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MV ist wieder Werftenland

MV ist wieder Werftenland

Genting baut seine Kreuzfahrtschiffe auf unseren Werften.

So mancher reibt sich freudig die Augen: Es ist noch nicht so lange her, da standen die Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund auf der Kippe. Jetzt sieht es danach aus, dass der bereits totgesagte Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern wieder richtig durchstartet. MV ist Werftenland.

Für die von Pech und Jobverlust geplagten Standorte scheint sich das Blatt zu wenden. Genting macht Wismar zum Werftenzentrum, Stralsund und Warnemünde zu wichtigen Zulieferern. Da geht jedem das Herz auf. MV baut wieder richtige Schiffe – Kreuzliner, Mega-Yachten und Flusskreuzfahrtschiffe. Der neue Name „MV Werften“ ist gut gewählt. Er klingt selbstbewusst.

Genting ist ein Glücksfall für das Land, MV ist ein Glücksfall für Genting. Hier trifft der expandierende Konzern aus Malaysia auf Schiffbau- und Schifffahrtstradition und eine große Affinität der Menschen zu maritimen Themen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um das ehrgeizige Ziel erreichen zu können, der weltweit erfolgreichste Werftenverbund werden zu können. Aus purer Leidenschaft haben sich die Genting-Manager nicht für MV als Schiffbauzentrum entschieden. Strenge Untersuchungen, penibles Rechnen und das Vergleichen mit dem Standort Bremerhaven waren entscheidend. Der gute Zustand der ehemaligen Mathias-Thesen-Werft Wismar, Wadan-Werft und zuletzt Nordic Yards mit der modernen Schiffbauhalle in Wismar sowie Kompetenz und Erfahrung der Mitarbeiter dürften ausschlaggebend für die Standort-Entscheidung gewesen sein.

Es war eine lange Zitterpartie für die einst große und stolze Werftindustrie seit der Wende. Der Kreuzfahrtboom beendet sie jetzt – hoffentlich auf Dauer. Die Rettungsaktionen für die Werften und andere Unterstützungsmaßnahmen des Landes und des Bundes waren höchst umstritten. Es gab immer wieder Überlegungen, die Standorte aufzugeben. Heute ist festzuhalten, dass Genting nichts hätte übernehmen können, wären die Werften geopfert worden. Jetzt hat der Konzern eine gute Basis, auf der er aufbauen kann.

Einen großen Anteil daran hat auch der ehemalige russische Eigner Witalij Jussufow. Ihm gelang es, nach der Wadan-Pleite Nordic Yards mit einem neuen Geschäftsmodell aufzubauen. Zwar schaffte er es nicht, die erhofften russischen Schiffbauaufträge an Land zu ziehen, doch mit dem Bau der Offshore- und Converterplattformen konnte er Know-how und qualifizierte Arbeitskräfte am Standort halten. Für Wismar und das Land ist Genting die riesige Chance und zugleich eine Mammutaufgabe. Um das Neubauprogramm schaffen zu können, brauchen die Werften, die personell wachsen wollen, gut ausgebildete Fachkräfte. Die zu finden, ist nicht leicht. Hier benötigt auch der neue Eigner in Zukunft die Unterstützung aller.

Andreas Ebel

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