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Europäischer Staatsakt für Kohl: „Wir sollten ihm danken“

Ludwigshafen Europäischer Staatsakt für Kohl: „Wir sollten ihm danken“

Facebook-Nutzer diskutieren über das politische Vermächtnis des Altkanzlers

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Im Roten Rathaus in Berlin können sich auch Bürger in das Kondolenzbuch für Helmut Kohl eintragen.

Quelle: Foto: Skolimowska/dpa

Ludwigshafen. Für den am Freitag im Alter von 87 Jahren verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl (CDU) wird es einen europäischen Staatsakt in Straßburg geben. Kohl ist damit die erste Persönlichkeit in der Geschichte der EU, der zu Ehren dieses Zeremoniell abgehalten wird. Ein nationaler Staatsakt ist zwar nicht geplant, dennoch dürfte auch in Deutschland eine größere Trauerzeremonie stattfinden. Der Pfälzer war von 1982 bis 1998 Bundeskanzler. In seine Kanzlerschaft fielen die Deutsche Einheit und die Einführung des Euro. Risse bekam sein Image durch die CDU-Spendenaffäre. Auch im sozialen Netz bleibt Kohl umstritten, wenngleich viele OZ-Leser ihre Betroffenheit und Trauer äußern.

Aurel Hagen notiert: „Unser Bundes-Helmut ist in Würde alt geworden, wir sollten ihn zu Zeiten seiner Blüte in Erinnerung behalten.“ Er habe Geschichte geschrieben, meint Ingo Müller . Deutschland danke einem der größten Politiker unserer Zeit, schreibt Ralf Leonhart .

Steve Runge findet: „Er war ein Politiker mit Herz und Seele.“ Christian Feilert zählt sich zu den Befürwortern der Politik des verstorbenen Kanzlers. Er kommentiert:

„Er war der Beste. Alle Nachfolger haben nicht das geschafft, was er erreicht hat“, woraufhin Silke Rauchfuss fragt, was er denn erreicht habe? Karsten Braun

setzt sich differenziert mit dem einstigen Kanzler und seinem politischem Wirken auseinander. „Die Politik war alles für ihn. Ein Machtmensch. Respekt für seinen eher kleinen Anteil an der deutschen Einheit, die ohne die Zustimmung der USA und der ehemaligen UdSSR unmöglich gewesen wäre.“ Und weiter: Die „schlimmste Entscheidung“ jedoch sei die Einführung des Euro gewesen, die Geringverdiener drastisch getroffen habe. Jenny Müller glaubt, dass die Einheit auch ohne das Zutun Kohls „früher oder später vollzogen worden wäre“. Die Zeit sei reif dafür gewesen. „Er hat nur profitiert, und eigentlich war seine Zeit schon damals vorbei.“ Jan Wielert veröffentlicht eine Liste der Personen, die für ihn die Einheit gebracht haben. So sind an erster Stelle die „Demonstranten der DDR“ zu lesen, danach folgen die Namen von Hans-Dietrich Genscher sowie Michail Gorbatschow. An vierter Position steht der Name Helmut Kohl. „Wie schnell man vergisst“, moniert Klaus-Dieter Hoppe und zählt auf: „Schwarzgeldkonten, nicht genannte Parteigeldspender und eine CDU, die eigentlich mit ihm gebrochen hatte und er mit ihr.“

Mark Holzer merkt an: „Ich war kein Fan von Kohl.“ Doch sei es unangebracht, hier über seine Verdienste zu diskutieren. Dazu äußert sich Michael Hanke : „Wer Helmut Kohl verdammt, sollte sich überlegen, wo wir heute von Elbe bis Oder wären, wenn es die Einheit nicht gegeben hätte.“ Uwe Sander schließt sich an: „Wir sollten uns vor seiner Lebensleistung verneigen und ihm danken.“

Juliane Lange

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