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Niedrigeinkommen in MV: „Es fehlt die Industrie“

Schwerin Niedrigeinkommen in MV: „Es fehlt die Industrie“

Auf Facebook diskutieren Nutzer über Ursachen dieser Entwicklung

Schwerin. Negativer Spitzenplatz für Mecklenburg-Vorpommern: Wieder ist der Nordosten Schlusslicht bei Einkommen, Konsum und Sparen und das trotz guter Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung. Im bundesweiten Vergleich haben die Menschen hierzulande seit 2009 am wenigsten Geld zur Verfügung. Durchschnittlich beläuft sich das verfügbare Jahreseinkommen auf weniger als 18 000 Euro pro Person. Mit dem verfügbaren Einkommen wird der Teil des Verdienstes oder der Rente bezeichnet, der für den Konsum oder fürs Sparen genutzt werden kann. Viele Facebook-Nutzer, die das Thema im Netz besprechen, sind von der Entwicklung nicht überrascht.

Marcel Krause notiert: „War eigentlich klar, aber an der politischen Landschaft hierzulande ändert sich eh nichts. Dann braucht sich aber auch kein wahlberechtigter Bürger zu wundern, dass sich nichts ändert.“ Matthias Wöller ist ebenfalls wenig „verwundert“. „Ist halt so, wenn man den Standort MV mit gut ausgebildeten Fachkräften und niedrigen Lohnkosten bewirbt. Genau das hört man doch immer wieder von unseren Landesvätern.“

Dass MV das untere Ende der Statistik markiert, liege wohl auch daran, glaubt Mirko Awe , „dass man mit uns alles machen kann. Man lässt uns zwölf Stunden lang arbeiten und bekommt dann einen Tag frei in der Woche.“ Seine Vermutung: Das werde so bleiben, es sei denn, es geschehe ein Wunder. Hannes Schwede ergänzt dazu: „Makroökonomisch betrachtet führt erhöhte Arbeit ja auch zu erhöhter Produktion und steigendem Konsum.“

In markigen Worten kommentiert Andreas Böckler die jüngsten Zahlen. „Ist doch klar. Jedes Jahr steigen die Übernachtungspreise in den Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, aber gerade in MV ist sich jeder selbst am nächsten und gönnt denen, die putzen, machen und tun, nicht einen Euro mehr. Im Gegenteil. Personal aus Polen übernimmt die Arbeit, weil es billiger ist.“

Ina Schudrowitz fragt in die Runde, „wo das liebe Geld geblieben ist, das uns die gesegneten Urlauber bringen? Bei uns Angestellten landet es jedenfalls nicht.“

Das geringe Nettoeinkommen führt Petra Urban zu der Frage, wie man von dem Geld sparen solle? Und weiter: In den touristischen Hochburgen seien allein die Mieten „gigantisch gestiegen“. Robert Laabs sagt: „MV kann nicht nur vom Tourismus leben. Es fehlen Industriestätten und Anreize, dort arbeiten zu wollen.“ Monika Knoll stellt fest, dass sich MV schon seit der Wende in diesem Zustand befinde. „Die Löhne sind einfach viel zu niedrig.“ Alice Thiele : „Das kommt davon, wenn man die falsche Partei wählt.“ Und Steffen Ko weist auf die Gefahr hin, dass „die Löhne noch weiter gedrückt werden könnten, um höhere Gewinne zu erzielen“.

Juliane Lange

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