Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° stark bewölkt

Navigation:
Perfekter Handwerker und passionierter Künstler

Rainer Dörner, Maler, Grafiker und Bildhauer Perfekter Handwerker und passionierter Künstler

Rainer Dörner (79) ist als Grafiker, Maler und Bildhauer aktiv. In seinen umfangreichen Werk verbinden sich Leidenschaft und Lebenslust.

Während vorn der Verkehr über die viel befahrende Dorfstraße von Ahrenshoop braust, herrscht hinter dem Haus himmlische Ruhe. Hier hat der Künstler Rainer Dörner sein Domizil, ein künstlerisches Refugium. Ein weitläufiger und lauschiger Garten, der von Hecken umkränzt wird, die den Lärm abhalten. Von dort geht es in das Atelier hinein.

 

OZ-Bild

Ein Künstler, der auch zupacken kann: Rainer Dörner in seinem Ahrenshooper Garten, wo diese Nixe ihren Platz gefunden hat.

Quelle:

Rainer Dörner ist ein umtriebiger und energiegeladener Typ. Der heute 79-Jährige ist nicht nur Maler und Grafiker, er schafft auch Plastiken aus Holz oder Keramik. Dörner, der mit seinem gewaltigen Bart auch eine imposante Erscheinung darstellt, ist nicht nur Künstler. Er hat noch ein richtiges Handwerk gelernt. Es war in den Fünfzigern bei der staatlichen DDR-Werbeagentur Dewag, wo Dörner den Schriftmaler erlernte. Das passierte noch in Pirna, Dörners alter Heimat.

1956 kam Rainer Dörner an die Ostsee, nach Rostock. Hier fand er eine neue Heimat, privat und auch künstlerisch. Letzteres wurde ab 1960 mit einem wichtigen Schritt festgemacht: Es folgte ein Studium an der Fachschule für Angewandte Kunst Heiligendamm. Dörner arbeitete in den Jahren 1967/68 für das Rostocker Volkstheater, bevor er sich 1968 als Künstler selbstständig machte. Das erlernte Handwerk sieht man bereits den Plakaten an, die Rainer Dörner damals gestaltete. Sie sind voller Genauigkeit, aber gleichzeitig fröhlich und voller Ideen. In seinem Spätwerk geht es genauso lebendig zu, aber stilistisch viel freier.

Eine neue Ära begann 1994, als Rainer das bisherige Wochenendhaus der Familie in Ahrenshoop winterfest machte und mit seiner Frau hierher zog. Der Ort atmet immer noch den Geist der Künstlerkolonie.

„Gemalt habe ich immer“, sagt Rainer Dörner leichthin. Aber hinter diesem Satz steckt viel Leidenschaft. Von einer gewissen Schaffenswut zeugt das große Konvolut an Kunstwerken, das in seinem Haus lagert. „Es gab Phasen, da habe ich wie Pablo Picasso gemalt“, meint Dörner. „Ich wollte einfach mal herausfinden, wie der das gemacht hat.“ Aus diesem Impuls sprach gleichermaßen ein handwerkliches und künstlerisches Interesse. Mehr aus einer Laune heraus ist zum Beispiel sein „Goethe“ entstanden, den Dörner auf ein Motorrad gesetzt hat, festgehalten mit Acryl auf Papier. Der Hintergrund ist ganz einfach. „Goethe und ich, wir haben ja beide am 23. August Geburtstag“, freut sich der Künstler. Rainer Dörner ist für solch schrägen Humor zu haben. Seine Spätwerke wurden zunehmend abstrakter, viele Landschaften sind darunter, aber auch Porträts.

Rainer Dörners Bodenständigkeit hat noch andere Wurzeln. Seine Biographie hat Dinge zu bieten, die nicht unbedingt zu seinem Dasein als Künstler gehören. Dazu gehört besonders eine sportliche Episode. Denn in jungen Jahren war der Künstler ein Laufwunder. Als Leichtathlet nahm Rainer Dörner schließlich 1964 sogar an den Olympischen Spielen in Tokio teil.

Es ist vielleicht diese sportliche Vergangenheit, die den Künstler heute noch immer körperlich so fit hält. Sie zeugt auch von Stärke und Willenskraft und auch von Pragmatismus. Im Garten seines Hauses ist eine Skulptur, die Rainer Dörner für eines der AIDA-Schiffe gestaltet hat. Aber: „Die wollten keine Liegende, sondern eine Stehende“, erläutert der Künstler. Dann hat er ganz pragmatisch die gewünschte Skulptur nachgefertigt. Andere Aufträge hat er quasi als Gebrauchsgrafiker erledigt: Dass er das Vereinslogo für den FC Hansa Rostock und die RSAG gestaltet hat, erwähnt Rainer Dörner nur nebenbei. „Nicht so wichtig“, wehrt er Nachfragen bescheiden ab. Er möchte über sein künstlerisches Werk wahrgenommen werden. Manchmal fällt es ihm schwer, sich von seinen Bildern zu trennen.

Seinen „Goethe“ rückt er jetzt aber doch heraus.

Zur Person

Rainer Dörner wurde 1937 im sächsischen Dorf Bielatal geboren. 1951 bis 1954 absolvierte er in Pirna eine Lehre zum Schriftmaler. An 1955 startete Dörner eine sportliche Karriere:

Bei Empor Rostock wurde Rainer Dörner Hindernisläufer und qualifizierte sich für die Olympischen Spiele in Tokio 1964.

1960 bis 1966 studierte Rainer Dörner an der Fachhochschule für angewandte Kunst in Heiligendamm Gebrauchsgrafik. Ab 1968 wurde Rainer Dörner in Rostock freischaffender Künstler und schuf zahlreiche Plakate und Grafiken. Rainer Dörner ist als Maler und Bildhauer aktiv und stellte seine Werke bereits in zahlreichen Ausstellungen aus. Seit 1994 ist Ahrenshoop der Wohn- und Arbeitsort des Künstlers.

Thorsten Czarkowski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rostock
Sie gehört wie die bunten Blätter zum Herbst – die OZ-Kunstbörse. Julia Brandt (27) studiert Kunst und Englisch auf Grundschul-Lehramt in Rostock und freut sich schon auf die Veranstaltung in der HMT.

Zum 24. Mal lädt die Ostsee-Zeitung zur Kunstbörse in Rostock ein - Termin ist der 19. November.

mehr
Mehr aus Kunstbörse
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z

Hier können Sie sich die Beilage zur Kunstbörse  herunterladen. mehr

OZ-Kunstbörse: 52 Arbeiten kommen unter den Hammer

Diese 52 Werke kommen bei der OZ-Kunstbörse unter den Hammer.

Teilnahmebedingungen

Die Versteigerung aller präsentierten Arbeiten in der HMT (Beim Katharinenstift 8) ist am 19. November ab 20 Uhr (Einlass 19 Uhr).

Tickets gibt es in allen Servicecentern der Ostsee-Zeitung und telefonisch unter 0381/38 30 30 17.

Schriftliche Gebote (bitte mit Adresse und Telefonnummer) bis zum 17. November an die OZ-Kulturredaktion, Richard-Wagner-Straße 1a, 18055 Rostock.

Hier findet die Auktion statt