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Erhöhte Nitratwerte im Wasser: „Das ist reine Panikmache“

Schwerin Erhöhte Nitratwerte im Wasser: „Das ist reine Panikmache“

Ausgebrachter Dünger verunreinigt Grundwasser / Leser diskutieren kontrovers

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Trinkwasser könnte deutlich teurer werden. Grund: die Nitratbelastung des Grundwassers, verursacht u. a. durch Gülle.

Quelle: Foto: Holger Marohn

Schwerin. An vielen Orten in MV ist zu viel Nitrat im Grundwasser. Das teilte das zuständige Umwelt- und Agrarministerium in dieser Woche mit. Knapp ein Fünftel (18 Prozent) der Grundwasserbrunnen befindet sich wegen überhöhter Nitratwerte in einem chemisch schlechten Zustand. Ursache ist das verstärkte Ausbringen von Düngemitteln in der Landwirtschaft. Damit das Nass aus dem Hahn trinkbar bleibt, sind die Wasserversorger verpflichtet, das Wasser aufzubereiten. Das ist aufwendig. Das Umweltbundesamt befürchtet daher bald steigende Trinkwasser-Preise für die Verbraucher. Im Netz löste das Thema eine strittige Debatte unter den Facebook-Nutzern aus.

Jens Holzmüller erwähnt in diesem Kontext das „Verursacherprinzip“. Soll heißen, dass Kosten umweltrechtlicher Maßnahmen dem Verursacher angelastet werden sollen. „Warum also muss ich nun mehr für das Wasser bezahlen, wenn der Bauer zu viel Gülle auf seine Felder kippt?“

Jürgen Küter spricht sich dafür aus, die Tiere „mit Stroh und Gras“ zu versorgen, anstatt ihnen moderne Futtermittel zu geben, wie es etwa bei Hochleistungskühen der Fall ist. Denn:

Durch das Mästen der Tiere produzieren sie Tonnen von Gülle, Mist und Jauche. Zu viel davon als Dünger auf den Feldern wird zur Gefahr fürs Trinkwasser. Dennis Kracht reagiert auf das zuvor Gesagte und fragt, „auf welchen Flächen das Stroh angebaut werden soll“. Zumal dann Kosten auf die Bauern zukämen, die nicht jeder zahlen könne. In dieser Hinsicht mahnt auch Birgit Sauter zur Vorsicht. „Schlechtes Stroh führt bei den Tieren zu Atemwegserkrankungen.“

Sven Schlöder glaubt indes an„Panikmache“. „Hat man sich früher um Nitratbelastungen im Grundwasser gesorgt? Das ist alles auch Geldmacherei.“ Rolf Rolfsen ist sicher: „Die Gülle ist es wohl kaum.“ Verantwortlich sei die Chemie. Der Leser erwähnt hier Agrarunternehmen wie etwa Monsanto als Verursacher. Allerdings werde man diesen mächtigen Leuten nicht auf die Füße treten. „Im Gegenteil. Man rollt ihnen den roten Teppich aus.“ Karl-Heinz Kunkel schreibt: „Endlich hat man wieder etwas gefunden, um das Wasser teurer zu machen.“

Marikka Kurzenberg fordert die Politik auf zu handeln. „Jetzt müssen die Ursache für die Belastung gefunden und nächste Schritte eingeleitet werden, ohne dass das Volk gemolken wird.“

Marita Groß äußert Unverständnis: „Ich sehe nicht ein, mehr für Trinkwasser zu bezahlen, weil Bauern es verseuchen.“ Philipp Höft studierte an der Fachschule für Agrarwirtschaft des Landes. Er sagt: „Die Nitratwerte sind aus landwirtschaftlicher Sicht seit der Wende stark gesunken. Deutschlands Trinkwasserqualität ist mit die beste weltweit.“

Juliane Lange

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