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Genug getestet!

Durch immer neue Studien werden die Schulen nicht besser. Genug getestet!

Es gibt keine Institution in Deutschland, die so gründlich untersucht wird wie die Schule. Kaum haben die Pisa-Tester den Klassenraum verlassen, meldet sich auch schon der Schulinspektor an.

Es gibt keine Institution in Deutschland, die so gründlich untersucht wird wie die Schule. Kaum haben die Pisa-Tester den Klassenraum verlassen, meldet sich auch schon der Schulinspektor an. Das Ranking wird zur Regel: Im Halbjahresrhythmus bekommen wir Antwort auf die Frage, wie gut Deutschlands Schulen im Vergleich sind. Wer lernt schneller, wer ist besser?

 

OZ-Bild

Von Jörg Kallmeyer

Gestern hat die OECD ihren Jahresbericht vorgelegt – mit Hinweisen, die Hoffnung machen. Deutschland kann sich vor allem in der beruflichen Bildung sehen lassen. Aber daran gab es, Hand aufs Herz, auch nie wirklich Zweifel. Auch eine leicht verbesserte Ausstattung der Bildungseinrichtungen ist erfreulich. Alles andere aber wäre 15 Jahre nach dem Pisa-Schock auch ein Skandal. Denn im Kern kommen alle Untersuchungen nach der Pisa-Studie immer noch zu dem gleichen Ergebnis: In Deutschland hängt der Bildungserfolg mehr als in anderen Ländern in Europa von der sozialen Herkunft ab. Und mehr als anderswo ist die frühkindliche Bildung in Deutschland ein Stiefkind der Politik.

Es wird also Zeit für ein Eingeständnis: Durch immer neue Studien werden die Schulen nicht besser. Es mangelt in der Bildungspolitik nicht an Erkenntnissen – sie sind in dicken Bänden voller Sonntagsreden zur Bildungspolitik dokumentiert. Es mangelt aber an der Bereitschaft, zum Kern vorzudringen und Konsequenzen daraus zu ziehen.

Schulen sind immer dann gut, wenn sie gute Voraussetzungen haben, um ihre Arbeit zu erledigen. Es braucht gut ausbildete Lehrer, Schulleiter mit Managementqualitäten und guten, modernen Unterricht.

Und damit das alles gelingt, braucht es zunächst einmal vor allem eins: ausreichend Lehrer.

Gute Schulen kosten also Geld, viel Geld. In Schulen zu investieren lohnt sich, da widerspricht kein Experte. Und dennoch hat die Bildungspolitik in Deutschland nicht den Stellenwert, den sie verdient: Schulen und Hochschulen sind Kernaufgaben des Staates. Wie hoch die Ausgaben in diesem Bereich sind, ist am Ende nicht erheblich – sie machen sich eines Tages sicher bezahlt.

Deutschland hat nach dem Pisa-Schock die Schulzeit bis zum Abitur auf zwölf Jahre verkürzt – und damit Schülern wie Lehrern leider eine schmerzhafte, in den meisten Ländern zum Glück kurze Reformphase beschert. Deutschland hat es aber nicht geschafft, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass kräftig in das Bildungswesen investiert werden kann. Im Gegenteil: Die strikte Trennung in der Bildungspolitik zwischen Bund und Ländern durch die Föderalismusreform blockiert einen echten Aufbruch.

Es ergibt Sinn, die Schulfragen grundsätzlich von den Ländern regeln zu lassen. Aber warum ist es verboten, dass sich der Bund an der Finanzierung der Schulen beteiligt? Seite 4

OZ

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