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Die Unvermögenden sind die Dummen

Die Unvermögenden sind die Dummen

Von Jochen Sperber* Immobilienkäufern wird Geld hinterhergeworfen – Geringverdiener jedoch haben nichts davon. Eine Wohnung zu mieten ist teurer als ein Haus zu kaufen.

Von Jochen Sperber* Immobilienkäufern wird Geld hinterhergeworfen – Geringverdiener jedoch haben nichts davon. Eine Wohnung zu mieten ist teurer als ein Haus zu kaufen. Bei sechs Euro Kaltmiete pro Quadratmeter sind für 50 Quadratmeter im Jahr 3600 Euro zu zahlen. In den Universitätsstädten und an der Küste sind die Mieten jedoch höher. In Rostock zahlt man für eine 50-Quadratmeter-Wohnung im Durchschnitt 6,39 Euro. In Wismar sind es 6,66 Euro, in Kühlungsborn 8,22 Euro. Billiger ist der Wohnraum in Wolgast mit 5,55 Euro oder Anklam mit 5,51 Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt.

* Jochen Sperber (73) begleitet die OSTSEE ZEITUNG seit mehr als zwei Jahren als

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Wer dagegen ein Reihenhaus mit 100 Quadratmetern für 200000 Euro auf Kredit kauft, kommt derzeit mit etwa 2000 Euro im Jahr deutlich billiger davon. Im Vergleich zur Mietwohnung könnte das Haus also noch etwas größer sein. Warum also kaufen? In diesen Zeiten von Niedrigzinsen wird dem Erwerber einer Immobilie das Geld von den Banken und Sparkassen geradezu hinterhergeworfen. Hypotheken sind bereits für rund ein Prozent zu haben, zehn Jahre fest und flexibel. Tilgungsraten lassen sich auf Wunsch des Kreditnehmers anpassen; Sonderzahlungen von bis zu fünf Prozent pro Jahr sind möglich.

Selbst Rentner sind gute Kunden. Allerdings verbinden manche Banken die Kreditvergabe mit dem Abschluss einer Lebensversicherung. Für Rentner ergeben sich absurd hohe Prämien. Aber es gibt auch Banken, die darauf verzichten. Wer nichts hat, bekommt jedoch keinen Hypothekenkredit. Es reicht nicht, das Kaufobjekt als Sicherheit einzubringen. Banken oder Sparkassen minimieren ihr Risiko, indem sie es nur bis zu höchstens 80 Prozent finanzieren.

Höchste Bonität und damit einen besonders niedrigen Zinssatz haben nur jene, die einen festen Arbeitsplatz mit gutem Einkommen, eine Lebensversicherung, Aktien oder andere Vermögenswerte haben. Die in MV besonders zahlreichen Niedriglöhner sind daher ausgeschlossen. Zudem könnten am Ende der Laufzeit die Marktzinsen wieder hoch sein, so dass der Kredit nicht bedient werden kann. So entstehen Hypothekenkrisen.

Das Geld der Mieter bewirkt zudem eine riesige Umverteilung. Wohnungsunternehmen und Eigentümer erzielen Renditen über dem Zinsniveau und vermehren so ihr Kapital. Die Unvermögenden sind also die Dummen. Der Altersruhesitz ohne Miete bleibt für sie ein Traum. Zudem müssen sie mit steigenden Mieten rechnen, weil die Mietpreisbremse nicht zieht. Dagegen stehen Kaufwillige vor einem ganz anderen Problem. Einzeln stehende Häuser, Doppelhaushälften oder Reihenhäuser in guter Lage sind immer noch Mangelware.

OZ

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