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Vom fürsorglichen Raben und der heuchlerischen Schlange

Barnstorfer Wald Vom fürsorglichen Raben und der heuchlerischen Schlange

Zoo Rostock bietet biblische Tier- und Pflanzenführung an

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Der Fuchs gilt auch in der Bibel als verschlagen und schlau.

Quelle: Foto: Joachim Kloock

Barnstorfer Wald. Dass im Rostocker Zoo aus der Bibel zitiert wird, ist eher selten. In diesem Jahr allerdings, in dem weltweit das Jubiläum „500 Jahre Reformation“

OZ-Bild

Zoo Rostock bietet biblische Tier- und Pflanzenführung an

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Info & Buchung

Die biblische Zooführung dauert etwa 1,5 Stunden.

Gruppen können den Rundgang buchen unter der Telefonnummer ☎ 0381/2082179 oder per Mail an service@rostock-zoo.de

gefeiert wird, ist einiges anders. Zum ersten Mal lädt die Einrichtung zur biblischen Tier- und Pflanzenführung ein und zelebriert das Gedenkjahr auf ihre ganz eigene Art.

Ein paar Schritte vom Eingang Trotzenburg entfernt begrüßt die ehrenamtliche Zooführerin Brunhilde Konrad ihre erste Gruppe. „Wenn wir das Wort Bibel hören, fragen wir uns natürlich: Woher kommt eigentlich dieses Wort?“ Sie erzählt vom syrischen Hafen Byblos, der in der Antike Hauptumschlagspatz für Bast war, aus dem Papyrus, also Papierrollen hergestellt wurden. Dass es im Buch der Bücher bei weitem nicht nur um den Menschen geht, sondern dass auch Tiere darin wichtige Rollen spielen, ist Thema der neuen Zooführung. Dabei ist die Schlange wohl den meisten noch als kluge und heuchlerische Verführerin bekannt. Auch das Lamm Gottes als Symbol für den unschuldig hingerichteten Jesus ist gerade zu Ostern einigermaßen populär. Was Brunhilde Konrad bis vor ein paar Monaten aber noch nicht wusste: „In der Bibel werden über hundert Tiere genannt. Einige davon, zum Beispiel der Esel, kommen sehr häufig vor, genau wie Ziege und Taube.“ Während der Esel als Symbol des Friedens gilt, dient das Pferd immer wieder als Zeichen militärischer Gewalt. Der Rabe steht für die Fürsorge Gottes. Und das eigensinnige Maultier ist in der Bibel ein Sinnbild für den Menschen, der nicht auf seinen Schöpfer hören will.

Kristin Jacobi, ihres Zeichens Landschaftsarchitektin im Zoo, ergänzt: „Für mich ist immer dieser Satz ,Am Anfang war der Baum’ sehr wichtig. So amüsant sich das anhören mag, aber der Herrgott hat am dritten Tag die Pflanzen und die Bäume geschaffen, am fünften Tag erst die Tiere und am sechsten die Menschen. Also, die Pflanzen, die Bäume waren als Erstes da.“ Zu vielen der Gewächse im Zoo hat Kristin Jacobi ein Zitat aus der Bibel parat. Ihre erste Station: die Zeder. „Der Gerechte wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon. Die Gerechtigkeit braucht Zeit, die Gerechtigkeit hat keine guten Bedingungen. Und sie wächst doch, sie wächst und gedeiht und gibt Schatten Mensch und Tier und aller Kreatur. Der Gerechte wird wachsen gegen jegliche Vernunft, weil Gott es so will, gegen manche menschliche Alltagserfahrung.“ Die Frau, die ihre braunen Haare zu einem Zopf zusammengebunden hat, nickt anerkennend und kommentiert: „Die Stelle find ich auch sehr schön.“

Anfangs waren die Zooführerinnen skeptisch, ob der Zoo und die Bibel wirklich viel miteinander zu tun hätten. Weil sie sich auch nicht ganz sicher waren, ob sie dem Thema gerecht werden könnten, holten sie sich Hilfe in der Universität, bei dem Theologieprofessor Martin Rösel. Brunhilde Konrad schwärmt: „Ich hatte die Bibel noch nie so richtig gelesen. Professor Rösel hat uns das aber alles so toll erklärt, dass wir von den Ängsten befreit und bewusster an diese Thematik herangehen konnten.“ Ihre Überzeugung heute: Das Thema ist für Gläubige und Atheisten gleichermaßen spannend, weil es ganz einfach ein wichtiger Teil unserer Kultur ist.

Katja Bülow

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