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Gabriels Iran-Reise Gelegenheit nutzen

Sigmar Gabriel wollte sich bei der Reise nach Teheran eigentlich um Wirtschaftskontakte kümmern.

Sigmar Gabriel wollte sich bei der Reise nach Teheran eigentlich um Wirtschaftskontakte kümmern. Nun aber findet sich der Wirtschaftsminister mitten in dem kompliziertesten Interessenkonflikt wieder, den die Weltpolitik derzeit zu bieten hat. Geschäfte anbahnen, den Iran für eine Lösung des Syrien-Konflikts in die Pflicht nehmen und zugleich noch die prekäre Menschenrechtslage im Land ansprechen? Es klingt nach Überforderung. Gerade darin aber liegt die Chance für Gabriel: Niemand verlangt einen Erfolg, alle aber freuen sich über ein klares Signal. Die Friedensaktivisten, die Gabriel zum Verzicht auf die Reise bewegen wollten, liegen falsch: Gerade in Zeiten, in denen eine Stadt wie Aleppo in Schutt und Asche geschossen wird, muss jede Gelegenheit zum Gespräch genutzt werden. Frank-Walter Steinmeier war bislang kein Freund von Gabriels außenpolitischen Ausflügen. Im Streit um Ceta aber hat er Gabriel unterstützt. Es wäre zu wünschen, dass der Außen- und der Wirtschaftsminister nun auch in der Weltpolitik einmal an einem Strang ziehen.

 

OZ-Bild

Von Jörg Kallmeyer

Quelle:

OZ

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