Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Regen

Navigation:
Werke von Eleganz und Wucht

Birgit Hasse, Keramikerin Werke von Eleganz und Wucht

Die Lenzener Keramikerin Birgit Hasse fertigt Produkte, die mit Gegensätzen spielen.

Voriger Artikel
Bieterfieber bei der OZ-Kunstbörse
Nächster Artikel
Das sind die Bilder der 25. Kunstbörse

Birgit Hasse vor ihrer Keramikwerkstatt in Lenzen.

Dass es in Mecklenburg-Vorpommern abseits der großen touristischen Anziehungspunkte schöne Ecken gibt, ist klar. Und doch ist man immer wieder überrascht von der dörfliche Idylle – so wie in Lenzen, gelegen zwischen Sternberg und Goldberg in einer sanft geschwungenen Landschaft.

Dort hat Birgit Hasse ihr Atelier. „Werk 2“ heißt ihre Keramikwerkstatt, die sie sich in einer alten Scheune eingerichtet hat. Im Dörfchen ist die Keramikproduktion stark präsent, ein paar Schritte weiter gibt’s auch den „Töpferhof Lenzen“, in dem Bunzlauer Braungeschirr gefertigt wird. Man kennt und respektiert sich in Lenzen.

Birgit Hasse, Jahrgang 1970, stammt aus Schwerin. Ihr Lebensweg hat sie von einer Apothekerlehre, die sie in den letzten Jahren der DDR absolvierte, auf einigen Umwegen zur Keramikerin geführt. Die Ausbildung zur Töpfergesellin absolvierte sie im Jahr 1990. Dann dauerte es noch eine Zeit bis zur beruflichen Selbstständigkeit, den Schritt wagte Hasse 1999. Im Jahr 2002 richtete sie ihr Atelier in Lenzen ein.

Die Prägung aus der DDR-Zeit ist bei Birgit Hasse immer noch präsent. Auch eine ganz besondere Erfahrung: „Der Ossi liebt Keramik“, sagt Birgit Hasse und lächelt. Diese sympathische Tradition verbindet die hiesige Kundschaft mit der Keramik-Handwerkskunst.

Es ist aber nicht nur diese alte „Liebe“ der Ostdeutschen, die die berufliche Existenz vieler Keramiker sichert. Natürlich kommt auch immer Laufkundschaft vorbei. So erleben es die Keramiker auf zahlreichen Töpfermärkten. Sie sind gleichzeitig Künstler, Handwerker und auch Händler. Dabei gibt es natürlich Abgrenzungen: „Jeder hat seine Sprache“, sagt Birgit Hasse über die vielen Handschriften der Keramiker innerhalb der Szene.

Doch vor den fertigen Produkten steht harte Arbeit, die in der Werkstatt zu leisten ist, das ist zunächst mal reines Handwerk. Die Werke von Birgit Hasse sind von Eleganz, aber auch von einer gewissen Wucht. Und wenn man Birgit Hasse nach der Wuchtigkeit ihrer Keramik fragt, dann sagt sie: „Es muss ja auch lange Bestand haben.“

Das ist auch ihr Grundverständnis des Handwerks. In ihrem Atelier bringt sie ihre Keramik-Objekte in die gewünschten Formen, sie hat dabei eine genaue Vorstellung vom angestrebten Ergebnis.

Trotz aller Wuchtigkeit, die die Keramiken von Birgit Hasse oft ausstrahlen, entdeckt der Betrachter auch filigrane Elemente. Von diesem Gegensatz leben viele ihrer Objekte. Um das zu erreichen, ist auch eine kleinteilige Arbeit vonnöten. Zum Beispiel, wenn ein Dekor auf ein Gefäß aufgebracht werden muss, ist das oft ein langwieriger Prozess. Solche Dekore werden dann aufgeschabt. Dabei wird mit einer Wachsreservage gearbeitet, das ist eine Keramik- Inlay-Technik. Die dazu notwendigen und oft langwierigen mechanischen Verrichtungen sind nebenkräftezehrender Handarbeit auch „eine meditative Angelegenheit“ – das ist jedenfalls die Erfahrung von Birgit Hasse. Und dieser meditative Zug des Arbeitens passt auch zur Abgeschiedenheit ihrer Keramikwerkstatt. Bei der Herstellung bedienen sich die Keramiker unterschiedlicher Techniken, Birgit Hasse hat einige ihrer Objekte auch mit einer alten japanischenMethode– demRakubrand – vollendet. Wer Keramik herstellt, der muss sich meistens auch selbst um den Vertrieb kümmern. Um einen Absatz der Produkte zu gewährleisten, gibt es zahlreiche Keramikmärkte, dazu sind manchmal langeWege zu fahren. Es gibt unter den Berufskollegen eine gut vernetzte Szene, „wir sind familiär und kollegial“, sagt Birgit Hasse. Man kann die Keramikerin nach Voranmeldung in ihrer Werkstatt auch besuchen.

Zur Person

Birgit Hasse wurde 1970 in Schwerin geboren. Zunächst nahm sie eine Lehre als Apothekerin auf. Danach wandte sie sich der Keramik zu. Bei Birke Kästner absolvierte Birgit Hasse eine Ausbildung zur Töpfergesellin. 1992 bis 1994 machte Hasse eine berufsbegleitende Ausbildung und qualifizierte sich zur Meisterin.

Die Künstlerin arbeitete zwischendurch auch als Ergotherapeutin in der Klinik am Schweriner See. Im Jahr 1999 machte sich Birgit Hasse als Keramikkünstlerin selbstständig. Seit 2002 arbeitet sie in ihrer Werkstatt in Lenzen und ist mit ihrer Keramik auf vielen Töpfermärkten in Deutschland und Österreich unterwegs.

Thorsten Czarkowski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kunstbörse
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z

Hier können Sie sich die Beilage zur Kunstbörse  herunterladen. mehr

DCX-Bild
Das sind die Bilder der 25. Kunstbörse

Lebendige Tradition: 40 Künstler stellen ihre Werke für die 25. Kunstbörse der OSTSEE-ZEITUNG zur Verfügung.

Teilnahmebedingungen

VERNISSAGE am Montag, 11. September, um 18 Uhr im Kreuzgang der Hochschule für Musik und Theater (HMT) in Rostock, Beim Katharinenstift 8.

VERSTEIGERUNG aller präsentierten Arbeiten in der HMT am Sonnabend, 7. Oktober, um 20 Uhr. Einlass ist ab 19 Uhr.

TICKETS für die Kunstbörse in allen Servicecentern der OSTSEE-ZEITUNG und über 0381/38 30 30 17. SCHRIFTLICHE GEBOTE bitte mit Adresse und Telefonnummer bis 5. Oktober an die OZKulturredaktion, Richard-Wagner- Straße 1a, 18055 Rostock.

Hier findet die Auktion statt