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Grenzbereiche zwischen Stadt und Land im Großformat

Lars Heidemann, Fotograf Grenzbereiche zwischen Stadt und Land im Großformat

Der Greifswalder Fotograf Lars Heidemann ist fasziniert von der Präzision „analoger“ Kameras.

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Entschleunigtes Arbeiten: In der Greifswalder Wallanlagen fotografiert Lars Heidemann mit einer großformatigen Plattenkamera.

Quelle: Thomas Häntzschel

Die Fotografie begleitet Lars Heidemann schon seit Kindheitstagen. Die „Exa 1c“ seines Vaters war der erste Fotoapparat, der wohl auch den Virus der Leidenschaft für das traditionelle – mittlerweile in Abgrenzung zu modernen Bildaufzeichnungsverfahren als „analog“ bezeichnete – Fotografieren auf Film auf ihn übertrug.

Dies ist insofern ungewöhnlich, als der 1988 in Karlsburg bei Greifswald geborene Heidemann zur ersten Generation der „digital natives“ gehört, also jener Bevölkerungsgruppe, für die Smartphone, Computer, Internet und eben auch die Digitalfotografie von Anfang an dazugehörten. Dennoch wurde die erste digitale Spiegelreflexkamera bereits nach drei Jahren wieder verkauft, nachdem Lars Heidemann bei einer mit Filmkamera fotografierenden Freundin, die mit diesem Medium erreichbare Qualität gesehen hatte.

„Das Analoge ist ein anderes Handwerk“, sagt Lars Heidemann heute. Ihn reizt besonders die technische Präzision der Filmkameras, die auch ein Stück weit sichtbar ist, weil sie eben nicht hinter dem Kamerasensor in digitalen Dateninformationen verschwindet. An der Universität Greifswald studiert Lars Heidemann Englisch und Geschichte, eine künstlerische Ausbildung war nie Option für ihn.

Trotzdem nutzt er die Möglichkeit, Zugang zu allen anderen Bereichen der Uni zu haben. So stellt er sich auch bereits zu Anfang des Studiums mit einem kleinen Portfolio bei Heiko Krause vor, der damals künstlerischer Mitarbeiter von Professor Michael Soltau am Caspar-David-Friedrich-Institut war. Krause erkennt sofort den besonderen Blick von Lars Heidemann, der zu diesem Zeitpunkt offensichtlich besonders von den Farbpionieren der amerikanischen Fotografie wie William Egglestone beeinflusst ist.

Lars Heidemanns früheste Werkgruppe „Canadiana“ zeigt diese Orientierung noch sehr offensichtlich. Obwohl die Fotografien auf den ersten Blick dokumentarisch anmuten, offenbaren sie doch bei genauerer Betrachtung eine sehr subjektive Komponente.

Das Fotografieren in Gruppen und Serien, die über einen längeren Zeitraum immer wieder überarbeitet und ergänzt werden, ist inzwischen charakteristisch für Lars Heidemann. Am Anfang ist es ein klarer Ortsbezug, der die Bilder zusammenhält, wie in den Serien „Tales of Lisbon“ oder „Uckermark“, ein Landstrich in den der Fotograf bis heute immer wieder zurückkehrt.

In der Reihe „Blitzlicht“ (2014) fotografiert Lars Heidemann schwarz-weiß Alltagsobjekte an der Grenze zwischen Natur und Urbanem, die durch ein hartes Blitzlicht aus der nächtlichen Dunkelheit geschält werden. In „Confuse“ (2014) experimentiert der Fotograf mit Doppelbelichtungen und Spiegelungen. Im Sommer 2015 ist Lars Heidemann Stipendiat der ersten Auflage der Summer School amRostocker Kunst- und MedienzentrumFRIEDA23. Diese Möglichkeit nutzt er,umeineerste rein konzeptionell angelegte Werkreihe zu beginnen. Für BEYOND.SUBURBIA begibt er sich mit der großformatigen Plattenkamera in die Grenzbereiche zwischen Stadt und Land,um„zu schauen, was da so passiert“. Die langsame und die Bildanzahl begrenzende Arbeitsweise mit der Großformatkamera zwingt zum genauen Blick.Auchhier ist wieder der Einfluss klassischer und zeitgenössischer amerikanischer Fotografen wie Joel Sternfeld und Alec Soth zu entdecken. Menschenleere und Ruhe sind charakteristisch für Lars Heidemanns Fotografien, die dabei nie ins Idyllische abgleiten. Es sind die Eingriffe des Menschen in die Natur und umgekehrt auch die Wiedereroberung von verlassenen künstlichen Strukturen durch die Natur, die Lars Heidemann interessieren. „Reine Naturfotografie wäre mir zu wenig.“

Thomas Häntzschel

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Lebendige Tradition: 40 Künstler stellen ihre Werke für die 25. Kunstbörse der OSTSEE-ZEITUNG zur Verfügung.

Teilnahmebedingungen

VERNISSAGE am Montag, 11. September, um 18 Uhr im Kreuzgang der Hochschule für Musik und Theater (HMT) in Rostock, Beim Katharinenstift 8.

VERSTEIGERUNG aller präsentierten Arbeiten in der HMT am Sonnabend, 7. Oktober, um 20 Uhr. Einlass ist ab 19 Uhr.

TICKETS für die Kunstbörse in allen Servicecentern der OSTSEE-ZEITUNG und über 0381/38 30 30 17. SCHRIFTLICHE GEBOTE bitte mit Adresse und Telefonnummer bis 5. Oktober an die OZKulturredaktion, Richard-Wagner- Straße 1a, 18055 Rostock.

Hier findet die Auktion statt