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Neue Frisur für den geliebten Vierbeiner

Sassnitz Neue Frisur für den geliebten Vierbeiner

Waschen, Föhnen, Schneiden: Simone Koppe verschönert in ihrem Salon „Mopsagil“ in Sassnitz die tierischen Lieblinge

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Mit viel Fingerspitzengefühl schneidet Simone Koppe Adele das Fell.

Quelle: Ann-Christin Schneider

Sassnitz. Mit einem kräftigen Schütteln erklärt Bichon frisé Adele das Bad für beendet. Das Fell der kleinen, zweijährigen Hündin, das sich sonst in kleinen Locken an ihren Körper schmiegt, hängt nun klatschnass herunter. „Nachdem wir den Schmutz entfernt und ein pflegendes Shampoo verwendet haben, geht es jetzt an den Schnitt“, erklärt Hundefrisörin Simone Koppe und trägt Adele von der Wanne auf den Frisiertisch.

Adele ist Stammgast im Hundesalon „Mopsagil“ in Sassnitz. Seit sie ein Welpe ist, bringt Ilona Giese den Hunde etwa alle sechs Wochen in den Laden. „Ich kümmere mich ein bisschen um das Tier“, sagt sie. Eigentlich gehöre Adele einem zehnjährigen Mädchen. „Das will vor allem mit ihr kuscheln.“ Zum Hundefrisör gehen sie, vor allem wegen Adeles Befinden: „Wenn sich der Hund wohlfühlt, dann geht es uns auch gleich viel besser.“

Enorme Nachfrage: Etwa 500 Kunden in der Kartei

Ob Neufundländer oder Chihuahua – alle Hunderassen sind in dem Salon in der Hauptstraße willkommen. Waschen, schneiden und Krallenpflege übernimmt Simone Koppe. Dafür hat sie vor fünf Jahren eine vierwöchige Fortbildung in Wien absolviert. „Die Nachfrage ist enorm groß“, betont die 52-Jährige, die ursprünglich aus Berlin stammt. „Am Tag kümmere ich mich etwa um vier bis fünf Hunde.“ Etwa 500 Tiere hat sie aktuell in ihrer Kartei – vom Stammkunden bis Hundebesitzer, der nur im vergangenen Urlaub vorbeigeschaut hat, ist da alles dabei.

Doch bevor das Fell von Adele gekürzt werden kann, kommt der Föhn zum Einsatz. „Beim Trocknen kämme ich gleich verfilzte Stellen heraus und schaue, ob sich Parasiten im Fell verstecken“, beschreibt die Hundefrisörin die nächsten Schritte. Der Krach des Föhns gefällt dem Bichon gar nicht. Er versucht vor dem Luftstrahl zu fliehen, legt sich immer vor Aufregung hin. Die Buschvitzerin weiß, dass das Zupfen und Zwicken durch die Metallbürsten zusätzlich für Stress sorgen und geht deswegen ganz behutsam vor, lässt Adele immer wieder Pausen.

Vertrauen zwischen Hund und Frisör ist wichtig

Vom Benutzen des Galgens, einer Vorrichtung über dem Tisch, an dem die Hunde angebunden werden können, hält die Hundefrisörin wenig. „Es geht dabei auch um Vertrauen und wenn der Hund eben nervös ist, machen wir alles etwas langsamer, um das Verletzungsrisiko nicht zu erhöhen. Schließlich sind die Scheren scharf.“

2013 eröffnete die Hundebesitzerin gemeinsam mit Partner Wolfgang den Sassnitzer Laden. Als Namensgeber diente ihr Mops Lola. Simone Koppe ist Quereinsteigerin und eigentlich ausgebildete Physiotherapeutin. „Ich wollte aber mein Hobby zum Beruf machen. Hunde sind einfach mein Ding.“ Viel Zeit und Geld investierte sie deswegen in ihre Ausbildung und in den Laden, wo neben dem Verwöhnprogramm für die Vierbeiner auch weiteres Tierzubehör angeboten wird.

Simone Koppe lernt nie aus - und springt nicht auf jeden Trend auf

Damit die dreifache Mutter auch in ihrer Freizeit ihre Fähigkeiten an den verschiedenen Fellstrukturen üben kann, zählt seit ihrer Ausbildung auch ein Border-Terrier und ein Königspudel zu ihrer Familie. Regelmäßig bildet sie sich noch immer weiter. „Ständig werden neue Rassen gezüchtet. Heute gibt es schon mehr als Tausend – da kann man nicht aus dem Stegreif mit allen umgehen“, erklärt sie.

Leise surrt die Maschine über Adeles Fell, und runter fallen viele Haare. Auf dem Tisch, unter dem Tisch – überall liegen die schneeweißen Löckchen. Im Hintergrund spielt leise Entspannungsmusik. Danach greift die Hundefrisörin zur Schere. „An sich orientiere ich mich immer an dem FCI-Standard, aber der Kundenwunsch geht natürlich vor“, sagt die 52-Jährige. FCI ist die Abkürzung für den kynologischen Dachverband in Belgien, der unter anderem Rassestandards für Hunde vorgibt. Frisuren für Show-Hunde, sagt die einstige Berlinerin, macht sie nicht. Auch ist sie gegen das Lackieren von Krallen oder dem Fellfärben. „Danach wird zwar schon mal gefragt, aber das sind alberne Trends. Ein Hund ist keine Puppe.“

Nach etwa zwei Stunden ist der kleine Bichon fertig. Endlich. In den letzten Zügen ist Adele so allmählich die Lust ausgegangen. Noch einmal schütteln und dann läuft die Hündin mit wedelndem Schwänzchen auf Ilona Giese zu. „Mensch, wie schön du wieder aussiehst“, bestaunt sie die Arbeit. Jünger, aufgeweckter und sportlicher wirkt Adele, als sie den Laden verlässt. Simone Koppe freut das Lob und stürzt sich gleich wieder in die Arbeit. Denn der nächste Kunde, ein Shih Tzu namens Nicki, wartet schon.

Ann-Christin Schneider

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