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Umweltschützer fürchten um Wolliner Nationalpark

Misdroy Umweltschützer fürchten um Wolliner Nationalpark

Planer widersprechen Vorwürfen, wonach die neue Schnellstraße das Refugium zerstört

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Die Wisente sind das Markenzeichen und ein Besuchermagnet des Nationalparks Wollin.

Quelle: Foto: Nationalpark

Misdroy. Der unschätzbare Wert des Wolliner Nationalparks könnte ernsthaft bedroht sein. Grund dafür sind die Modernisierungspläne an der Schnellstraße S3 in der Nähe von Misdroy, in der Nachbarschaft des Parks. Die Straße soll breiter werden, um sie für den im Zusammenhang mit dem geplanten Containerhafen am Rechtsufer der Swine zu erwartenden höheren Lkw-Zulieferverkehr anzupassen. Der Wissenschaftliche Rat des Wolliner Nationalparks vertritt die Auffassung, dass „einige der geplanten Investitionen die Natur des Wolliner Nationalparks bedrohen".

Die meisten Kontroversen weckt der Abschnitt zwischen Swinemünde und Troszyn. Damit er an die Straße angepasst werden kann, müssen Bäume abgeholzt werden. Die Straße soll sanfte Kurven haben, der Großteil davon wird in einer geraden Linie und auf einem völlig neuen Gebiet verlaufen. Die alte Straße wird den Gemeinden als lokaler Transportweg dienen.

Umweltschützer weisen darauf hin, dass der Bereich der Ausgrenzung der neue Straße viele wertvolle Naturschätze verbirgt. „Die Gründung der Straße für einen derart intensiven Verkehr auf neuem Gebiet wird sicherlich für die Naturwelt schädlich sein. Zwar wurde der Bau von Grünbrücken angekündigt, aber das wird nicht viel helfen. Es entstehen großer Lärm und obendrein Verschmutzungen – alles in so einer schönen Gegend“, sagte ein Förster, der anonym bleiben will.

Der Wissenschaftliche Rat beurteilte in seiner Stellungnahme, dass es derzeit an vollständigen und zuverlässigen Natur-Informationen mangelt, sowie keine tatsächlichen Angaben zum Verkehrsaufkommen auf dieser Strecke bestehen.

„Es ist nicht akzeptabel, eine Investition ohne angemessene Bewertung der Natur und Umweltbedürfnisse zu realisieren und insbesondere ohne einen sachlichen Bericht über die Umweltbedingungen“, schrieb der Wissenschaftliche Rat des Wolliner Nationalparks in einer Erklärung, unter anderem an den Umweltminister .

Der Rat hielt dem Investor eine falsche Berechnung des Verkehrs auf der Straße S3 vor, eine übermäßige Eile bei der Projektumsetzung, letztendlich die fehlende Umweltbeurteilung und das Fehlen eines Arbeitsplans für die Investition. Solche Vernachlässigungen bei dieser Investition könnten Rechtsfolgen haben, nicht nur auf nationaler Ebene, auch gegenüber der Europäischen Union, hieß es.

Die Generaldirektion für Landesstraßen und Autobahnen (GDDKiA) stimmt den Behauptungen der Umweltschützer nicht zu. Ihrer Ansicht nach wird die Dokumentation mit großer Sorgfalt, auf der Grundlage der geltenden Gesetze vorbereitet. Mariusz Mierzwa von der GDDKiA fügt hinzu, dass die Projektarbeiten wegen der komplizierten Umweltbedingungen, der Notwendigkeit zusätzlicher Forschungsarbeiten sowie der Beurteilung von Naturelementen im Nationalpark Wollin bis Ende September 2017 dauern. Die Erteilung einer Entscheidung hinsichtlich der konkreten Umweltbedingungen ist für das erste Quartal 2018 geplant.

„Aus den vorhandenen Prognosen und Verkehrsanalysen folgt, dass der erwartete Verkehr auf dem Abschnitt zwischen Misdroy und Dargobadz bis zum Jahr 2055 etwa 21 000 Fahrzeuge pro Tag erreichen wird, so dass die maximale Nutzung der zweispurigen Fahrbahn zu weniger als 30-Prozent der Grenzkapazität erfolgen wird“, betont Mariusz Mierzwa, stellvertretender Direktor der Stettiner Abteilung der GDDKiA.

Radek Jagielski

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