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Kameras im Supermarkt: „Die Geschäfte sollten fragen“

Kameras im Supermarkt: „Die Geschäfte sollten fragen“

Facebook-Nutzer debattieren über Systeme zur Analyse des Kaufverhaltens

Schwerin Es ist ein schmaler Grat zwischen Sicherheit und schärferen Kontrollen. Die Bundesregierung beschloss gestern ein weitreichendes Überwachungsgesetz. Straftaten sollen so verhindert oder aufgeklärt werden. Behörden sind damit in der Lage, heimlich mitzulesen: etwa auf Computern oder dem Handy. Und in MV sorgen jüngst installierte Kamerasysteme für Aufregung, wenngleich diese „nur“ der Marktanalyse dienen sollen. So testen derzeit die Supermarktkette Real und die Deutsche Post Systeme zur Gesichtserkennung. Die aufgezeichneten Bilder sollen Aufschluss über Alter und Geschlecht des Kunden geben. So soll Werbung zielgerichteter an den Mann gebracht werden. Facebook-Nutzer diskutieren.

Melanie Balter sagt: „Erst sprechen einige von Verfolgungswahn, dann sind alle froh, wenn anhand solcher Überwachungssysteme Täter überführt werden. Ich meine: Wer sich an Regeln hält, hat doch nichts zu befürchten. Mich stören Kameras nicht, und ich überwache selbst Haus und Hof.“

Martin Schindler stört sich an der Aussage: „Wer sich an Regeln hält, hat nichts zu befürchten“, und fragt sich: „Genau da ist doch der Punkt, denn wo fängt es an und wo hört es auf? Wofür kann es genutzt werden? Was wird irgendwann schon als kritisch angesehen? Wer steckt den Rahmen für all das ab?“ Peter Ask jedenfalls findet: „Die Fragen sind sehr treffend, aber schwer zu beantworten.“ Doch müsse der jetzigen Gewaltentwicklung entgegengewirkt werden. „Nur möglichst nicht mit totaler Überwachung“, betont Ask. Daten zu erfassen, beinhalte immer auch die Möglichkeit des Missbrauchs. Carsten Hanke ist überzeugt, „die totale Überwachung schreitet voran“. Und weiter: „Da ich Orte wie die Post zur Erledigung normaler Belange nutzen muss, werde ich quasi genötigt, mich registrieren zu lassen.“ Mirco Friske zeigt sich überrascht. „Wenn die Bundesregierung Gesetze verabschiedet, beschwert sich niemand.

Warum also der Aufschrei bei den Kameras des Supermarktes und der Post?“

Rico Smith formuliert anspielungsreich: „Wer glaubt schon die Geschichte vom Kaufverhalten?“ Piet Stüwe sieht es so: „Mich stören Kameras generell nicht, aber ich wundere mich schon, dass Supermärkte aufrüsten – und nicht etwa gegen Diebe. Gleichzeitig gibt es Debatten um Datenschutz, wenn öffentliche Räume zum Schutz der Bürger überwacht werden.

Hier stimmt was nicht.“ Mathias König ist empört: „Es ist eine Schande, dass man beobachtet wird, um herauszufinden, welchen Lebenswandel die Bürger haben.“ Sephira Wickersche nennt das Ganze „Manipulation auf höchstem Niveau, damit die Märkte mehr Umsatz machen“. Sven Müller : „Die Geschäfte sollten ihre Kunden vorher fragen. Ja, im Internet gibt es das schon länger, aber auch da werde ich gefragt.“

Juliane Lange

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