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„Fehlende Perspektive macht MV unattraktiv“

Schwerin „Fehlende Perspektive macht MV unattraktiv“

Bevölkerungszahl im Nordosten sinkt: Leser erörtern Ursachen für den Rückgang

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Der Stralsunder Bahnhof gehört seit 2016 zu den schönsten Deutschlands. Überfüllte Bahnsteige sind dennoch die Ausnahme. MV’s Bevölkerung schrumpft.

Quelle: Foto: Stefan Sauer/dpa

Schwerin. Während die Bevölkerung in Großstädten wie Berlin, Hamburg und München stetig wächst, erlebt MV einer aktuellen Studie zufolge in den kommenden zwei Jahrzehnten einen Rückgang der Einwohnerzahl um knapp fünf Prozent. Demnach schrumpft die Bevölkerung hierzulande um rund 77 000 Menschen. Auf der OZ-Facebook-Seite zeigen sich Leser überzeugt, Erklärungen für diese Entwicklung geben zu können.

Anja Steinicke „wundert das nicht“. Für die jungen Leute gebe es kaum Angebote und Geld verdienen sei auch nicht drin. Katrin Brunk erklärt, dass man allein „von schöner Landschaft leider nicht leben“ könne. Aus diesem Grund sei auch sie ausgewandert. Ihre Prognose: „Wenn sich nichts ändert, werden es noch mehr tun.“ Der geringe Verdienst, schlechter öffentlicher Nahverkehr und Ärztemangel täten ihr Übriges. Manu North blickt betrübt auf die Zahlen. Auch sie sei 1992 in den Westen gegangen, „weil es in der Heimat keine Arbeit für viele von uns gab“. Ihre „geliebte Ostsee“ erlebe sie mittlerweile nur noch als Urlauberin.

Die fehlende Perspektive ist für das Gros der Nutzer ausschlaggebendes Kriterium für die Abwanderung und den daraus resultierenden Bevölkerungsrückgang. Einige schauen dennoch positiv nach vorn. Sabine Wiedemann glaubt, viele von denen, die einst der Arbeit hinterhergezogen sind, werden zurückkehren. Auch mahnt sie, dass die Politik mehr machen und die „Menschen hier ernst nehmen“ müsse. Was die Arbeit betrifft, würden Unternehmen wie die Werften zudem Hoffnung verbreiten. Mirko Ihlenfeld und Katja König stellen unisono fest:

„Alles ganz einfach. Gleicht die Löhne den Ballungsgebieten an und schon ist das Problem gelöst.“ Arne Dynio macht einen weiteren Vorschlag, auch wenn der unkonkret bleibt. „Man sollte die Bundesländer attraktiver für Jugendliche und junge Erwachsene gestalten.“

Für Axel Huckstorf ist „weniger mehr“. Nichts sei schlimm an sinkenden Bevölkerungszahlen. Und außerdem: „Durch steigende Produktivität erarbeiten weniger Leute genauso viel wie früher eine größere Anzahl von Menschen.“ Zudem benötigten weniger Menschen weniger Dienstleistungen. Somit würden auch keine Fachkräfte fehlen, „wie immer behauptet wird.“ Mehr als 1,5 Millionen vertrage MV eh nicht. Manne Ven erachtet die Tatsache, dass MV ausdünnt, nicht als „schlimm“. Das werde sich wieder einpegeln. „Sorgen sollte man sich um die steigende Geburtenrate und Zuwanderung in die Sozialsysteme machen. Wie soll das funktionieren, wenn immer weniger immer mehr Sozialfälle versorgen sollen?“ Sanne Schacht verschwendet keinen Gedanken an eine Zukunft voller Sorgen. „Ich bin sehr froh, in MV zu leben.“

Juliane Lange

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