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Zirkus-Elefanten ausgebrochen

Barth/Ribnitz-Damgarten Zirkus-Elefanten ausgebrochen

In Barth hat eines der Tiere des Circus Afrika offenbar einen Zaun zerstört. Freilaufende Elefanten sorgten für erheblichen Schaden.

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Einer der Elefanten auf einem freien Feld in Barth, aufgenommen von Lena Walter.

Quelle: privat

Barth/Ribnitz-Damgarten. Elefanten des Circus Afrika sind in Barth und Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen) laut Zeugenberichten aus ihrem Gehege ausgebrochen. Einige Fotos von Nutzern des Facebook-Auftritts der OZ Ribnitz-Damgarten zeigen die Dickhäuter außerhalb ihres Geheges und offenbar unbeaufsichtigt in der Nähe von viel befahrenen Straßen. In Barth hat ein Elefant auch einen beträchtlichen Schaden angerichtet.

DCX-Bild

In Barth hat eines der Tiere des Circus Afrika offenbar einen Zaun zerstört. Freilaufende Elefanten sorgten für erheblichen Schaden.

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„Der kam genau auf uns zu, ich habe geschrien und bin weggelaufen“, schildert Giesela Sinnig die Situation, als der Elefant plötzlich vor dem Gartenzaun ihres Grundstücks im Barther Mastweg stand. „Ich hab so eine Angst gehabt“, sagt die 80-Jährige. Laut ihrer Tochter Sonja Sinnig habe der Elefant das Tor zum Grundstück beschädigt sowie den Maschendrahtzaun zerstört. „Das ist ein massives Tor. Das ist verbeult und verbogen“, sagt Sonja Sinnig.

Handgreiflichkeiten am Gartenzaun

Der Vorfall am vergangenen Mittwoch habe laut Giesela Sinnig nur wenige Minuten gedauert. Dann seien Mitarbeiter des Zirkusses, darunter auch Zirkusdirektor Hardy Weisheit, gekommen. Es sei sogar zu Handgreiflichkeiten gekommen, als die Zirkusmitarbeiter einen Zaunpfahl auf die Schnelle richten wollten. Ein Zeuge sei geschlagen worden.

Die Polizei bestätigt, dass an dem Nachmittag die Einsatzkräfte zu einem entwichenen Elefanten gerufen worden sind. Während der Befragung sei bekannt geworden, dass es eine Körperverletzung gegen einen 17-jährigen Barther gegeben haben soll. Aus Sicht der Polizei laufen die Ermittlungen noch, der Täter gilt als unbekannt.

Familie Sinnig scheint nun auf dem Schaden sitzen zu bleiben. Es sei zwar eine Firma vom Zirkus für die Reparatur beauftragt worden. Der Mitarbeiter habe sich allerdings noch nicht blicken lassen. Von einer Entschädigungszahlung ganz zu schweigen.Und dies war offenbar nicht der einzige Elefanten-Ausbruch in Barth. Lena Walter war wenige Tage später auf dem Weg zur Arbeit, „als ich auf einmal einen Rüssel eines Elefanten nur zwei Meter von der Landesstraße gesehen habe“, sagt sie. „Ich habe sofort angehalten, aber es war niemand vom Personal zu sehen.“

Zirkusdirektor bestreitet die Vorwürfe

Zirkusdirektor Hardy Weisheit bestreitet die Vorwürfe. Die Elefanten seien nicht ausgebrochen. „Wir sind mit ihnen spazieren gegangen.“ Dabei habe ein Hund gebellt, woraufhin sich der Elefant erschrocken habe und aus der Schreckbewegung heraus den Zaun getroffen habe. „Der Zaun wurde gerichtet, das Finanzielle übernehmen wir“, sagt Weisheit. Zu der Körperverletzung wolle er sich nicht äußern, weil es sich bei dem Tatverdächtigen nicht um einen Zirkus-Mitarbeiter gehandelt habe. „Das waren zwei Fremde.“

Birgit Gerber, Inhaberin des Imbiss Gänsehütte auf der Gänsewiese in Ribnitz, direkt gegenüber des Platzes, wo der Zirkus seit Anfang der Woche steht, bestätigt die Sichtweise Weisheits, zumindest was den mutmaßlichen Ausbruch hier betrifft. Ein Elefant soll hier unbeaufsichtigt außerhalb des Geheges in unmittelbarer Nähe zur Straße Am See gestanden haben. „Der Direktor stand immer daneben. Er ist mit den Elefanten spazieren gegangen. So entspannte Elefanten habe ich noch nie gesehen“, sagt Gerber.

Auftrittsverbot

Für den Zirkus hat der Vorfall in Barth allerdings Konsequenzen. „Wir haben entschieden, dass der Circus Afrika nicht mehr in Barth auftreten darf“, sagte gestern Heyko Mews vom Ordnungsamt. Es sei das erste Mal gewesen, dass es mit einem Zirkus in der Vinetastadt Probleme gegeben habe. „Mit den anderen Zirkussen hatten wir immer gute Erfahrungen gemacht“, so Mews.

Anfang der Woche hatte die Tierschutzorganisation Peta von der Stadt Ribnitz-Damgarten ein Auftrittsverbot für Zirkusse mit Wildtieren gefordert und dabei den Circus Afrika stark kritisiert. Die Elefanten seien auf Grund von mangelhafter Haltung verhaltensgestört. In dem Zusammenhang hatte Peta auf zahlreiche Vorfälle in der Vergangenheit verwiesen, in denen Elefanten ausgebrochen seien. Laut Hardy Weisheit hätte eine Untersuchung durch das Veterinäramt gestern in Ribnitz keine Mängel ergeben.

Robert Niemeyer

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