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Am Ende erstrahlt die gelbe Wand!

Am Ende erstrahlt die gelbe Wand!

„Es ist nur Fußball“, sagt die vernünftige Seite in mir. Und dass verglichen mit den Attacken mit zig Toten in Paris und Berlin, in Brüssel und London, in St.

„Es ist nur Fußball“, sagt die vernünftige Seite in mir. Und dass verglichen mit den Attacken mit zig Toten in Paris und Berlin, in Brüssel und London, in St. Petersburg und Stockholm ja in Dortmund eigentlich alles noch mal glimpflich verlaufen ist. Dieser Anschlag fühlt sich für mich dennoch anders an. Er betrifft mich persönlicher, direkter. Als wäre ein Verwandter Opfer der Attacke geworden. Denn ich bin BVB-Fan seit ich laufen kann. Und der Angriff auf „unseren“ Mannschaftsbus ist für mich ein Angriff auf „meine Familie“.

„Echte Liebe“ – für diese Worte wird der BVB oft belächelt. Die Botschaft sei nicht mehr als ein Marketing-Slogan und der BVB längst nicht mehr der ehrliche Arbeiterclub aus dem Revier, sondern ein Millionen-Unternehmen. Im „Tempel“, dem Westfalenstadion, gehe es um das ganz große Geld. Stimmt. Für uns Fans ist diese Liebe aber dennoch echt. Einst war der BVB die geradezu lebensnotwendige Abwechslung vom harten Malocher-Alltag im Stahlwerk oder in der Zeche. Die Zechen gibt es zwar nicht mehr, der Verein aber ist geblieben – und in einer Region, die nach wie vor mit dem Strukturwandel kämpft und in der die Arbeitslosigkeit deutlich über dem Bundesschnitt liegt, hat die Borussia noch an Bedeutung gewonnen. Im Fußball ist der Ruhrpott noch was wert! Da haben wir Erfolg, da können wir uns mit den Großen und Reichen messen – den Bayern, Real, Manchester. Der BVB ist meine erste große Liebe – und das wird er bleiben. Er hat mich an den Rand des Herzinfarktes geführt (im legendären Malaga-Spiel), er hat mich leiden lassen (als dem Club 2005 die Pleite drohte) und er hat mich jubeln lassen (bei Double-Sieg 2012). In einer großen Gemeinschaft, in einer riesigen schwarz-gelben Familie.

Ich kenne Marc Bartra nicht. Nicht persönlich. Aber weil er das gelbe Trikot trägt, ist er einer von uns (bis ihm einer mehr zahlt). Und deshalb haben die Angreifer uns alle angegriffen. Ich habe keine Ahnung, was die Attentäter bezwecken wollten. Ich weiß nur: Sie werden ihr Ziel nicht erreichen. Denn auch nach diesem Anschlag wird es in Dortmund sein wie immer: Am Ende der dunklen Gasse erstrahlt die gelbe Wand!

Andreas Meyer

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