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Report zur sozialen Lage an Hochschulen

Studenten unter der Lupe Report zur sozialen Lage an Hochschulen

Woher die 2,8 Millionen Studenten kommen, wie Bafög zum Leben reichen kann, ob es genug günstigen Wohnraum gibt: Darum geht es im Sozialreport des Studentenwerks. Kurz vor der Wahl ist politischer Zoff programmiert.

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Die Opposition kritisiert die Studie.

Quelle: Matthias Balk

Berlin. Wie steht es um Bildungsherkunft und finanzielle Lage von Studierenden, um Wohnsituation und soziale Infrastruktur an den Hochschulen? Diese Fragen will das Deutsche Studentenwerk (DSW) mit seiner 21. Sozialerhebung beantworten, die heute in Berlin präsentiert wird.

Als „gute Grundlage für politisches Handeln“ bezeichnet DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde den fast 200-seitigen Datenreport - immerhin gehe es um 2,8 Millionen Studierende in Deutschland. „Kurz vor der Bundestagswahl könnten die Daten besondere Wirkung entfalten“, sagte der Studentenwerk-Manager der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Zu Auskünften über ihre wirtschaftliche und soziale Lage waren im Sommer 2016 in einer Stichprobe rund 400.000 Studierende per Online-Abfrage eingeladen - also jeder Siebte, gut viermal so viel wie bei der 20. Sozialerhebung von 2012. Seit damals ist die Zahl der Studenten in Deutschland noch einmal um rund 300.000 gewachsen. Die aktuelle Studie stammt vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.

Kritik an der Bundesregierung wegen ihrer Bafög-Politik ist bereits programmiert: Die Bedarfsätze waren zwar zum Wintersemester 2016 nach langjähriger Stagnation um mindestens sieben Prozent erhöht worden, sind aber aus DSW-Sicht noch viel zu niedrig. Die stellvertretende DGB-Chefin Elke Hannack sagte der dpa: „Damit wir bei der Studienförderung wirklich einen guten Schritt vorankommen, muss das Bafög sofort erhöht werden“ - und zwar alle Fördersätze um weitere 6,5 Prozent. So müsse angesichts der Misere beim studentischen Wohnen „die Mietpauschale von monatlich 250 Euro dringend angehoben werden“. Hannack betonte: „Wer sechs Jahre das Bafög einfriert, darf sich über soziale Auslese beim Studienzugang nicht wundern.“

Auch die Grünen werfen der Regierung vor, zu wenig für die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu tun. Daher verschleiere Schwarz-Rot nun eine soziale Schieflage beim Hochschulzugang. Der Grünen-Hochschulexperte Kai Gehring sagte der dpa, der sogenannte Bildungstrichter - die wohl bekannteste Grafik aus den bisherigen DSW-Sozialerhebungen - sei diesmal „herausgekegelt“ worden. Gehring fügte hinzu: „Der Eindruck, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stecke hinter dieser Entscheidung, lässt sich nicht von der Hand weisen. Denn die soziale Spaltung beim Zugang zum Studium dürfte weiter hartnäckig hochproblematisch sein, da die Koalition das Bafög vernachlässigt hat.“

In der Sozialerhebung von 2012 hatte der „Bildungstrichter“ gezeigt, dass 77 von 100 Akademikerkindern studieren, aber nur 23 von 100 Nicht-Akademikerkindern. Gehring: „Das ist ein weltweites Phänomen, aber in Deutschland ist der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungschancen besonders eng. So ist es nicht verwunderlich, dass das BMBF als Finanzier der Sozialerhebung Angst vor schlechten Zahlen im Wahljahr hat.“

dpa

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