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Nach dem Brexit steht vieles in der EU auf der Kippe.

Von der Euro- zur Schockzone Nach dem Brexit steht vieles in der EU auf der Kippe.

Von Andreas Ebel

Allen Hoffnungen zum Trotz. Die Briten haben es wahrgemacht. Sie verlassen die Europäische Union. Ein Paukenschlag, der in die Geschichtsbücher eingeht. Die Eurozone ist zur Schockzone geworden. Die Bürger Großbritanniens haben entschieden. Ihr Votum haben wir zu akzeptieren, trotz aller Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen des Austrittes. Auch für die verbleibenden EU-Staaten hat die Entscheidung Folgen. Ein „Weiter so“ darf es für diese EU nicht geben. Europa braucht eine Vision – eine Eurovision. Dazu weniger Bürokratismus und krumme Gurkenverordnungen und dafür mehr Leidenschaft, die jedem die Angst nimmt und vor Augen führt, warum es zu einem starken Europa im Zusammenspiel mit den Weltmächten USA, Russland, China und zunehmend auch Indien keine Alternative gibt.

Auch die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern gucken nach dem Referendum besonders kritisch auf die Protagonisten der alten EU, allen voran auf Europas mächtigste Frau, Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Im Landtags- und Bundestagswahlkampf muss sie erklären, wie sie sich ein neues Europa vorstellt. Mecklenburg-Vorpommern profitiert besonders von einem starken Europa. Zollfrei und einfach exportieren Unternehmen ihre Waren und importieren Rohstoffe. Ohne EU-Gelder gäbe es heute viele Straßen, Seebrücken und andere Infrastrukturbauten in MV nicht. Das wissen die meisten Menschen im Land.

Und trotzdem ist die Unzufriedenheit hoch. In der Flüchtlingspolitik liefert die Europäische Union ein vom Egoismus einzelner Mitgliedsstaaten geprägtes Bild ab. Die Staats- und Regierungschefs streiten mehr als dass sie gestalten. Mit Solidargemeinschaft hat es wenig zu tun, wenn alle die finanziellen Vorteile nutzen, beim Übernehmen von Lasten aber Zäune schließen und weggucken. Das hat nichts mit einem friedlichen und menschlichen Europa zu tun.

Die Europäische Union hat sich in den vergangenen Jahren nicht so weiter entwickelt, wie es notwendig gewesen wäre. Nach der Einführung des Euro ist wenig Visionäres geschehen. Noch heute fallen wichtige Entscheidungen am Europäischen Parlament vorbei in der EU-Kommission und im Kreise der Regierungschefs. Demokratie sieht anders aus. Da wundert es nicht, dass sich viele Menschen abwenden und Anti-Europäer in Parteien wie der AfD in Deutschland oder dem Front Nationale in Frankreich Oberhand gewinnen. Brüssel muss es gelingen, transparenter und demokratischer zu arbeiten.

Gerade in Mecklenburg-Vorpommern lässt sich anhand einiger Entscheidungen in der europäischen Landwirtschafts- und Fischereipolitik bestaunen, wie intransparent manche Prozesse für die Menschen sind.

Da überrascht es kaum, dass sich viele abwenden. Die EU braucht neuen Schwung und mehr Beteiligung der Bürger, und weniger Einfluss der Nationalstaaten.

OZ

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