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Stralsunder Tierheim jetzt in Pink

Stralsund Stralsunder Tierheim jetzt in Pink

Nach einem Einbruch erlebte die Einrichtung in Andershof Ausbau eine große Spendenwelle

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Tierheim-Chefin Kathrin Scheurich (l.) und die Vorstandsvorsitzende des Tierschutzvereins, Anke Ernst, mit Podenco Denis und der französischen Bulldogge Tainy in einem der neuen Räume – ganz in Pink.

Quelle: Foto: Marlies Walther

Stralsund. Jetzt wird’s pink: Das Hauptgebäude des Stralsunder Tierheims wird zurzeit saniert. Neben dem Quarantäne-Raum werden auch die Sanitäranlagen sowie die Tierunterkünfte erneuert. Und die erhalten tatsächlich pinke Fußböden. „Grau kann jeder“, sagt die Leiterin des Tierheims, Kathrin Scheurich, lachend.

Bei den Bauleuten hatte die Chefin mit ihrer Frage zum Fußbodenbelag erst mal für Verblüffung gesorgt. „Gibt’s den auch in Pink? Und mit Glitzer?“, wollte sie wissen. Ja, gibt’s. Der strapazierfähige Belag, der die alten Fliesen ersetzt, hat nun tatsächlich ihre Lieblingsfarbe. Und die Wände wurden von ihr mit weißen Tierpfoten verziert. So strahlen die Räume Fröhlichkeit aus. Gut für manches Hundeleben, dass eher Düsternis erlebt hat. 45000 Euro kostet die Baumaßnahme, die zu 90 Prozent vom Land finanziert wird und in diesem Jahr abgeschlossen werden soll.

In den vergangenen Wochen hat das Tierheim eine überwältigende Welle der Hilfsbereitschaft erlebt, nachdem die Einrichtung zuvor Mitte September von Einbrechern heimgesucht worden war. Die Diebe hatten unter anderem einen Laptop und den Autoschlüssel des Dienstwagens gestohlen und Verwüstungen angerichtet.

„Seitdem haben wir sehr viel Zuspruch erhalten. Das ist einfach der Hammer“, sagt die Vorsitzende des Stralsunder Tierschutzvereins, Anke Ernst. „Die vielen Aktionen und Einzelspenden haben uns sehr berührt“, fügt Kathrin Scheurich an. „Und deshalb wollen wir uns bei allen, die uns so großartig unterstützt haben, ganz herzlich bedanken. Wir haben viele emotionale Momente erlebt. Das war sehr ergreifend“, so die Vereinsvorsitzende. Besonders hat die Tierheimmitarbeiter die Hilfe von Schülern der IGS Grünthal und der Regionalschule Niepars gefreut. „Da hatten wir einen richtigen Kloß im Hals, als wir den gebastelten Scheck überreicht bekamen“, sagt Anke Ernst. Lara, Stine, Nele, Celina, Franzi, Klara und Emilia aus Niepars hatten zusammen mit ihren Mitschülern die Idee, einen Kuchenbasar und ein Tier-Foto-Shooting zu organisieren. Am Ende kamen über 800 Euro zusammen.

Eine Summe von 500 Euro hatte das Brandschutz-Büro Scheffler überwiesen. Außerdem bekam das Tierheim einen neuen Laptop geschenkt. Die Firma Exner IT-Lösungen richtete ein Datensicherungssystem ein und kümmerte sich um neue Software. Und die Renault-Autowelt hat den Schlüssel zum Dienstwagen neu codiert, so dass auch der wieder rollt.

Viele Spenden seien nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern zum Beispiel auch aus Dresden oder Stuttgart eingegangen, erzählen die Tierheim-Mitarbeiter. Und auch dieses Angebot haben sie gern und dankbar angenommen: Der Stralsunder Wach- und Sicherheitsdienst fährt zweimal in der Nacht kostenlos Streife.

Für willkommene Überraschung hat zudem manches gespendete Futter-Paket gesorgt. „Immerhin brauchen wir im Monat mindestens rund 450 Kilo Trockenfutter und über 330 Dosen Nassfutter a 800 Gramm für die Hunde“, rechnet Kathrin Scheurich auf. Da sei das Sonderfutter für die Welpen oder die Senioren, für Tiere mit Allergien oder Diabetes noch gar nicht mit einbezogen. Und auch die Katzen futtern so einiges weg...

Die große Anteilnahme der vielen Menschen sei eine richtig gute Motivation für die Arbeit im Tierheim, die vorwiegend ehrenamtlich geleistet wird. Und zurzeit gebe es wirklich reichlich zu tun.

Derzeit sind es rund 50 Hunde, 45 Katzen und zahlreiche Katzenbabys, die auf ein neues Zuhause hoffen.

„Wir suchen zum Beispiel eine neue Omi für Lea“, sagt Kathrin Scheurich. Die Mischlings-Hündin mit weißer Schnauze ist zwölf Jahre alt und musste ins Tierheim, weil ihr bisheriges Frauchen schwer erkrankt ist. „Den Winter sollte sie nicht bei uns verbringen“, wünscht sich Kathrin Scheurich.

Auch das Podenco-Pärchen Gipsy und Negri wartet auf neue Besitzer. Die beiden waren schon einmal vermittelt, haben sich dann aber im neuen Heim mit weiterem Hunde-Zuwachs nicht vertragen. „Sie sollten zusammenbleiben, denn Gipsy ist taub“, sagt Kathrin Scheurich. Zur Vermittlung stehen auch Listenhund Max oder die Dänische Dogge Dino, die nicht ganz einfach sei, gibt Kathrin Scheurich zu.

Hingegen sind „Spanier immer nett“, findet sie. So wie Frechdachs Zoom, der sieben Monate alt ist und aus Teneriffa stammt. Der sei ein richtiger Kinder-Kasper. Mehr über das Tierheim können Besucher beim Weihnachts-Winterfest am 2. Dezember erfahren.

Marlies Walther

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Kathrin Scheurich (l.) und Anke Ernst in einem der bereits sanierten Räume im Stralsunder Tierheim.

Nach einem Einbruch im September hat die Einrichtung in Stralsund eine große Welle der Hilfsbereitschaft erlebt.

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