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Bilderwelten führen in Terra incognita

Kirk Sora, Fotokünstler Bilderwelten führen in Terra incognita

Der Fotokünstler Kirk Sora (40) lebt und arbeitet in Bobitz. Sein Studio ist eine Pferdeweide, sein wichtigster Partner das Licht. Er lässt Räume mit neuer Emotionalität entstehen.

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Der Fotokünstler Kirk Sora lebt und arbeitet in Bobitz.

G emeinhin werden Fotografen als Welterkunder angesehen. Sie reisen in nahe oder ferne Orte, um uns Landschaften oder Menschen näher zu bringen, inszenieren ihre Träume und Fantasien im Studio oder dokumentieren Orte und Strukturen.

Die Welt der fotografischen Erkundungen von Kirk Sora ist eine schwarze Box. Mit mattem Stoff ausgeschlagen hat sie Ähnlichkeit mit einem Bühnenbildmodell. Einer Versuchsanordnung gleich arrangiert der Künstler abstrakte Gegenstände, die bearbeitet und gefärbt sind, Stoffe und anderes, was sein Geheimnis bleiben soll. Sein Studio ist eine Pferdeweide im mecklenburgischen Bobitz, wo Kirk Sora wohnt und arbeitet.

Die Fotografien, die aus diesem Studio den Weg auf den Kunstmarkt finden, sind für den oberflächlichen Betrachter vermutlich nur unscharfe Abbilder undefinierbarer Objekte. Man muss sich Zeit nehmen, ihr Geheimnis zu ergründen und bald wird klar, dass dieses Geheimnis irgendwo in der Tiefe des Bildraumes liegt und dass der wichtigste Partner dieses Fotokünstlers das Licht ist. „Das Licht fühlt sich jeden Tag anders an, auch wenn es messbar die gleiche Intensität hat. Das ist eine wichtige Inspirationsquelle für mich. Ich werde zunehmend sensibler für die im Licht enthaltenen Informationen“, sagt er.

Für den 1976 in Celle geboren Kirk Sora war in der Jugend klar, dass er Maler werden will. Sora entschied sich für die Dresdener Akademie, wo er von 1998 bis zum Abschluss als Meisterschüler bei Hans Peter Adamski 2005 studierte. Vor allem die klassische künstlerische Ausbildung im Grundstudium bei Siegfried Klotz und Elke Hopfe sieht er als wichtige Basis seiner Arbeit. Öl- und Acrylmalerei, Siebdruck und Radierung – die handwerkliche Basis mit einem frühzeitigen Bezug zur eigenen Kunst hat Sora als Angebot verstanden, von dem aus er seinen Weg entwickeln konnte. Die Grundfragen des Bildnerischen, das Begreifen des Raumes, der Komposition und der Farbe sind bis heute eine Herausforderung.

So hatte Kirk Sora 2005 in seinem damaligen Berliner Atelier zwar einige, wie er sagt, „akademisch ordentliche“ Ölbilder versammelt, aber etwas fehlte. „Wie komme ich dahin, dass es nicht nur aussieht, wie es sein soll , sondern sich auch so anfühlt?“ Die Auseinandersetzung mit dieser Frage fiel mit dem Umzug nach Mecklenburg zusammen. Weit weg vom gewohnten künstlerischen Umfeld, aber auch ohne die Störfaktoren der Großstadt, fand Sora in der Fotografie den „missing link“, das ideale Element.

Heute kann er den Prozess der Bildwerdung steuern, ist nicht mehr auf Zufallstreffer angewiesen. Der abgesteckte Rahmen ist konzeptionell. Gearbeitet wird mit natürlichem Licht. Alte „Zeiss Ikon“

Mittelformatkameras sind die technische Basis. Das quadratische 6x6-Bildformat hat keine eigene Grundspannung und bietet die größte Gestaltungsmöglichkeit. An jedem Arbeitstag wird so ein Rollfilm mit zwölf Aufnahmen belichtet. Da die Kamera keinen Sucher hat, der den abgebildeten Ausschnitt kontrollieren lässt, ist es die Erfahrung der konzentrierten Auseinandersetzung mit seiner „Versuchsanordnung“, die Sora zielsicher zu seinen Kompositionen führt: „Ich möchte mich nicht immer wieder neu erfinden, sondern immer tiefer in die Materie eindringen. Die anfänglichen Bedenken, wie lange man so was machen kann, zerstreuen sich immer mehr, weil sich immer neue Horizonte öffnen.“.

Seine Bildwelten führen in eine Terra incognita, die zwischen unserer durch vollkommene Schärfe bestimmten Alltagwahrnehmung und einer völligen Definitionslosigkeit liegt. „Es entsteht ein Raum neuer Emotionalität. Im besten Fall wird es möglich, bestehende Dinge aus neuer Perspektive wahrzunehmen“.

Zur Person

Kirk Sora wurde 1976 in Celle/Niedersachsen geboren. Der Fotokünstler studierte von 1998 bis 2003 an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden. Von 2003 bis 2005 absolvierte er dort ein Meisterschulerstudium bei Hans Peter Adamski. Die klassische künstlerische Ausbildung erhielt er bei Siegfried Klotz und Elke Hopfe. Er lebt und arbeitet in Bobitz bei Wismar.

Seine Arbeiten waren bisher unter anderem in Einzelausstellungen in Celle, Dresden, Wismar, Berlin und Lübeck zu sehen und fanden große Beachtung. Vertreten war der Fotograf bei zahlreiche Gruppenausstellungen, zuletzt kürzlich bei der Schau „Positionen zur Landschaft“ im Kunstverein Rostock. Kirk Sora wird vertreten durch die Galerie Kristine Hamann in Wismar.

Thomas Häntzschel

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Schriftliche Gebote (bitte mit Adresse und Telefonnummer) bis zum 17. November an die OZ-Kulturredaktion, Richard-Wagner-Straße 1a, 18055 Rostock.

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