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Es gibt kein Entkommen

Die Gema hat Google in die Schranken verwiesen. Es gibt kein Entkommen

Vor der Gema gibt es kein Entkommen. Nicht mal wenn man eines der teuersten Unternehmen der Welt ist.

Vor der Gema gibt es kein Entkommen. Nicht mal wenn man eines der teuersten Unternehmen der Welt ist. Das musste auch das Internet-Videoportal Youtube einsehen, das zum Firmenimperium des US-Suchmaschinenbetreibers Google gehört. Nach jahrelangem Rechtsstreit haben sich Youtube und die Gema auf einen Vertrag geeinigt. Künftig überweist das Unternehmen für in Deutschland abgerufene Musikvideos Lizenzgebühren an die „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“ – genau so wie es jeder Discobetreiber, Schützenverein und Abiturjahrgang in Deutschland auch muss. Das ist in jeder Hinsicht eine gute Nachricht.

 

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Von Andreas Niesmann

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Zuallererst für die – meist jüngeren – Nutzer. Sie können künftig deutlich mehr Clips als bisher abrufen. Das ist weniger trivial als es klingt. Es gibt Musik-Genres, in denen Youtube das zentrale Verbreitungsorgan ist. Nutzer in Deutschland müssen sich nicht mehr über Einschränkungen ärgern. Die roten Sperrtafeln und der Satz „Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar“ gehören der Vergangenheit an.

Zweitens profitieren die Urheber, also Komponisten, Songschreiber und Texter. Die Lizenzgebühren, die die Gema für die Nutzung ihres geistigen Eigentums einsammelt, erhöhen sich. Zwar liegt die Vermutung nahe, dass niemand dadurch reich wird. Aber mindestens genauso wichtig wie die monetäre Entlohnung ist die symbolische Anerkennung der künstlerischen Leistung – gerade im Internet, wo immer noch eine Gratis-Kultur vorherrscht.

Die womöglich wichtigste und in ihrer Konsequenz noch gar nicht absehbare Botschaft des Deals ist aber die: Erstmals unterwirft sich ein US-Internetgigant Regeln und Konventionen, die im Deutschland der Offline-Zeit entstanden sind. Bislang tun sich gerade Internetmultis aus den USA damit schwer. Youtube etwa hatte stets argumentiert, kein Musikdienst, sondern ein bloßer Plattformanbieter zu sein – und damit jede Verantwortung für die verbreiteten Inhalte von sich gewiesen. Mit der Einigung erkennt das Unternehmen an, dass es sich hier nicht davonstehlen kann.

Das Beispiel lässt sich auf andere vermeintliche Vorzeigeunternehmen der Netzbranche übertragen. Facebook etwa hält ebenfalls stoisch an dem Plattform-Argument fest – und verneint jegliche Verantwortung für Straftaten wie Mobbing, Beleidigung und Volksverhetzung, wie sie in dem sozialen Netzwerk tausendfach stattfinden. Das Einknicken von Youtube lässt hoffen, dass sich auch Facebook dem Druck beugen muss.

Das aber wird nur geschehen, wenn die Politik in Berlin und Brüssel hartnäckig bleibt, wie die Gema bei Youtube. Es gibt kein Entkommen – diese Botschaft sollte nicht nur für Urheber-Rechte gelten. Sondern für alle Standards des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

OZ

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