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„Kümmert euch um die Herden, und knallt nicht die Wölfe ab“

Schwerin „Kümmert euch um die Herden, und knallt nicht die Wölfe ab“

Viele OZ-Leser auf Facebook sind gegen den Abschuss der Raubtiere

Schwerin. Die Wölfe breiten sich aus – auch in MV. Angesichts vermehrter Attacken von Wölfen auf Nutztiere fordern hiesige Landwirte und Schafhalter Obergrenzen und den Abschuss der Raubtiere. Schießen oder schützen? OZ-Leser diskutieren kontrovers. Im Netz reichen ihre Reaktionen vom Aufruf zu Besonnenheit bis hin zur Abschussfreigabe.

 

OZ-Bild

Wölfe breiten sich auch in MV weiter aus.

Quelle: Foto: Ingo Wagner/dpa

Allein im vergangenen Jahr wurden deutlich mehr Nutztiere durch Wölfe getötet als in den Vorjahren. Nach Angaben des Schweriner Agrarministeriums waren 50 Tiere betroffen. Zuletzt wurden im Dezember zehn Damhirsche bei Ueckermünde (Landkreis Vorpommern-Greifswald) und 20 Schafe bei Malliß (Landkreis Ludwigslust-Parchim) tot aufgefunden. „Im Moment erleben wir erst die Spitze des Eisbergs“, ist der Präsident des Landesbauernverbandes, Detlef Kurreck, überzeugt. Jene vermeintliche Brisanz, wie es Kurreck schildert, kann unser Leser Benjamin Proß

nicht erkennen: „In ganz MV leben derzeit vereinzelt Wölfe und ganze zwei Wolfsrudel. Da ist selbstverständlich eine massive Bejagung bitter nötig.“ Sabine Severin hält fest, „dass, wie wir alle wissen, der Mensch das größte Raubtier ist. Werden wir deshalb zum Abschuss freigegeben?“ Und Anja Behnke fordert die Landwirte auf, ihre Tiere nachts in den Stall zu holen. „Damit wäre doch allen geholfen.“ Gabi Jassman sagt: „Kümmert euch um eure Herden und knallt nicht die Wölfe ab.“ Auch Falk Halcon ist gegen den Abschuss von Wölfen, wie ihn Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) jüngst vorgeschlagen hat. Demnach soll es einen beschränkten Abschuss geben, weil natürliche Feinde fehlten. „Plötzlich ist die Politik wieder gut genug. Sollen sich die Landwirte doch selber um den Schutz ihrer Tiere kümmern“, schreibt Falk Halcon. Schließlich sei das in anderen Ländern auch der Fall.

Claus Dietze lehnt ebenfalls einen gezielten Abschuss ab. Er erzählt davon, wie ihm einst ein Wolf begegnet ist. „Lasst ihn jagen! Mir ist vor etwa zehn Jahren im verschneiten Winter auf einer einsamen Landstraße in Thüringen ein Wolf vor das Auto gelaufen. Im Scheinwerferkegel blieb er kurz stehen, so konnte ich rechtzeitig bremsen. Er schaute mich an,dann rannte er in die Dunkelheit. Es war ein großes, schönes Tier. Diesen Augenblick werde ich in meinem Leben nicht vergessen.“

Markus Florian Meier hingegen äußert sich als Befürworter. Er hält den Abschuss für sinnvoll. „Einfach mal einen guten Jäger auf die Wölfe ansetzen. Dann ist das Problem schnell erledigt.“ Er argumentiert: Deutschland biete schließlich nicht die geeigneten Voraussetzungen für einen wolfsgerechten Lebensraum. Aufgrund der engen Besiedlung käme es auch in Zukunft zwangsläufig immer wieder zu Konflikten mit dem Menschen.

Juliane Lange

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