auch die Schnapsfläschchen. Der meiste Müll fand sich am einzigen Mülleimer im Park am Dreiländereck.

Susanne Retzlaff

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