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Einkaufen an sieben Tagen: Nicht auf Kosten der Mitarbeiter

Einkaufen an sieben Tagen: Nicht auf Kosten der Mitarbeiter

Leser diskutieren über Pro und Kontra von mehr verkaufsoffenen Sonntagen / Ökonom: Im Lebensmitteleinzelhandel kommt es zur Verteilung der Umsätze

Rostock. Einkaufen am Sonntag: Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert Bund und Länder auf, zehn verkaufsoffene Sonntage im Jahr zu erlauben, an denen die Läden von 13 bis 18 Uhr öffnen dürfen. Nur so könnten die Einzelhändler gegenüber der Konkurrenz des Online-Handels bestehen. Ökonomen sehen vor allem die Frage der erwarteten Umsätze differenziert. Die Nordkirche weist die Forderung nach den zehn verkaufsoffenen Sonntagen zurück. Auch die Gewerkschaft Verdi lehnt eine Ausweitung ab – Leidtragende wären die Mitarbeiter in den Geschäften.

Das sieht Nino Spiekermann – wie etliche andere Leser – ähnlich: „Die Verkäufer müssten zwei Sonntage im Monat freihaben und einen deutlichen Lohnzuschlag für Sonntagsarbeit bekommen, dann wäre das kein Problem.“ Ursula Graumann schreibt auf der OZ-Facebookseite: „Wer denkt an die Verkäuferinnen und Verkäufer?“ Henry Baumann meint:

„Konsum und Kommerz sind die Geißel der Menschheit. Sonntags muss kein Mensch einkaufen!“ Dagegen erklärt Sven Friesecke : „Ich finde es gut, dass man mehr am Sonntag öffnen möchte – und dadurch mehr arbeiten darf. Vollzeitstellen im Einzelhandel sind selten heutzutage.“ Volker Rätzke schlägt vor, dass nur inhabergeführte Geschäfte aufmachen dürften. Der Chef sollte selbst hinter der Theke stehen, „ich praktiziere das jedenfalls so“, betont er. Heike Moldenhauer meint, dass es jeder Ladeninhaber halten solle, wie er will. Angebot und Nachfrage würden das von allein regeln.

„Die klassischen Geschäfte in den Innenstädten sowie Restaurants und Cafés profitieren sicherlich von Sonntagsöffnungszeiten“, erklärt Prof. Christian Brock , Inhaber des Lehrstuhls für „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre: Marketing“ der Universität Rostock. Wobei untersucht werden müsse, ob es sich wirklich um langfristige und nachhaltige Umsatzzuwächse handelt. Im Lebensmitteleinzelhandel führt es seiner Meinung nach lediglich zu einer Verteilung der Umsätze. Zudem müssten die zusätzlich entstehenden Kosten erweiterter Öffnungszeiten mit einbezogen werden. In den Seebädern sehe das wahrscheinlich anders aus. Viele Besucher und Touristen würden für mehr Kaufkraft sorgen, die auch am Sonntag abgeschöpft werden kann. „Allerdings darf bei der ganzen Diskussion die Perspektive der Mitarbeiter nicht vernachlässigt werden“, sagt Brock.

Für Leserinnen wie Martina Winkler reicht die Möglichkeit des Einkaufens sechs Tage die Woche fast rund um die Uhr. „Die Einzelhändler verdienen nicht mehr daran“, ist sie sicher.

Und Corina Borchert schreibt: „Einkaufssonntage sollten sie alle streichen. Familie ist Familie, auch sonntags. Sollen die sich sonntags hinstellen und verkaufen, die das eingeführt haben.“

Die Schweriner Landesregierung sieht anscheinend keinen Handlungsbedarf. In MV gebe es ein Ladenöffnungsgesetz und eine Bäderregelung, heißt es.

Bernhard Schmidtbauer

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