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Die neue Herrschaft über das Auto

Bei Tesla geht es um die Marktbeherrschung. Die neue Herrschaft über das Auto

Deutsche Automanager werden im Silicon Valley fröhlich begrüßt. „Wir haben euch längst“, sagen ihnen Unternehmer wie Tesla-Gründer Elon Musk.

Deutsche Automanager werden im Silicon Valley fröhlich begrüßt. „Wir haben euch längst“, sagen ihnen Unternehmer wie Tesla-Gründer Elon Musk. Soll heißen: Es mag noch nicht so aussehen, aber das Rennen ist gelaufen. Die neuen Internetkonzerne werden die Autozukunft beherrschen, nicht die alten Blechbieger. Davon kann man natürlich ein wenig Milliardärs-Hybris abziehen, aber es ist ernst zu nehmen. Das Autogeschäft verändert sich schneller und grundlegender, als es sich die chronisch selbstbewusste Branche noch vor fünf Jahren vorstellen konnte.

 

OZ-Bild

Von Stefan Winter

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Am Model 3, mit dem Tesla gerade unter großem Showgewitter den Einstieg in den Massenmarkt angekündigt hat, ist solche revolutionäre Kraft nicht unbedingt abzulesen. Das professionell, in vielem aber auch konventionell gemachte Elektroauto kommt frühestens Ende 2017 auf den Markt, wenn schon einiger Technologievorsprung geschmolzen sein wird. Auch die erhofften Stückzahlen heben die Autowelt nicht aus den Angeln. Und dass Elon Musk als Autobauer hoch subventioniert wird und trotzdem riesige Verluste macht, könnte weiter zur Entspannung beitragen. Doch dafür gibt es keinen Grund: Aus dem Nichts heraus haben dem Selfmademan wenige Jahre genügt, um den etablierten Autogrößen ihre Verwundbarkeit zu zeigen. Unbestreitbar hat er den Elektroantrieb alltagstauglich und wettbewerbsfähig gemacht.

Weniger auffällig, wahrscheinlich aber noch wichtiger ist die Vernetzung des Tesla, die neue Services und eine nie gekannte Kundenbindung möglich macht. Längst ist Mobilität auch ein Schlüsselthema der Internetkonzerne. Apple, Google und andere wollen die Kontrolle über das Auto. Das Auto ist die letzte weitgehend internetfreie Zone unseres Alltags. Die wollen sie füllen, der Rest drum herum ist buchstäblich nur ein Vehikel dafür.

Die neue Konkurrenz hat enormes Kapital, bekannte Marken und beherrscht die neue Schlüsseltechnologie. Als Autobauer wird man da schnell zum Lieferanten für Fahrgestelle degradiert. In diesem Wettbewerb geht es nicht mehr um ein paar Prozent Marktanteil. Es geht um Marktbeherrschung. Pessimisten sehen Europas größte Industrie in einigen Jahren im Überlebenskampf. Die Autokonzerne haben diese Gefahr erkannt und arbeiten mit Hochdruck an neuen Antrieben, Digitalisierung und Angeboten für eine neue Autofahrergeneration. Noch können sie sich durchsetzen. In den vergangenen Jahren hat Deutschland allerdings bewiesen, wie es nicht geht: Die „Nationale Plattform Elektromobilität“ und die Diskussion um die E-Auto-Kaufprämie sind eine besondere Form der Energieverschwendung. Der Staat wird für die Infrastruktur und den rechtlichen Rahmen gebraucht. Um Produkte, nach denen Menschen Schlange stehen, muss sich jeder in der Industrie schon selbst kümmern.

OZ

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