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Übernachten in München Das lukrative Geschäft mit dem Wiesn-Schlafplatz

Beim Oktoberfest schießen die Übernachtungskosten für die Gäste aus aller Welt durch die Decke. Hotelzimmer sind ausgebucht, private Zimmer werden zur begehrten Alternative. Ein Geschäft für Online-Anbieter. Nicht jeder hält sich dabei an die Vorschriften.

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Wer zum Oktoberfest nach München reist, muss für einen Schlafplatz meist viel Geld ausgeben.

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

München. Die zwei US-Amerikanerinnen haben sich noch schnell ein Dirndl gekauft. Damit wollen die Studentinnen vier Tage lang das größte Volksfest der Welt miterleben: Bier trinken, Hendl essen und im Bierzelt feiern.

Zum Schlafen haben die 20-Jährigen über die Online-Plattform Airbnb ein Zimmer ganz in der Nähe der Theresienwiese gefunden. Doch die 15 Quadratmeter haben auch ihren Preis: für drei Nächte 320 Euro. 

Wer zum Oktoberfest nach München kommt, muss sich auf hohe Preise gefasst machen. Zwei Nächte in einem Münchner Hotel während der Wiesn findet man nicht für unter 300 Euro - falls es überhaupt noch freie Plätze gibt. Wenn die Hotelpreise durch die Decke gehen, suchen vor allem junge Menschen nach einer günstigen Alternative.

Nach Angaben von Airbnb haben für den Zeitraum der Wiesn mehr als 35 000 Menschen einen Platz in einer der vielen privaten Unterkünfte in München gebucht, gefunden über das Internet. Schon zwei Tage vor dem Anzapfen des ersten Fasses hieß es bei Airbnb, dass nur noch sieben Prozent der angebotenen Unterkünfte verfügbar seien.

Ähnlich sieht es bei der Immobilienseite WG-Gesucht aus. Dort gab es nach den ersten Wiesn-Tagen kaum noch freie Angebote zu finden. Die Erklärung: Zu groß sei die Nachfrage für die Schlafplätze gewesen.

Für Airbnb sei das Oktoberfest „das Highlight des Jahres“, denn die Vermittlungsplattform verdiene an jeder Buchung drei Prozent, sagt Pressesprecher Julian Trautwein. Auch die Wohnungsanbieter und Gastgeber machen ein gutes Geschäft. Eine von ihnen ist Kristina, die zusammen mit ihrer WG-Mitbewohnerin ein Zimmer für die Wiesn-Zeit online anbietet. Ihren echten Namen möchte Kristina nicht nennen, denn die Untervermietung des Zimmers ist mit ihrem Vermieter nicht abgesprochen - und daher nicht erlaubt. 

Nur 20 Gehminuten vom Festgelände entfernt liegt die Wohnung, also musste Kristina nicht lange auf Anfragen aus aller Welt warten. An allen drei Wiesn-Wochenenden hat sie Gäste in ihrer Wohngemeinschaft.

„Das ist leicht verdientes Geld“, sagt Kristina. Für eine Nacht verlangen sie und ihre Mitbewohnerin etwas mehr als 100 Euro. Am Ende der Wiesn werden beide an die 850 Euro verdient haben. So finanzierten sie sich das neue Sofa für das WG-Wohnzimmer, sagt Kristina. Freunde von ihr hatten in den vergangenen Jahren auch schon Zimmer für Wiesn-Besucher angeboten und so ihre Kasse aufgebessert. Zwar sind Einnahmen aus Untervermietung steuerpflichtig. Aber auch das umgeht Kristina - wie viele andere Anbieter.

Die Münchner Stadtverwaltung beobachtet die Untervermietung an Touristen schon länger. Die Befürchtung ist, dass dringend benötigter Wohnraum mit Ferienwohnungen zweckentfremdet werden könnte. „Wenn aber jemand seine Wohnung für die zwei Wochen des Oktoberfests vermietet oder anbietet, dann ist das keine Zweckentfremdung“, sagt Hedwig Thomalla vom Sozialreferat. Bis zu acht Wochen sei es erlaubt, seine Wohnung oder ein Zimmer an Gäste zu vermieten. Komme das aber öfter vor, „nutzen wir alle Mittel, die uns zur Verfügung stehen“. Vor kurzem ließ das Sozialreferat deswegen einen Münchner Vermieter sogar in Zwangshaft nehmen. 

Die beiden Studentinnen aus den USA mussten zu den 320 Euro für drei Nächte auch noch eine Kaution von 83 Euro bezahlen. Zu groß ist bei den Vermietern und Anbietern die Sorge, dass die Einrichtung der Wohnung nach einem ausgiebigen Wiesn-Tag leiden könnte.

„Natürlich haben wir uns vorher schon viele Gedanken gemacht“, sagt die Gastgeberin Kristina. Aber nach der ersten Woche hätten sich die Befürchtungen nicht bestätigt. Nächstes Jahr wollen sie und ihre Mitbewohnerin wieder Wiesn-Besucher aufnehmen - auch deshalb, „weil wir so junge Leute aus der ganzen Welt kennenlernen“.

dpa

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