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„Er sollte sich vorher überlegen, was er sagt“

Wolgast „Er sollte sich vorher überlegen, was er sagt“

Sellerings Wutausbruch vor Demonstranten: Empörung, aber auch Verständnis

Wolgast. Erwin Sellering gilt als freundlich – charmant überdies. Fehltritte sucht man in seiner mehr als acht Jahre währenden Amtszeit vergeblich. Dass der SPD-Politiker und Ministerpräsident von MV auch unbeherrscht sein kann, zeigte sich indes am vergangenen Sonnabend in Wolgast. Nach einem Wortgefecht mit Demonstranten zur Zukunft der Wolgaster Kinderklinik wandte er sich mit der Formulierung „Es reicht mir“ verärgert ab. Die Mitglieder der Bürgerinitiative, die für den Erhalt der Station kämpfen, sind empört. Der Zwischenfall hat auf der OZ-Facebook-Seite eine hitzige Debatte in Gang gesetzt.

Enrico Schröder meint: „Das ist ein Beispiel dafür, wie abgehoben einige Politiker sind. Eine Frechheit!“ Os Cha betont: So wie man in den Wald hineinrufe, so schalle es wieder heraus. „Das gilt auch für diese überbezahlten Herrschaften, die denken, dass sie die Weisheit mit Löffeln gefressen haben.“ Gerd Winkler äußert sich in ähnlicher Weise. „Als Politiker sollte man sich derart im Griff haben, dass solche verbalen Ausraster nicht geschehen. Wenn er die einfachste Etikette nicht beherrscht, sollte er seinen Hut nehmen.“

Jens Lindemann sagt: „Man sollte vorher überlegen, was man von sich gibt.“ Wenn der Ministerpräsident die Courage besitze, schlägt Lars Bergmann vor, „dann sollte er an der nächsten Mahnwache in Wolgast teilnehmen und allen Anwesenden Rede und Antwort stehen.“ Jürgen Rabending : „Unglaublich, da ist ihm doch tatsächlich sein Dauergrinsen abhanden gekommen.“ Klaus Rothemann : „Unbequeme Wahrheiten und Tatsachen sind nicht das Ding mancher Herrschaften.“ Auch Steffen Riegler findet: „In der freien Wirtschaft, im Kundengeschäft wäre so ein Mitarbeiter nicht mehr tragbar.“ Claire Grube glaubt fest: „Bei solchen Anlässen zeigt sich das wahre Gesicht.“ Tatsächlich gibt es viele, die auf der Empörungswelle mitschwimmen. Andererseits gibt es auch diejenigen, die sich hinter den SPD-Politiker stellen und Verständnis für das Verhalten Sellerings bekunden.

So berichtet der parteilose Wolgaster Bürgermeister Stefan Weigler , dass der Protest der Demonstranten „unsachlich“ geführt worden sei. Und weiter: „Als Mensch kann ich verstehen, dass er gegangen ist.“ Die Vorsitzende der Bürgerinitiative zum Erhalt der Klinik, Anke Kieser , kritisierte die fehlende Dialogbereitschaft einiger Mitglieder. Christian Helms unterstreicht: „Manche Wutbürger kennen nur ihre eigene Meinung und meinen dann, damit alle zu vertreten.“ Ingo Mueller : „Herr Sellering wurde unvorbereitet zur Rede gestellt, hat versucht, ein Gespräch zu führen, wurde aber ständig unterbrochen. Seine Reaktion ist menschlich. Zudem hat er sich entschuldigt.“

Juliane Lange

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