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Keimzelle ihrer Berufsmalerei liegt in Mecklenburg

Sofia Nordmann, Malerin Keimzelle ihrer Berufsmalerei liegt in Mecklenburg

Die Berliner Malerin Sofia Nordmann stammt aus Buenos Aires, hat mit ihrer Familie in Klein Trebbow gelebt und dort einen Teil ihrer kreativen Themen gefunden.

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Sofia Nordmann in ihrem Atelier im Norden Berlins

Quelle: Thomas Häntzschel

Wollten wir uns nicht hinsetzen? Ja, wir wollten uns setzen, einen Kaffee trinken und über das Leben und die Arbeit von Sofia Nordmann plaudern. Aber das Wort plaudern passt nicht so recht.

Seit einer halben Stunde tigern wir durch das Atelier der Berliner Malerin, reden, zeigen auf Bilder, drehen um, schätzen, wägen ab. Mit Sofia Nordmann ist man schnell thematisch intensiv. Aber in Ruhe, bei tiefgründigen Themen, wie Verwurzelung und Entwurzelung, Heimat und Heimatverlust, Erinnerung und Verschmelzung.

Dann legt sie den Kopf leicht schief, greift mit der Hand ein Amulett an ihrer Halskette, dreht es, schaut aus blauen Augen teilnehmend, wach auf Bilder, Gesprächspartner, Meinungen, Ansichten. Bei dieser Malerei geht es um den Menschen in seiner Welt, in der Bewegung seines Lebens. Und der Ursprung dafür liege in Mecklenburg, sagt die Berlinerin.

Geboren wurde Sofia Nordmann 1973 als Sofia von Arnim in Buenos Aires, wo sie aufwuchs. Einen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie in Europa. „Die alte Heimat meines Vaters, was nicht meine Heimat war.“ Der erste Eindruck von positiver Bewegung in der Welt, zugleich aber auch Heimatverlust. Sie verbringt Jahre in Miami, Paris, Hamburg, Berlin.

Dort lernt sie ihren Mann kennen, Sebastian Nordmann (46) , Intendant der Festspiele MV, heute Intendant des Konzerthauses Berlin. In der Schweriner Zeit lebt das Paar auf einem Hof in Klein Trebbow auf dem Lande. Drei Kinder kommen zur Welt. Gemalt habe sie schon immer, sagt Sofia Nordmann. Aber: „Hier in Mecklenburg liegt die Keimzelle meiner Berufs-Malerei, weil ich mich entscheiden musste, ob Arbeit und Familie oder Kunst und Familie.“ Dort liegt auch der Kern ihrer Thematiken. „Anfangs habe ich nur Bäume gemalt, weil ich von Bäumen umgeben war und von meinen Babys, die noch nicht sprechen konnten. Und weil ich dort in den Wäldern gemerkt habe, dass alles zusammenhängt, die Grenzen verschwimmen, und wir in allem sind. Auch die Träume, mit denen ich mich sehr intensiv beschäftige.“ Verschwimmende Grenzen sind überall in ihrer Malerei, ohne dass es beliebige Ungenauigkeit wird. In den Bildern sind Schnittmengen von Schärfe und Unschärfe, Fixpunkt und Unendlichkeit, Figuration und Abstraktion. Dazu kommen die Wandernden. Figuren, die durch unendliche Landschaften laufen, zu schweben, manchmal verloren, oft suchend scheinen. Ihre weiteren Themen: Der Mensch in Bewegung, der Mensch auf der Flucht, der Mensch als Suchender. Übersetzt vielleicht: Der Mensch auf seinem Leben(s)-Weg. „Ich komme aus einer Flüchtlingsfamilie, die den Schmerz des Heimatverlusts und der Entwurzelung erleben musste,“ sagt sie. „Die Wandernden verschmelzen mit dem Untergrund, weil sie schon dort sind, wo sie hinwollen, auch wenn sie auf der Suche sind. Weil die Heimat in einem drin ist.“

Bei all diesem intellektuellen Unterbau wirkt Sofia Nordmann in ihrer Altbauvilla in Berlin sehr geerdet. In der Straße, wo die Familie lebt, rockt es richtig. Der Schlagzeuger einer deutschen Rockband, Künstlerinnen, Schlagerstars gehören zur Nachbarschaft. Die Malerin geht ebenso gern in klassische Konzerte wie zu einem Rammstein-Open-Air oder in eine Tanzperformance. Kulturelles Interesse und nahe bei den Menschen zu sein als Klammer innerhalb der Kunst, der Familie und dem persönlichen Umfeld. Und sie hat auch Spaß an Fußball im Stadion. In Buenos Aires war es ihr verboten, ins Stadion zu gehen. „Zu gefährlich“, sagt sie. Also bat sie ihren Mann, einen Bayern-Fan (sie zieht die Nase krauss), sie ins Stadion zu begleiten. Hansa Rostock gegen Frankfurt. „Wir haben 5:0 gewonnen“, sagt sie. Seitdem ist sie Hansa-Fan.

Michael Meyer

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Lebendige Tradition: 40 Künstler stellen ihre Werke für die 25. Kunstbörse der OSTSEE-ZEITUNG zur Verfügung.

Teilnahmebedingungen

VERNISSAGE am Montag, 11. September, um 18 Uhr im Kreuzgang der Hochschule für Musik und Theater (HMT) in Rostock, Beim Katharinenstift 8.

VERSTEIGERUNG aller präsentierten Arbeiten in der HMT am Sonnabend, 7. Oktober, um 20 Uhr. Einlass ist ab 19 Uhr.

TICKETS für die Kunstbörse in allen Servicecentern der OSTSEE-ZEITUNG und über 0381/38 30 30 17. SCHRIFTLICHE GEBOTE bitte mit Adresse und Telefonnummer bis 5. Oktober an die OZKulturredaktion, Richard-Wagner- Straße 1a, 18055 Rostock.

Hier findet die Auktion statt